Oekumenische Treffen: Global
Oekumenische Treffen: Weltregional und national
Oekumenische Treffen: Basisbewegung
UN Konferenzen
NGO Begleitkonferenzen
Bibliographie
House of Studies
Kunstgalerie
Home
   

Köln, auf dem Weg zum Friedenskonzil, 1986


Kölner Schritt - Auf dem Weg zum Friedenskonzil

Jesus Christus ist der Weg, die Wahrheit und das Leben.
Ihm gehören Mensch und Schöpfung.
Auf ihn allein vertrauen wir.

Wir wollen unsere Augen nicht länger verschließen
vor der ungerechten Verteilung der Güter,
vor der zunehmenden Bedrohung allen Lebens,
vor der Zerstörung der Schöpfung Gottes.

Auf dem konziliaren Weg zu einer Weltversammlung
der Christen für Gerechtigkeit, Frieden
und die Bewahrung der Schöpfung
tun wir unseren Mund auf für die Opfer
von Hunger und Gewalt.
Wir sagen Nein zu der schrecklichen Institution
des Krieges und zu allen Weltvernichtungswaffen.
Wir setzen uns ein für die Erhaltung des Lebensraumes,
den Gott allen Menschen gegeben hat.
Die Zeit drängt.

Auf unserem Weg suchen wir das Bündnis mit Christen
über alle Grenzen hinweg.

Wir verpflichten uns, in unseren Gemeinden und Gruppen
einander beizustehen
und für die Lebenschancen aller Menschen
und für Versöhnung unter den Völkern
zu beten und zu arbeiten.
Wir lassen uns nicht einschüchtern
durch die Macht der Herrschenden
und nicht entmutigen
durch die Gleichgültigkeit der Vielen.

Am Ziel unseres Weges steht
die Weltversammlung der Christen.
Von ihr erwarten wir, daß sie eindeutig und entschieden
den Ruf des ganzen Volkes aufnimmt,
ihn hineinruft in die von Waffen starrende Welt
und unerschrocken eintritt für Gerechtigkeit, Frieden und
die Bewahrung der Schöpfung.

Wir wollen der Bedrohung, der Angst
und der Hoffnungslosigkeit
das Zeugnis von der Liebe Gottes in Jesus Christus
entgegensetzen und verbinden uns miteinander in der Bitte:
Gott, halte unseren Verstand wach,
mache unsere Hoffnung groß
und unsere Liebe stark.


Der Trägerkreis hat diesen Text am Buß- und Bettag 1986 in der Kölner Messehalle vorgestellt und erlebt, daß eine überwältigende Zahl der Teilnehmer die Annahme des Textes befürwortet haben. Auch später kam ein überwiegend zustimmendes Echo.

Allerdings wurde auch Kritik geäußert, vor allem von Menschen, die eine deutlichere Sprache erwarteten. „Dieser ,Schritt‘ reicht mir nicht. Er ist zu allgemein und zieht zu wenig Konsequenzen. Er spricht nicht zur Frage der Gewaltlosigkeit Jesu und zur Berufung der Gemeinde, ihm auf diesem Weg nachzufolgen ... Dieser ,Schritt‘ verwässert die Aussagen der Bibel.“ Andere formulieren: „Diesen Text kann ja jeder unterschreiben, selbst ein CDU-Politiker.“

Wer diesen Text in der Erwartung eines Positionspapiers liest, wird enttäuscht. Aber - genau gelesen - er hat den Charakter einer Selbstverpflichtung für einen Weg. Wer ist denn schon am Ziel? Wieviel Angst und Hoffnungslosigkeit breitet sich aus unter uns? Steile Bekenntnissätze sind oft leicht gesagt und haben doch nur Alibicharakter. Der „Kölner Schritt“ ist ein Vorsatz für einen Lebensprozeß einzelner Menschen und Gruppen. Es würden wunderbare Kräfte unter uns lebendig, wenn viele aus der Verpflichtung dieses Schrittes lebten. „Wie kann ich mich zum Gespräch mit Gott verpflichten?“, fragt ein Teilnehmer.

Wir können uns vornehmen, die Praxis des Gebetes um den Frieden zu einer Regel unseres Lebens zu machen. Das widerspricht der freien Gnade Gottes nicht.
Am Ende des „Kölner Schrittes“ steht neben der Bitte um Wachstum in Hoffnung und Stärkung der Liebe das Gebet um wachen Verstand. In der Zusammenstellung könnte es scheinen, als träte der Verstand an die Stelle des Glaubens. Das ist natürlich so nicht gemeint und gesagt. Glaube ist die Grundlage des ganzen Textes: Das Wagnis, im Vertrauen auf Jesus Christus, der Weg und die Wahrheit und das Leben, den Weg zum Friedenskonzil zu gehen. Der Text bittet auf diesem Weg auch um wachen Verstand, der nötig ist, die Wolken der Argumente der Weisen dieser Welt zu durchschauen.

Der Apostel Paulus schreibt darüber etwas im 1.Kor. 14.

Regionale Veranstaltung „Auf dem Weg zum Friedenskonzil“
am Buß- und Bettag 19. November 1986 in Köln

weiter


powered by <wdss>

Sitemap | Druckversion | nach oben^


© 2017 by Stiftung Oekumene | eMail: ecunet@t-online.de