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Themenbereich 3: Versöhnung suchen Leben gewinnen unter den Völkern und Nationen in Europa


Bericht der Arbeitsgruppe 3.1
"Normalität ist noch keine Aussöhnung"

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Im Verhältnis zwischen den Deutschen und ihren östlichen Nachbarn - so jedenfalls den Polen - ist bereits eine gewisse Normalität erreicht. Wir stellen dankbar fest, daß sie aufgebaut auf vielfältigen Aktivitäten und Ansätzen für Versöhnung, die von den Kirchen initiiert und getragen wurden und werden. Hier ist unter vielen Ansätzen besonders das deutsch-polnische Jugendwerk als Beispiel für gelungenen Jugendaustausch zu nennen. "Normalität" ist als Schritt im Prozeß zur Versöhnung nicht geringzuschätzen. Versöhnung stellt aber aus christlicher Sicht eine andere Dimension dar.

Kirche kann einen Raum bieten , in dem Menschen über die Grenzen hinaus zusammenkommen und sich kennen und verstehen lernen.

Es fehlen weitgehend Kenntnisse und Interesse an der jeweils anderen Geschichte, Eigenarten, Sensibilität und Perzeptionen bis hin zur Sprache. Die Geschichte unserer Völker zeigt Perioden gelungener Gemeinsamkeit wie auch tiefer Schuldverstrickung.

Wir haben den Eindruck, daß sich Identität in den betroffenen Völkern auf beiden Seiten z.T. auf Abgrenzung und Ausgrenzung von "Anderen" stützt; dies schlägt bis in geltende Begriffe der Staatsbürgerschaft durch. Demgegenüber steht die junge Generation zunehmend vor der Herausforderung eines eher kosmopolitischen Selbstverständnisses. Zusammen mit einem aufkommenden Regionalismus kann dies einem engführenden Verständnis von Nationen entgegenwirken.

Eine Frage ist, wie wirkliche Solidarität im kommenden Europa aussehen muß.

Das Wohlstandsgefälle von West nach Ost wirkt sich in vielfältiger Weise aus; exemplarisch sehen wir das am Problem des Frauenhandels und der Zwangsprostitution.

Bekennen

Auch wenn wir selbst nicht persönlich an Unrecht beteiligt waren, das einem anderen Volk im Namen unseres Volkes angetan wurde, stehen wir doch in seiner Wirkungsgeschichte und haften für die Folgen. Dies gilt in spezifischer Weise im Hinblick auf die Nachbarvölker der Deutschen - die Polen und die Tschechen.

Schritte auf dem Weg zur Versöhnung sind zwischen Deutschen und Polen weit früher und in größerem Umfang gelungen als im Verhältnis zu den Tschechen. Ihnen wurde auch ein anderes Gewicht zugemessen. Hinzu kommt, daß die innergesellschaftliche Entwicklung Polens in den letzten Jahrzehnten freier verlief und dadurch die Kirchen das Gespräch eher aufnehmen konnten. Hierbei hatte die politische und völkerrechtliche Anerkennung von Polens Westgrenze eine erhebliche Wirkung.

Aufgrund mangelnder ökumenischer Zusammenarbeit waren uns die Vorarbeiten auf dem Weg zur Versöhnung von Tschechen und Deutschen, die in den je anderen Kirchen auch des eigenen Volkes geleistet wurden, oft nicht bekannt.

Dankbar nehmen wir vielversprechende Zeichen der Zusammenarbeit und Versöhnung wahr wie das gemeinsame Wort der tschechischen und deutschen Bischöfe zum 50. Jahrestag des Kriegsendes und die an uns Deutsche gerichteten Worte von V‡clav Havel sowie die Stellungnahme des Synodalrats der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder um Vergebung. Unter dem Motto "Versöhnung: Gabe Gottes - Quelle neuen Lebens" findet im September dieses Jahres ein euroregionaler, ökumenisch ausgerichteter Kirchentag in Cheb/Eger als Schritt im Konziliaren Prozeß im Vorfeld der Versammlung von Graz statt; dabei soll die Aussöhnung zwischen Tschechen und Deutschen im Mittelpunkt der Veranstaltungen stehen.

Zugleich sehen wir aber, daß in unserem Land auf der politischen und gesellschaftlichen Ebene bisher noch wenig Bereitschaft besteht, die uns zu Versöhnung und Vergebung entgegengestreckte Hand zu ergreifen.

Ungelöste Probleme reißen immer wieder Gräben auf. Versöhnung verlangt aber neben der Erinnerung - Erinnerung gerade und vor allem daran, was der anderen Seite widerfahren ist - die Bereitschaft, aus den Wagenburgen der Rechtspositionen und Aufrechnungen auszubrechen.

