Arbeitsgruppe Friedensdekade in der Evang. Landeskirche, Stellungnahme zur der Erklärung des Theologischen Konventes Bekennender Gemeinschaften, 1989
Konziliarer Prozeß - Unbiblisch - Antichristlich ?
Alle Theologie ist vergebungsbedürftig (Helmut Thielicke)
1. Einleitung
Unter dem Titel Bekennende Gemeinde und Konziliarer Prozess hat
der Theologische Konvent der Konferenz bekennender Gemeinschaften in den evangelischen
Kirchen Deutschlands am 1. März 1989 eine Erklärung herausgegeben,
die als Faltblatt vielseitige Verbreitung gefunden hat (In dieser Stellungnahme
abgekürzt zitiert als Erklärung des Theologischen Konvents).
In dieser Erklärung wird zwar das Anliegen, das dem konziliaren Prozeß
zugrunde liegt, anerkannt, die schwerwiegenden Probleme um Gerechtigkeit, Frieden
und Bewahrung der Schöpfung.
In der Beurteilung des konziliaren Prozesses selber, seiner Verlautbarungen
(die Erklärung des Theologischen Konvents kam zwischen der Stuttgarter
Versammlung und der Europäischen Ökumenischen Versammlung in Basel
heraus), sieht die Erklärung neben manchen beachtenswerten Einsichten
und Forderungen im einzelnen schwere theologische Verirrungen. Sie sieht
im Konziliaren Prozeß eine systematisch verfolgte Strategie,
mit der die Christenheit Schritt für Schritt für die Veranstaltung
eines kommenden Weltfriedens-Konzils aller Kirchen, Religionen und Ideologien
vorbereitet werden solle. Die Erklärung warnt vor dem Konziliaren Prozeß,
sieht in der vom ihm angestoßenen Entwicklung bedenkliche Parallelen
zu dem uns prophetisch vorhergesagten Reich des Antichristen (Offenbarung 17,
12-18).
Diese Erklärung macht viele Christen unsicher, ratlos, auch traurig. Sie
möchten gern als Christen mit eintreten in einem umfassenden ökumenischen
Engagement für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung.
Und nun hören sie, das, was sie aus Glauben meinen mittragen und fördern
zu sollen, nicht auf biblischem Grund stehe. (Auch wenn die Autoren der Erklärung
des Theologischen Konvents in ihrer Auffassung vermutlich nicht die Meinung
evangelikaler Kreise aussprechen, so ist ihre Stimme doch gewichtig).
Die hiermit versuchte Stellungnahme möchte helfen, die oben genannte Spannung
aufzunehmen und aufzuarbeiten.
Es ist gut, wenn Christen den geistlichen Aufbruch einer Bewegung in der Christenheit
von der Bibel her verantwortungsvoll und auch kritisch begleiten, wenn sie auf
Gefahren, auf mögliche Fehlentwicklungen aufmerksam machen. Keiner Bewegung
ist mit kritiklosem einseitigem Applaus gedient, auch dem Konziliaren Prozeß
nicht. Sagen die in Basel Versammelten doch selbst Wir sind nicht in der
Lage, so zu sprechen, als wären wir im Besitz der vollkommenen Wahrheit
(Schlußdokument IV, 42).
Aber hält die massive Kritik der Erklärung des Theol. Konvents, die
einen unaufhebbaren Gegensatz zum biblischen Denken im Konziliaren
Prozeß sieht und in ihm gar das Nahen des Antichristen wittert, nüchterner
Prüfung stand? - Ich meine: Die Stuttgarter Erklärung und das Schlußdokument
von Basel widerlegen diese Verurteilung.
2. Zu den einzelnen Vorwürfen
Ohne alle Anfragen der Erklärung des Theologischen Konvents pauschal abzuweisen,
(wir sind ja im Gespräch und müssen es bleiben, aber eben im Gespräch!)
dürfte doch folgendes festzustellen sein: Wer die Stuttgarter Erklärung
aufmerksam und gründlich liest - und das sei jedem empfohlen, bevor er
sich über sie eine Meinung bildet, ohne diese gelesen zu haben -, der wird
zum Beispiel feststellen:
Es trifft nicht zu, daß im Konziliaren Prozeß an die Stelle
des in der Sündenvergebung empfangenen Friedens mit Gott die Herstellung
innerweltlicher Harmonien durch den autonomen Menschen gesetzt wird (Erklärung
des Theologischen Konvents III,3).
Die Stuttgarter Erklärung sagt:
Im Neuen Testament ist dieser Friede die Gabe Gottes, die uns durch
Jesu Leben, Tod und Auferstehung geschenkt wird und im Heiligen Geist wirkt.
Sie führt die endgültige Versöhnung zwischen Gott und Menschen
herauf und ermöglicht die Aussöhnung zwischen den Menschen. Sie wird
für uns zur ständigen Aufgabe, Unrecht und Gewalttat zu überwinden
und zur Versöhnung der Menschen untereinander in Gerechtigkeit und Frieden
beizutragen.
