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Herausforderung


8. Wir Christen und Kirchen Europas stellen uns diesen Herausforderungen im Bewußtsein unserer Schwäche und der Schande unserer Spaltung. Wir können keine einfachen Lösungen anbieten. Was uns bewegt, ist unsere christliche Vision der Versöhnung. Das Geschenk der Versöhnung in Christus spornt uns an zum Engagement für:

- die Verkündigung und Vermittlung des Evangeliums an die Völker Europas, daß Gott Christus die Welt mit sich versöhnte. (Kor 5,18);

- die unermüdliche Verfolgung des Ziels der sichtbaren Einheit; wir sollten unsere Spaltungen in diesem Kontext überprüfen und uns fragen, ob sie das Ergebnis der Vielfalt waren, die damals als spaltend empfunden wurde, heute aber als bereichernd gesehen wird;

- die Einleitung eines Prozesses der Vergangenheitsbewältigung im Geist historischer Wahrheit;

- die Förderung der Zusammenarbeit in allen Bereichen einschließlich der Mission und des offenen Dialogs sowie die Vermeidung eines zerstörerischen Wettbewerbsdenkens unter gegenseitiger Achtung der Gewissensfreiheit;

- die Bekräftigung des gleichen Status und der gleichen Rechte von Minderheitskirchen und Völkern;

- die Unterstützung der Versöhnungsarbeit lokaler Verbände, öffentlicher Institutionen und europäischer Körperschaften;

- die Fortführung ernsthafter interreligiöser Dialoge, im Bewußtsein, daß selbst in Europa Einzelne und Kirchen immer noch um ihres Glaubens willen leiden; - die Abhaltung ökumenischer Treffen auf lokaler und regionaler Ebene zur Weiterentwicklung der in Graz gesammelten Erfahrungen;

- jungen Leuten die ökumenische Vision für die Zukunft anzuvertrauen und den konziliaren Prozeß für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung fortzuführen.

Die Kirchen verpflichten sich

- zur eindeutigen Erklärung und Wahrung der Menschenrechte und demokratischen Prozesse:

- zur Zusammenarbeit beim Versuch, alle Formen von Gewalt, insbesondere gegen Frauen und Kinder, zu ächten;

- zur Bekämpfung aller Formen der Diskriminierung innerhalb der Kirchen;

- zur Förderung der Stellung und Gleichberechtigung der Frauen in allen Bereichen einschließlich entscheidungstragender Funktionen, unter Einhaltung der je eigenen Identitäten von Männern und Frauen;

- zur Bekräftigung ihres Engagements für soziale Gerechtigkeit und ihrer Solidarität mit den Opfern sozialer Ungerechtigkeiten;

- zur Unterstützung der Umweltpolitik in ihren eigenen Aktionsfeldern;

- zur Bekämpfung wirtschaftlicher Systeme, die sich im Zuge der Globalisierung negativ auswirken.

Aufgrund unseres Engagements für diesen Versöhnungsprozeß fordern wir die politischen Entscheidungsträger und alle Bürgerinnen und Bürger dringend auf:

- die Würde der menschlichen Person und die Heiligkeit des menschlichen Lebens zu schützen;

- den Vorrang der menschlichen Person gegenüber wirtschaftlichen Interessen wieder herzustellen oder aufrechtzuerhalten; d. h. unter anderem Arbeitslosigkeit, insbesondere unter jungen Menschen, zu bekämpfen;

- sich für die Würde und den Schutz der Rechte von Flüchtlingen, Migranten und Vertriebenen einzusetzen und das Recht von Flüchtlingen auf Asyl und die freie Wahl ihres Wohnortes aufrechtzuerhalten;

- Abrüstung und die Entwicklung gewaltfreier Wege zu unterstützen und sich umgehend für Verhandlungen zur umfassenden Zerstörung der Atomwaffen gemäß dem Atomwaffensperrvertrag einzusetzen;

- im biblischen Geiste des Jubiläums die nicht rückzahlbaren Schulden der ärmsten Länder mit dem Jahr 2000 zu erlassen und dabei sicherzustellen, daß das einfache Volk der Hauptbegünstigte dieser Maßnahme ist;

- die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um den gegenwärtigen Trend zu Umweltzerstörung und Ausbeutung der natürlichen Ressourcen der Welt umzukehren und nachhaltige Lebensbedingungen für die gesamte Schöpfung zu schaffen.

9. Wir bekräftigen unsere Überzeugung, daß die ethische Dimension der Gerechtigkeit im Bereich der Politik, der Wirtschaft, der Technik und der Massenmedien eine unverzichtbare Rolle spielt, wodurch Versöhnung im Leben aller Menschen Realität werden kann.

10. Die Versöhnung als Gabe Gottes und Quelle neuen Lebens ermutigt uns, mit unseren Schwestern und Brüdern, die aufgrund von Vorurteilen hinsichtlich Rasse, Geschlecht, ethnischer Abstammung, Alter und Religion verfolgt und ausgegrenzt werden, beim Aufbau einer wahrhaft humanen Gemeinschaft zusammenzuarbeiten. Der Geist der Versöhnung erfordert, daß wir egozentrischem Individualismus mit der Erkenntnis begegnen, daß Unterschiede eine Gabe sind, die uns dabei hilft, die wundervolle Vielfalt Gottes einzigartiger Schöpfung zu entdecken.

11. Als europäische Kirchen und Christen sind wir entschlossen, unsere Solidarität mit den Bedürftigen, den Ausgegrenzten und Ausgestoßenen unserer Welt nachdrücklicher zu bekunden. Jeder Mensch ist ein Bruder oder eine Schwester, für den/die Christus gestorben und auferstanden ist. Jeder Mensch ist nach dem Bild des Dreieinigen Gottes geschaffen.

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