Erklärung zum Abstimmungsverhalten der Mennoniten und Quäker zum Abschnitt "Frieden"
Wir haben beim Ökumenischen Forum nach bestem Vermögen mitgearbeitet.
Dankbar erkennen wir an, daß das Gespräch der Delegierten in den
Arbeitsgruppen vom Willen zum Aufeinanderhören und zur Verständigung
getragen war.
Es fällt uns von unserem Verständnis her dennoch schwer, den Abschnitt
"Frieden" voll mitzutragen. Unsere Stimmenthaltung zu diesem Gesamtabschnitt
möchten wir darum folgendermaßen qualifizieren:
Zu wenig scheint uns der eigentliche Auftrag der Kirche beschrieben zu werden:
Als Gemeinschaft und als einzelne die in Jesus geschehene Befreiung von der
Gewalt zu leben, auch im Widerspruch zu staatspolitischen "Zwängen".
Wir zögern mit Zustimmung zudem aus folgendem Grund: Mit den hier versammelten
Kirchen fordern auch wir die Abschaffung der Institution des Krieges. Wir meinen
jedoch: Wir vermitteln eine widersprüchliche Botschaft, wenn wir weiterhin
die Beteiligung von Christen daran teilweise legitimieren.
Wir möchten weiterhin im konziliaren Prozeß mitarbeiten, und es
ist für uns dabei ein Schritt, zu den erreichten Ergebnissen nicht Nein
zu sagen. Wir hoffen, daß in zukünftigen Schritten die unterschiedlichen
Ausgangspositionen und Traditionen mehr Zeit zur Verfügung haben, in Dialog
miteinander zu treten.
Die Delegierten der Mennoniten und Quäker:
Daniel Geiser, Liselotte Käbberich, Wolfgang Krauß, Peter Lorenz,
Dorothea Ruthsatz.
Stuttgart, 22.10.88
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