Es trifft nicht zu, daß die Gemeinde unter Mißachtung der
reformatorischen Verhältnisbestimmung von Kirche und Staat zum ausführenden
Organ politischer Anweisungen verpflichtet wird (Erklärung des Theologischen
Konvents III, 5).
Die einleitende Feststellung der Stuttgarter Erklärung sagt:
Wie können wir angesichts einer noch nie dagewesenen Bedrohung
des Überlebens Gerechtigkeit, Frieden und eine unversehrte Schöpfung
fördern und schützen? Im Gehorsam gegen Christus wollen wir heute
notwendige Wege suchen (so die ersten Sätze der Stuttgarter Erklärung).
Im Konziliaren Prozess suchen Christen aus den verschiedensten Kirchen aus
dem Gehorsam des Glaubens heraus die ethische Konsequenz mitten in unsere Welt
hinein und sie sind sich dabei bewußt:
Das gemeinsame Wort, das Christen und Kirchen zu ethisch
wichtigen Problemfeldern finden, hat nur dann einen eigenen Wert und eine Chance
gehört zu werden, wenn es sowohl evangeliumsgemäß als auch sachgemäß
ist (Stuttgarter Erklärung 1,3).
Es geht um ethisches Zeugnis - nicht um (politische) Anmaßung oder Anweisungen
der Gemeinde als ausführendes Organ (wessen?).
Das Moment der Verpflichtung jedoch, um das im Konziliaren Prozeß gerungen
wird, ist zu sehen unter dem Aspekt der Selbstverpflichtung der Christenheit
aus Glaubensgehorsam, um aus der Unverbindlichkeit bloßer Gedankenspiele
herauszukommen. - Freilich, hier können auch Gefahren von moralisch-kasuistischen
Verfestigungen, Gefahren, sich selbst zu übernehmen, liegen, auf die man
wird achten müssen.
3. Schöpfung - Sündenfall - Geschichte; Weltverantwortung der Christen;
Gericht und Hoffnung
Ein zentraler Vorwurf der Erklärung des Theologischen Konvents gegen den
Konziliaren Prozeß ist, daß er ein falsches Bild von Schöpfung
und Geschichte gebe, in welchem deren Todesgefälle (Sündenfall!)
optimistisch zu einer stetigen Aufwärtsentwicklung verkehrt
werde (III,2). Dies könnte den Eindruck erwecken, daß im Konziliaren
Prozeß unter Verleugnung der Todesstrukturen, der verheerenden
Folgen der menschlichen Sünde, ein selbstgestrickter Zukunftsoptimismus
im Vertrauen auf den Menschen bestimmend sei.
In Wirklichkeit basiert in der Sicht des Konziliaren Prozesses die Hoffnung
für Gemeinde und Welt auf dem Eingreifen Gottes in Christus zum Heil, der
die Welt mit ihrer Schuldverfallenheit (letztere wird im Konziliaren Prozeß
nicht geleugnet oder beschönigt, sondern mit großem Ernst herausgestellt.
Vgl. u.a. das Schlußdokument von Basel III,24) nicht sich selbst überläßt,
sondern ihr neue Hoffnung gibt, die ihr die Gemeinde bezeugt (Basel III,25 und
26).
In der Erklärung des Theologischen Konvents wird darauf hingewiesen: Dem
irreparablen Zustand der Welt nach dem Sündenfall (verlorener Friede mit
Gott und untereinander) begegne Gott mit der zeitlichen Notmaßnahme
der Einsetzung des Staates als Erhaltungsordnung (wenn nötig unter
Einsatz von Gewalt (Römer 13)) und Gottes eigener einseitiger Selbstverpflichtung
im noachitischen Bund, der Erhaltung der Schöpfung bis an ihr Ende - im
Blick auf die im Heilsplan Gottes vorgesehene Erlösung durch
Sendung des Sohnes und dessen Wiederkunft (Erklärung II, 2).
Was aber folgt daraus für Christen und Kirchen?
Christen sollen nach der Meinung der Erklärung des Konvents als Staatsbürger,
als Salz der Erde und Licht der Welt sich sorgen, daß
auch das Zusammenleben in der menschlichen Gesellschaft durch Gerechtigkeit
und Frieden - nach den jedem menschlichen Herzen eingepflanzten Geboten des
Schöpfers (Römer 2,15) bestimmt ist. Christen und Kirchen werden
alle vernünftigen Bemühungen, Gerechtigkeit, Frieden, schöpfungsgegebenes
Leben zu erhalten oder wiederherzustellen ... zusammen mit anderen besorgten
Menschen im Rahmen ihrer Berufung und Möglichkeiten unterstützen,
ohne allerdings zu behaupten, für die konkrete Gestaltung eine besondere
göttliche Erleuchtung zu besitzen (Erklärung Seite 3, 2. Abschnitt).
