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Einführung


Vom 19. bis 25. Juni 1995 fand in der Orthodoxen Akademie von Kreta, nahe Chania, eine ökumenische Konsultation über "Umwelt und Entwicklung statt", an der 53 Repräsentanten von Kirchen und kirchennahen Organisationen aus 22 europäischen Ländern, sowie Berater aus Kanada, den Philippinen und Chile teilnahmen. Die Tagung war von der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) und der Europäischen Bischofskonferenz (CCEE) in Zusammenarbeit mit der Europäischen Ökumenischen Kommission für Entwicklung (EECOD) organisiert worden.

Ausgangspunkt für den Austausch war die Europäische Ökumenische Versammlung "Frieden in Gerechtigkeit", die im Mai 1989 in Basel stattgefunden hatte. Erst kürzlich riefen die KEK und die CCEE zu einer zweiten Europäischen Ökumenischen Versammlung auf, die unter dem Thema "Versöhnung - Gabe Gottes und Quelle neuen Lebens" vom 23. bis 29. Juni 1997 in Graz/Österreich stattfinden soll. Wir hoffen, daß die in diesem Bericht enthaltenen Überlegungen und Beschlüsse für die Vorbereitungen dieser zweiten Versammlung, die Kirchen, kirchliche Organisationen und Bewegungen schon jetzt treffen, nützlich sein werden.

Das Bewußtsein der Kirchen für die ökologische Krise hat erheblich zugenommen. Wir waren bei unserer Konsultation beeindruckt von der großen Bandbreite der Antworten und Reaktionen, die von den Kirchen angesichts der Dringlichkeit des Themas kamen. Viele Kirchen haben wichtige Studien erstellt und bemühen sich, Christinnen und Christen anzuregen, ihre Verantwortung für die Schöpfung wahrzunehmen.

Der Konsultation ging ein dreijähriger Prozeß voraus, in dem kirchliches Handeln hinsichtlich "Zukunftsfähigkeit und Entwicklung" evaluiert werden sollte. Es gab zwei regionale Vorkonferenzen mit kirchlichen Repräsentanten aus den Ländern der Europäischen Union und der Schweiz, sowie aus Mittel- und Osteuropa. Erstere befaßte sich mit dem Bericht der Europäischen Ökumenischen Kommission für Kirche und Gesellschaft (EECCS) über nachhaltige Entwicklung, der auch der Kommission der Europäischen Union vorgelegt werden wird.

Bei unserer Konsultation wurden in fünf Arbeitsgruppen folgende Themen behandelt:

a) Theologische Betrachtungen zur Zukunftsfähigkeit
b) Die Rolle der Kirchen
c) Ökonomische Modelle und Lebensstile
d) Energie und Klimaveränderung
e) Tourismus und Umwelt.

Die Berichte dieser Arbeitsgruppen werden zusammen mit den gehaltenen Referaten in den Protokollen der Konsultation veröffentlicht werden. Eine der Sorgen, die in den Hauptreferaten und Arbeitsgruppen als eine der entscheidendsten Fragen der Kirchen immer wieder auftauchte, war das Thema "Lebensstil". Wir haben uns deshalb entschlossen, in unserem gemeinsamen Bericht das Hauptaugenmerk auf die Infragestellung unseres Lebensstils zu richten. Die dringende Notwendigkeit, daß sich industrialisierte Länder und Entwicklungsländer, Reiche und Arme in jedem Land, sowie die Menschen mit Gottes Schöpfung als ganzer versöhnen, zwingt die Kirchen dazu, ihre Glieder zu ermutigen, gerade ihren Lebensstil zu überdenken. Eine zukunftsfähige Gesellschaft erfordert zukunftsfähige Lebensstile.

Wir legen den Kirchen und allen, die die Sorge um die Zukunft unseres Planeten teilen, diese Erklärung vor und hoffen, daß die Herausforderungen mit praktikablen Handlungsvorschlägen beantwortet werden.

Wir beendeten unsere Konsultation am 24. Juni, dem Tag, an dem christliche Kirchen sich der Geburt Johannes des Täufers erinnern, des Propheten, der das Kommen Jesu Christi, unseres Herrn und Heilandes ankündigte. Sein Zeugnis der Umkehr und Läuterung ist heute von besonderer Bedeutung, weil, wie schon die Europäische Ökumenische Versammlung in Basel mit Nachdruck betonte, wir nur durch einen fundamentalen Wandel (metanoia) Lösungen für unser Leben finden werden.


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