Neue Praxis ökologischer Verantwortung, jetzt und im Hinblick auf kommende Generationen
5.1 Wir empfehlen den Kirchen, die Bewahrung der Schöpfung als Bestandteil des
kirchlichen Lebens auf allen seinen Stufen zu betrachten und zu fördern. Das
könnte auch durch einen gemeinsamen Tag der Schöpfung geschehen, wie er vom
ökumenischen Patriarchat gefeiert wird. Begründung: Es kommt angesichts
der Bedeutung der ökologischen Problematik für die Zukunft der Menschheit
darauf an, in den Kirchen das Bewusstsein dafür zu wecken und zu stärken, dass
das Engagement für die Bewahrung der Schöpfung kein beliebiges Arbeitsfeld
neben vielen anderen darstellt, sondern eine wesentliche Dimension kirchlichen Lebens
bilden muss. 5.2 Wir empfehlen den Kirchen, die Entwicklung eines Lebensstils zu
fördern, der an den Kriterien der Nachhaltigkeit und sozialer Gerechtigkeit
ausgerichtet ist, und alle Bestrebungen zu unterstützen, die auf eine Wirtschaft
abzielen, die den gleichen Massstäben genügt.
Begründung: Ökologische Verantwortung muss sowohl das persönliche als auch
das politische und wirtschaftliche Handeln bestimmen. Mit Blick auf das Kriterium der
Nachhaltigkeit kommt dabei dem Einsparen von Energie und der Erschliessung und Nutzung
erneuerbarer Energieformen unverändert grosse Bedeutung zu. Christinnen und Christen
sollten sich, unterstützt von ihrer Gemeinde und ihrer Kirche, um einen vorbildlichen
Lebensstil bemühen, der verdeutlicht, dass es möglich ist, sich von
Konsumzwängen zu befreien und auf wirkliche Lebensqualität Wert zu legen.
5.3 Wir empfehlen den Kirchen, sich dem Agenda 21-Prozess anzuschliessen und ihn mit dem
ökumenischen bzw. konziliaren Prozess für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung
der Schöpfung zu verbinden.
Begründung: Die Agenda 21 bietet eine international vereinbarte Handlungsgrundlage,
die wichtige gemeinsame Merkmale mit dem JPIC-Prozess aufweist und besonders die
Zusammenarbeit mit gesellschaftlichen und politischen Kräften auf lokaler und
kommunaler Ebene anregen und organisieren mithelfen kann.
5.4 Wir empfehlen KEK und CCEE, ein europäisches Netz von Umweltverantwortlichen
einzurichten und bei ihren Aktivitäten als Partner anzuerkennen.
Begründung: Um das Anliegen der Bewahrung der Schöpfung im Leben der Kirchen zu
verankern und politisch wirksam werden zu lassen, bedarf es der institutionellen
Absicherung fachlicher Kompetenz. Daher sollten die Mitgliedskirchen der KEK und die
CCEE-Bischofskonferenzen eigene Verantwortliche für Umweltfragen ernennen und für
ihre Vernetzung eine geeignete Organisationsform schaffen, die sie als Kooperationspartner
nutzen.
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