In diesem Zusammenhang folgt als Beispiel beachtenswerter praktischer Vorschläge
und guter Einsichten der Hinweis auf persönliche Verpflichtungen
zu einem Umweltbewußtsein oder ein mit den Notleidenden solidarischer
Lebensstil.
Das sind ganz wichtige Dinge, welche die Gemeinde daran erinnern, daß
alles glaubwürdige Christsein beim persönlichen Ernstnehmen, beim
eigenen Beispiel anfangen muß.
Doch mindert diese Zustimmung nicht die drängende Frage: Hat die Christenheit,
zu deren Auftrag es doch gehört, die Gewissen der Regierenden zu
schärfen und ethische Maßstäbe für die Gesetze und Richtlinien
der Politik zu setzen (Erklärung des Konvents II, 2), keine deutliche
Stimme da, wo es darum geht, theologisch-ethische Konsequenzen maßstabartig
mitten in Politik und Gesellschaft hinein zu bezeugen, da, wo es um die eigentlichen
Überlebensfragen der Menschheit geht?
Hat die Christenheit hier wirklich nichts zu sagen? Und ist es richtig, denen
in den Arm zu fallen, die - es ist schwer genug, dazu zu kommen - um ein gemeinsames
ethisches Zeugnis der Christenheit ringen? Soll sie nicht wenigstens versuchen,
ein solches gemeinsames Zeugnis zu den ethischen Aspekten der Überlebensfragen
der Menschheit zu geben?
Wo bleibt zum Beispiel ein deutlicher Wächterruf hinein in die Wahnsinnssituation
der Unmög-lichkeit, heute noch irgendeinen Krieg zu rechtfertigen, und
in die Strategie christlicher (!) Nationen, die immer noch sogar den Ersteinsatz
atomarer Waffen im militärischen Konzept haben?
Die Erklärung des Konvents betont die Souveränität des Staates
(von der Erhaltungsordnung Gottes her). Er hat das Gewaltmonopol. Also darf
man ihm nicht dreinreden, wo er seines Amtes waltet.
Wie aber, wenn der Staat (bzw. die Staaten) in seinem Erhaltungsauftrag (!)
nicht mehr nur das Schwert führt, um die Bösen zu strafen
(so richtig nach Römer 13), sondern - dem Erhaltungsauftrag diametral zuwider
- die Bombe, die atomare Vernichtungsmacht, die die Erde unbewohnbar
machen kann, weiterhin als politisches oder im Ernstfall auch militärisches
Mittel (zur Freiheitswahrung) für gerechtfertigt hält?
Wie, wenn sich die gesamten Umstände in der wissenschaftlich-technischen
Fortentwicklung der Welt (inklusive Waffentechnik) dermaßen geändert
haben, daß sie den Rahmen dessen sprengen, was theologisch-ethische Antworten
früherer Jahrhunderte schon kaum mehr bewältigten? - Übrigens:
Auch nach reformatorischer Ethik kann ein unter den Bedingungen der Atomzeit
stattfindender Krieg niemals mehr ein gerechter Krieg sein.
Von Wortlaut und Geist der Erklärung des Theologischen Konvents her ist
festzustellen: Die Gemeinde verstummt angesichts der größten Herausforderung
der Geschichte. Sie ist nicht zuständig, hat auf einmal keine (besondere)
Erleuchtung, darf sie offensichtlich nicht haben.
Und indem die Gemeinde schweigt, legitimiert sie - auf solche Weise hochpolitisch
werdend -, alles was - dazu noch pseudo-biblisch legitimiert durch Römer
13 - im politischen Raum geschieht! (Dies gilt für Fragen des Friedens,
der Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung).
Worin aber wurzelt dieses Verstummen, diese Verweigerung, sich mit Leidenschaft
als Christenheit in den Überlebensfragen der Menschheit einzubringen, wie
es - unausgesprochen - in der Erklärung des Konvents zum Ausdruck kommt,
letztlich?:
Die Schöpfung ist gerichtsreif und geht unaufhaltsam ihrem Untergang
entgegen (Erklä-rung II, vorletzter Abschnitt).
Nicht Gottes Regenbogen über der Schöpfung (Gottes Erhaltungsbund
mit Noah - Ich will die Erde hinfort nicht mehr verfluchen ... Solange
die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer
und Winter, Tag und Nacht - 1. Mose 8,21 und 22) verpflichtet und beflügelt
zur großen christlich-theologischen Anstrengung, sondern die Erwartung
des unmittelbar bevorstehenden göttlichen Straf- und Endgerichts bremst
alle in die Welt hineingerichtete Anstrengung und lenkt alles Interesse auf
Gewinnung und Bewahrung des persönlichen Heils und auf das persönliche
Durchhalten in den Drangsalen der Endzeit und das persönliche Durchkommen
im Endgericht.
Hier müssen die Gegner des Konziliaren Prozesses und darüber hinaus
manche Gruppen und Gemeinschaften von der Bibel her gefragt werden: Ist das
wirklich biblisch?
Hat Abraham nicht angesichts des gerechten Gerichts mit Gott gerungen, daß
er sich über Sodom erbarme?
Haben nicht die Leute von Ninive mit ihrer Buße Gottes Herz bewegt, während
der Gottes Gericht ankündigende Prophet Jona angesichts der göttlichen
Barmherzigkeit auf seinem abwartenden Beobachterposten bitter wird? Und hat
Gott nicht den auf das Gericht nach Gottes Ruf fixierten Propheten Jona durch
seine sich selbst überwindende Barmherzigkeit widerlegt?!
Hat der barmherzige Samariter, der Mann mit dem falschen Gesangbuch und der
für alle Frommen der rechtgläubigen jüdischen Welt fragwürdigen
Theologie, nicht das Rechte getan, weil er barmherzig war?
Und sind nicht heute die Christen und Kirchen mit der Diakonie ihres gemeinsamen
ethischen Zeugnisses zur weltweiten Verantwortung um der Barmherzigkeit willen
gerufen, deren Verweigerung verweigerte Liebe wäre (und gibt es Ungeistlicheres,
Unbiblischeres als verweigerte Liebe?)?
Darf das Ernstnehmen des göttlichen Endgerichts die Leidenschaft der Barmherzigkeit
in der Verantwortung des Glaubens für diese Erde - solange sie steht und
Gott seinen Regenbogen über ihr leuchten läßt - auch nur um
ein Geringes dämpfen?
Oder muß nicht gerade der Ernst der Verantwortung im Gericht Gottes, vor
dem wir alle offenbar werden müssen, Christen und Kirchen zu einem Handeln
aus dem Glauben beflügeln in Mission und gemeinsamem zeugnishaften Eintreten
für Frieden, Freiheit und Bewahrung der Schöpfung?
Gott allein setzt dieser Welt ein Ende. Wer in seinem Engagement für die
Erhaltung der Schöpfung Möglichkeiten ausläßt, der versucht
sich eigenmächtig zum Gerichtsvollzieher Gottes zu machen - wenn auch nur
durch Passivität. Wer den beherzten vollen Einsatz zur Erhaltung dieser
Erde verweigert (um dem Gericht Gottes Raum zu geben), müßte der
in letzter Konsequenz nicht auch für sich selbst und seine Familie alle
besonderen, gegen lebensbedrohliche Störungen gerichteten lebenserhaltenden
Maßnahmen, den Gang zum Arzt, die Einwilligung in eine Operation etc.,
unterlassen?
Eine Theologie, die vom Hochsitz vermeintlicher Rechtgläubigkeit mit dem
Anspruch des Über- und Durchblicks, was die (Gerichts)stunde geschlagen
hat, im wesentlichen nur noch dem drohenden Untergang der Welt zuschaute, wäre
tief verfehlt, ja sie drohte - ungewollt - in der Rolle der Zuschauerin selbst
zur Mitverursacherin des Gerichts zu werden, indem sie durch die Passivität
ihres ethisch-gestalterischen Zeugnisses an dem mitschuldig wird, was die Welt
in den Untergang bringt. (denn wir leben - im Unterschied zur Christenheit vor
Konstantin - in einer Zeit, in der Mitverantwortung der Christen für die
Gesellschaft möglich ist).
Ebenso verfehlt wäre freilich eine Theologie, die vergäße,
daß die Verheißungen der neuen Welt Gottes durch das Zerbrechen
der alten hindurch müssen und daß alle Bemühungen um Gerechtigkeit,
Frieden und Bewahrung der Schöpfung nicht das Paradies auf Erden schaffen.
Dies wird man im Konziliaren Prozeß ganz fest im Auge behalten und auch
sprachlich unmißverständlich aussprechen müssen (Basel 3,1 ist
hier deutlicher als etwas unpräzise Passagen der Stuttgarter Erklärung
in 1,1b Durch seinen Heiligen Geist baut Gott sein Reich schon in dieser
Welt ...). H. E. Tödt spricht bescheiden vom relativen
oder vorläufigen Frieden, um den es zu ringen gilt (Frieden
im wissenschaftlich-technischen Zeitalter, Kreuzverlag 1966, S. 43).
Doch die Verheißungen Gottes sind größer als die Katastrophen,
und sein Wille, in Treue zu seiner Schöpfung sein kommendes Reich herbeizuführen,
umgreift sein alles Widergöttliche zerbrechendes Gerichtshandeln.
Jesus selber hat - angesichts des von ihm sehr bald erwarteten Endes - gezeigt,
wie er Zeichen des kommenden Gottesreiches setzte, mitten hinein in die vergehende
Welt! Er hat den Sanftmütigen verheißen, das Erdreich zu besitzen.
Sollte die Kirche hinter ihrem Herrn zurückbleiben, wenn sie Zeichen der
Hoffnung setzt und den von Christus im Glauben geschenkten Frieden in die Welt
hinein bezeugt als neue Möglichkeit, miteinander zu leben?
Wie oft wird über dem Studium der Offenbarung Johannes, über ihren
apokalyptischen Sze-narien vergessen, daß sie in erster Linie ein Trostbuch
für die bedrängte Gemeinde ist, die - festhaltend am Christusglauben,
in der Geduld der Heiligen - Gottes neue Welt schauen wird und deshalb nicht
verzagen und versagen muß in allen Schrecknissen, Anfeindungen und Gerichten.
Weltverantwortung (hinein ins öffentliche Leben) ist nicht das Thema der
Johannes-Offenbarung, war auch im wesentlichen außerhalb der Möglichkeiten
ihrer Adressaten. Es wäre aber grundfalsch, von dieser zeit- und situationsbedingten
notwendigen Einseitigkeit dieses biblischen Buches sich im Jahre 1989 zu einer
die Weltverantwortung meidenden Gläubigkeit gerufen zu sehen. Die Hinweise
der Offenbarung sind auch ungeeignet, hinter jeder weltweiten kirchlich-christlichen
Bemühung den Geist des Anti-Christen zu vermuten. Globale Zusammenschlüsse,
Bewegungen sind im Zeitalter globalen Weltgeschehens, das nur noch im Miteinander
der Menschen und Völker bewältigt werden kann, ein Gebot der Vernunft
und nicht eo ipso Instrumente des Satans.
Hier muß gerade die bibeltreue Gemeinde aufpassen, dass sie nicht Dinge
in die Bibel hineinlegt, die mit rechter Auslegung nichts zu tun haben (Vgl.
dazu auch nächster Abschnitt zu IV, Punkt 4 der Erklärung des Konvents).
4. Ängste um konziliare Strategie
Die Autoren der Erklärung des Theologischen Konvents sehen im Konziliaren
Prozeß die Gefahr einer Irreführung der Gemeinden durch
eine umfassende Strategie, vor der sie warnen (Abschnitt IV der
Erklärung).
Da wird neben dem Vorwurf der Füllung biblischer Begriffe mit ideologischen
Inhalten (z.B. Friede, Gerechtigkeit - Frage: Ist das Einbeziehen alttestamentlicher
Perspektiven von Friede und Gerechtigkeit schon Ideologie?! -) der
von äußerstem Druck begleitete moralische Appell an die Gewissen
sowie die Ausnutzung der Angstgefühle der Menschen genannt und beklagt
(IV, 2).
Frage: Warum ist nun auf einmal das Schärfen der Gewissen etwas Negatives?
Sollte etwa das Schweigen, das Inruhelassen und Inruhegelassenwerden christlicher
sein? Haben die Christen in der Geschichte nicht allzu oft geschwiegen, auch
und gerade so mancher stramme Lutheraner im Dritten Reich?
Weiter: Durch ein Programm ökumenischer Vernetzung - ein System
von konziliaren Gruppen und Agenten (!) werde der Gemeinde eine
neue Hierarchie aufgedrängt (IV, 3).
Frage: Warum so viel Angst vor Ökumene- und Basisgruppen?
Warum soll ein Prinzip, das bei missionarisch-orientiertem Gemeindeaufbau kreativ
und geistlich ist (Hauskreise, übergemeindliche Gemeinschaften - wie gern
entzieht man sich da oft der kirchlichen Hierarchie! - ) hier auf einmal bedrohlich
sein?
Ferner wird die Einbeziehung der Politik in den christlichen Glaubensgehorsam
beklagt, begründet mit der Befürchtung, daß z.B. radikal
umstürzlerische Pläne zu angeblichen Forderungen des Evangeliums erhoben
werden (IV, 5).
Frage: Wo sind z.B. in der Stuttgarter Erklärung radikal umstürzlerische
Pläne? - Gerade an diesem Punkt der Einbeziehung der Politik in den christlichen
Glaubensgehorsam kommt es auf theologische Zusammenarbeit auf möglichst
breiter Ebene an, wie sie im konziliaren Prozeß durch Beteiligung vieler
christlicher Kirchen, Richtungen, Positionen, auch namhafter katholischer Theologen
gegeben ist, wodurch die Gefahr vereinseitigender Radikalisierung gebannt ist.
Schliesslich wird (Punkt 4, Schluß des Satzes) die Strategie der Einbeziehung
nichtchristlicher Religionen als Partner für die Sicherung des Weltfriedens
als Gefahr beschworen, die hinführe zu dem Verdacht ausgesprochen antichristlicher
Entwicklungen.
Dazu ist zunächst festzustellen, daß das Schlussdokument in Basel
die Notwendigkeit eines Dialogs mit Christen anderer Regionen der Welt
anspricht, ferner des Dialogs mit anderen Weltreligionen, Kulturen und Weltanschauungen
- ohne schon etwas Genaueres über die möglichen Formen eines solchen
Dialogs zu sagen. Man bleibt also hier allgemein und vorsichtig!
Fragen: Müssen sich Christen vor dem Gespräch mit Vertretern anderer
Religionen fürchten? Kommen Berührungsängste aus dem Glauben
oder nicht vielmehr aus der Unsicherheit? Heißt Dialog Verzicht auf die
eigene Identität - oder nicht vielmehr Einbringen des eigenen Glaubens
in ein offenes Gespräch, das sich dem anderen aussetzt? (Dialog darf nicht
Verzicht auf Mission sein!). Wäre eine im Wissen um die unverwechselbare
Heilsgabe Christi und die unaustauschbare Perle des Evangeliums behutsam gewagte
Partnerschaft mit anderen Religionen im Suchen nach Verantwortung für den
Weltfrieden Verrat am Evangelium oder könnte darin nicht eine Konsequenz
gerade aus dem Evangelium liegen (Barmherziger Samariter!) - Rettungsdienst
an der Welt?!
Ich finde übrigens in keiner Stellungnahme des Konziliaren Prozesses eine
Degradierung Christi zu einem Religionsstifter unter anderen (Erklärung
des Theologischen Konvents III, 4), keinen Verrat am christlichen Bekenntnis,
sondern nur das Ernstnehmen der Verantwortung unseres Christenglaubens für
die ganze Welt und von daher die angedeutete Bereitschaft von Gespräch
und Dialog (Basel 6,3).
5. Guter Rat für die Gemeinden
Die unter Abschnitt V (Die Antwort der bekennenden Gemeinde) der
Erklärung des Konvents der bibeltreuen Gemeinde empfohlene Prüfung
des Konziliaren Prozesses läßt kaum mehr Spielraum, nimmt die Erklärung
doch das Ergebnis der Verurteilung vorweg: Wider-biblische Gesamttendenz,
ideologisch-synkretistische Quellen.
Wie wäre es mit dem Versuch eines unbefangeneren Kennenlernens und eines
unvoreingenommeneren Prüfens des Konziliaren Prozesses?
In der Erklärung des Konvents heißt es: Dem ungeheueren gesetzlichen
Druck des Konziliaren Prozesses auf die Gewissen als angeblich
alleinigem Rettungsweg aus der drohenden Weltkatastrophe gegenüber gelte
es, Christus als alleinigen Weg, Wahrheit und Leben zu bekennen, der in die
Freiheit berufen hat und der den Durchbruch aus den Ängsten dieser
Weltzeit in sein schon angebrochenes und kommendes Reich schenken werde.
Christus als Befreier für Christen - gegenüber anderen Christen?
Der befreiende Christus: Müssen wir ihn wirklich von Christen zu Christen
gegeneinander mobilisieren? Ob wir ihn nicht miteinander neu entdecken können,
als Weg, Wahrheit und Leben, der in die Freiheit führt, getrost macht in
allen Ängsten, getrost und gewiß, daß er allein uns durchbringt
und heimbringt - und der uns in solcher Getrostheit und Geborgenheit eben auch
die Freiheit schenkt, daß wir nicht vor den sogenannten Sachzwängen
und Zwangsläufigkeiten dieser Welt kapitulieren und resignieren müssen,
sondern - Gott allein untertan und sonst niemandem - die von ihm geschenkte
Freiheit als Verantwortung für die Welt, in der wir stehen, leben können!
Was anderes wollten denn die in Stuttgart und Basel versammelten Schwestern
und Brüder, als seine Befreiung hineinzubezeugen in die tödlichen
Zwangsläufigkeiten einer sich selbst strangulierenden Welt!
Lassen wir uns miteinander von dem befreienden Christus auf den Weg bringen!
Dann werden endlich diese schlimmen, unbiblischen Alternativen fallen zwischen
denen, die Christus als ihren persönlichen Frieden bekennen und bezeugen,
und jenen, die sich im Namen Jesu aktiv für den Frieden in der Welt einsetzen.
Christus, der unser Friede ist (Epheser 2,14), hat die Friedensstifter selig
gepriesen (Matthäus 5,9). Um seine Friedensgabe und seinen Friedensauftrag
lohnt es, sich zusammenzuscharen und sich miteinander - mit unseren verschiedenen
Gaben und Erkenntnissen - auf den Weg seiner Nachfolge zu machen; miteinander
auch um die rechte Auslegung, das rechte Zeugnis zu ringen, aber miteinander.
Ein feines Beispiel solcher geistlichen Geschwisterlichkeit bei allen Auffassungsunterschieden
haben z.B. die Mennoniten und Quäker gegeben, die in Stuttgart nach
bestem Vermögen mitgestaltet haben (sie stehen wahrhaftig nicht im
Verdacht, im Bekenntnis zu Christus schwankend zu sein). Den Abschnitt Frieden
in der Stuttgarter Erklärung konnten sie nicht voll mittragen und enthielten
sich der Stimme. In ihrer Abschlußerklärung (im Anhang zur Stuttgarter
Erklärung) heißt es dazu:
Zu wenig scheint uns der eigentliche Auftrag der Kirche beschrieben zu werden:
als Gemeinschaft und als einzelne die in Jesus geschehene Befreiung von der
Gewalt zu leben, auch im Widerspruch zu staatspolitischen Zwängen.
Wir zögern mit Zustimmung zu dem aus folgendem Grund: Mit den hier versammelten
Kirchen fordern wir die Abschaffung der Institution des Krieges. Wir meinen
jedoch: Wir vermitteln eine widersprüchliche Botschaft, wenn wir weiterhin
die Beteiligung von Christen daran teilweise legitimieren.
Wir möchten weiterhin im Konziliaren Prozeß mitarbeiten, und es ist
für uns dabei ein Schritt, zu den erreichten Ergebnissen nicht Nein zu
sagen. Wir hoffen, daß in zukünftigen Schritten die unterschiedlichen
Ausgangspositionen und Traditionen mehr Zeit zur Verfügung haben, in Dialog
miteinander zu treten.
Sind wir in solcher Geschwisterlichkeit miteinander auf dem Wege, dann braucht
die Gemeinde nicht, wie in der Erklärung des Konvents geschehen (V, 6),
angesichts einer durch den Konziliaren Prozeß angeblich eingeleiteten
antichristlichen Entwicklung auf die Rolle von Märtyrern (den anderen Christen
gegenüber!) eingestimmt zu werden.
Dann wird sich die Treue zum Herrn bewähren im gemeinsamen Glauben, Lieben,
Hoffen, im gemeinsamen Getrostsein, im gemeinsamen verantwortlichen Handeln,
und wenn es sein muß, im gemeinsamen geduldigen Leiden in den Schrecken
dieser Wahnsinnswelt und vor den wirklichen Feinden des Evangeliums - und nicht
vor den eingebildeten!
6. Schlußüberlegungen
Muss es denn sein, daß Christen, die es tief ernst nehmen mit ihrem Glauben,
andere Chri-sten, die es ebenso tief ernst nehmen mit ihrem Glauben und seiner
verantwortlichen Bezeugung in Wort und Tat - in die Nähe des Antichrists
stellen?
Sollte die Leidenschaft, in höchst bedrohter Weltstunde aus der Verantwortung
und Kraft des Glaubens um eine gemeinsame Botschaft zu den Überlebensfragen
der Erde, zu Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung zu ringen
und das gemeinsam Erkannte zu bezeugen, weniger vom Heiligen Geist bewirkt sein
als die weitgehende sozialethische und politische Abstinenz, mit der andere
Christen meinen, die Reinheit des Glaubens besser zu wahren, indem sie die Einbeziehung
der Politik in den christlichen Glaubensgehorsam ablehnen (Erklärung
IV, 5)?
Wo liegen die Ängste und die eigentlichen Wurzeln, die uns so schnell
dazu bringen, das geschwisterliche Gespräch um den rechten Weg der Kirche
zu verlassen und - wie hier geschehen - im Konziliaren Prozeß die die
wahre Gemeinde selbst bedrohende Schreckensvision zu sehen?
Wie kommt es, daß die einen nicht mehr schlafen können, weil sie
in der Sorge für ihre Kinder und in der Niedergeschlagenheit und Schulderfahrung
über dem zu Wenig an christlichem Mut, Gottes Liebes- und Lebenswillen
in die Welt hinein zu bezeugen und zu übersetzen, in Gewissensnot sind,
während die anderen Angst haben vor eben denen, die die Bedrohung der Welt
nicht mehr ruhig schlafen läßt?
Wenn das bewegende Element im Konziliaren Prozeß Machthunger und überhaupt
Rückfall in kirchliches Machtdenken wäre, verbunden mit leichtfertigem
Zukunftsoptimismus, dem brüchigen Vertrauen auf eine vom autonomen Menschen
machbare heile Welt, wenn es so stünde, dann hätten alle Verweigerer
des Konziliaren Prozesses zu hundert Prozent recht.
Wenn es aber das andere ist, daß sich Christen im Bekenntnis ihres Versagens
und ihrer Schuld (im Zentrum des Schlußdokuments von Basel steht ein Sündenbekenntnis
- Basel IV!) unter Furcht und Zittern, ohne Aussicht auf besondere Erfolgserlebnisse,
im Vertrauen auf Gottes Erbarmen aus der Verantwortung des Glaubens heraus aus
all ihrer konfessionellen Vereinzelung zusammenrufen lassen (Konvokation) und
zusammenfinden, um das Notwendige zu tun, um ein gemeinsames Zeugnis für
Gerechtigkeit, Frieden, Bewahrung der Schöpfung zu wagen (wie es Dietrich
Bonhoeffer schon 1934 als Friedenskonzil gefordert hatte), dann dürften
diese Christen doch erwarten, daß sie, wenn auch kritisch, so doch brüderlich
begleitet von den Gebeten der ganzen Christenheit getragen sind; dann dürfte
es nicht passieren, daß der Hauptreferent auf einem badischen Bekenntnistag
seine Freude darüber zum Ausdruck bringt, daß der Konziliare Prozess
zum Glück noch nicht viele Anhänger hat.
Die Interessenschwäche für den Konziliaren Prozeß in unseren
Gemeinden ist nicht ein Zeichen besonderer geistlicher theologischer Wachheit,
über das man sich freuen könnte, sondern ein eher bedenkliches Zeichen
von Müdigkeit, egoistischer Privatisierung des Lebens und Glaubens, die
uns alle, ganz gleich, wo wir im einzelnen stehen, Sorgen machen sollte.
Von den Christen in der DDR hören wir eine ganz andere, viele Gemeinden
ergreifende Wachheit. Sie läßt unsere Schwestern und Brüder
in ihrer gemeinsamen Bekenntnissituation in nichtchristlicher Umwelt viel beherzter
und konsequenter ihre aus Glaubensgehorsam folgende Verantwortung für die
Überlebensfragen der Menschheit gemeinsam wahrnehmen.
Die Erklärung des Theologischen Konvents Bekennender Gemeinschaften wurde
im März 1989 - nach der Stuttgarter Erklärung, vor der Ökumenischen
Versammlung in Basel abgegeben. Der Schritt nach Basel dokumentiert ja etwas
von der Dynamik und Richtung des Konziliaren Prozesses. Deshalb sei allen Christen,
gerade auch denen, die verunsichert sind, empfohlen, das Schlußdokument
von Basel zu lesen.
Prüfen Sie und urteilen Sie dann selbst, ob hier unbiblische Vermessenheit
oder im Glauben gründende Verantwortung von Christen im Gang ist.
Die brüderliche Bitte erneuter Prüfung aufgrund des jetzigen Standes
ergeht auch an die Autoren der Theologischen Erklärung. Sie schließt
nicht die Erwartung ein, daß im Weitergang des Gesprächs aller theologische
Dissens beseitigt wäre, daß keine kritischen Fragen an den Konziliaren
Prozeß mehr zu stellen wären, wohl aber die Hoffnung, daß solche
Auseinandersetzung unter Schwestern und Brüdern geschehen kann, die sich
- gerufen, gesendet und getröstet von dem einen Herrn - miteinander auf
dem Wege wissen.
Am Schluß dieser Stellungnahme sollen Sätze des Schlußdokuments
der Europäischen Ökumenischen Versammlung in Basel stehen:
Durch die Versöhnung in Jesus Christus steht uns der Weg zum ewigen
Leben offen. Wenn Gottes Reich, das Gerechtigkeit und Friede und Freude
in dem Heiligen Geist (Röm 14,17) ist, anbricht, wird uns die Fülle
seiner Herrlichkeit und seines Segens offenbar werden. Gemeinsam mit der ganzen
Schöpfung warten wir, daß uns diese zukünftige Herrlichkeit
offenbart werde, und wir wissen, daß erst dann unsere Sünde endgültig
besiegt sein wird. Aber wir wissen auch, daß diese Zukunft bereits hier
und jetzt in unserem Leben auf Erden begonnen hat. Deshalb ist es unsere wichtigste
Aufgabe, hier und jetzt Gottes Frieden und Gerechtigkeit zu suchen - im Bewußtsein
unserer Solidarität mit der ganzen Schöpfung Gottes (III, 27).
Wenn wir unsere Hoffnung nur in diesem Leben auf Christus gesetzt
haben, sind wir erbärmlicher daran als alle anderen Menschen (1 Kor
15,19)
Wir erwarten vielmehr einen neuen Himmel und eine neue Erde (Off 21,1)
d.h. die Verwandlung unserer Schöpfung Siehe, ich mache alles neu
(Off 21,5) ... (III, 35).
Die Hoffnung auf Gottes definitive Herrschaft entbindet uns aber nicht
von unseren jetzigen Verpflichtungen. Gerade eine richtig verstandene Hoffnung
ist ein kräftiger Impuls dafür, mit Mut und Eifer für eine friedlichere,
gerechtere Welt einzutreten ... Die Seligpreisungen der Bergpredigt gelten sowohl
der Zukunft wie der Gegenwart (Mt 5.1-12) ... Je mehr wir hoffen, desto entschiedener
und aktiver müssen wir uns für die Verbesserung der menschlichen Lebensbedingungen
einsetzen. (III, 36)
Hansjörg Wöhrle, Pfarrer, Bad Krozingen
Eine Stellungnahme zur der Erklärung
des Theologischen Konventes Bekennender Gemeinschaften
in den evangelischen Kirchen Deutschlands
(Bekennende Gemeinde und Konziliarer Prozeß -
vom 1. März 1989)
Friedensdekade 1989
Arbeitsgruppe Friedensdekade in der Evang. Landeskirche in Baden
Herbst 1989
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