Gerade im Verhältnis zwischen deutschen und Tschechen sehen wir, wie wichtig auf beiden Seiten Geduld und Toleranz im Umgang miteinander sind. Dies zeigt die Notwendigkeit, daß insbesondere die Christen im Versöhnungswerk fortfahren und den Dialog nicht abreißen lassen.

Handeln

Mit Blick auf uns selbst fordern wir:

Wir wollen uns für unsere Nachbarn interessieren, die Geschichte unserer Nachbarn, ihre Eigenarten, Traditionen und Kultur, vielleicht auch ihr Sprache kennenlernen. Wir wollen unsere Begegnungen zum Abbau von Stereotypen und Vorurteilen nutzen.

Partnerschaften sollen über den Ort der Begegnung hinausstrahlen und genutzt werden für

  • Ausbau von Kenntnissen
  • Weitergabe von Information
  • einen lebendigen Dialog und
  • das Respektieren und Annehmen der je anderen Identität

Wir wollen Neugierde insbesondere auch bei der nachwachsenden Generation wecken. Den guten Ansätze kirchlicher Bildungsarbeit zur Verbreitung von Kenntnissen über unsere Nachbarn sollte noch mehr Raum gegeben werden.

Mit Blick auf die Kirche fordern wir:

Wir wollen über die nationalen Grenzen hinweg aneinander denken und für einander beten. Gottesdienste und Gedenkstunden zum 3. Oktober sollen nicht mehr ohne Einladung an Menschen aus Ländern erfolgen, die unter uns gelitten haben.

Wir empfehlen dringend einen lebendigen Informationsaustausch zwischen den Kirchen und christlichen Gruppen über geleistete und zukünftige gemeinsame Arbeit auf dem Weg zur Versöhnung.

Der Beitrag des Kontaktausschusses des Polnischen Ökumenischen Rats und der EKD soll im Hinblick auf die Europäische Versammlung von Graz ökumenisch fruchtbar gemacht werden. Qualifizierte Partnerschaften auf allen Ebenen, wie freiwillige soziale Dienste und Friedensdienste, sollen gefördert werden; dabei sollen die Kirchen die Initiativen Einzelner und einzelner Gruppen pflegen, fördern und diese Erfahrungen nutzen. Im Leben dieser Partnerschaften ist besonders Sensibilität gefordert, damit nicht neue Abhängigkeiten entstehen oder empfunden werden.

Kooperation in der Aus- und Fortbildung hauptamtlicher sowie bei der Weiterbildung ehrenamtlicher Mitarbeiter muß besonders gefördert werden.

Mit Blick auf die Politik fordern wir:

Wir drängen auf eine politische Entscheidung und vertragliche Regelung im Verhältnis zwischen Deutschen und Tschechen und hoffen, daß es gelingt, dabei den berechtigten Anliegen sowohl der Tschechen als auch der vertriebenen Sudetendeutschen gerecht zu werden.

 

Bericht der Arbeitsgruppe 3.2
"Konflikte zur Versöhnung nutzen - Rolle und Aufgaben von Friedensdiensten"

Die Überlegungen der Arbeitsgruppe 3.2 "Konflikte zur Versöhnung nutzen - Rolle und Aufgaben von Friedensdiensten" stützen sich auf den Bundesschluß der Teilnehmenden der Weltversammlung von Seoul 1990. Dort wurden Christen und Kirchen aufgefordert, für eine "Kultur aktiver und lebensfreundlicher Gewaltfreiheit" einzutreten, "nicht als Flucht vor Gewalt und Unterdrückung, sondern als Einsatz für Gerechtigkeit und Befreiung". In vielen Kirchen hat dieser Bundesschluß positive Resonanz gefunden. Insbesondere die Friedensdienste haben den konziliaren Prozeß für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung als Rahmen ihres Handelns verstanden und Schritte zu einer Kultur der Gewaltfreiheit entwickelt. Unter der Verheißung der Versöhnung tragen sie bereits jetzt dazu bei, in Kirche und Gesellschaft friedensfördernd zu wirken. Vor allem lenken sie den Blick auf die Chancen von Verständigung und Versöhnung, Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte und Schuldbekenntnis sowie die Möglichkeit ziviler Konfliktbearbeitung. Jetzt ist es dringend notwendig, daß die Friedensdienste unterstützt und entschlossen ausgebaut werden.

  1. Friedensdienste sind bisher am Rande der Kirchen tätig, obwohl sie im Zentrum des Auftrags der Kirche stehen. Sie gehören zukünftig in das Zentrum christlichen Engagements.
    Der Versöhnungsauftrag der Kirche hat nach 2. Kor 5,17-21 seinen Grund in der Zusage Gottes, der die Welt mit sich selbst versöhnt hat. "Darum, ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur, das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu geworden." Aus dieser Neuschöpfung Gottes folgt für alle Christen der Auftrag zum Dienst der Versöhnung. Obwohl dieser Auftrag für die Kirchen zentrales Anliegen ist, werden die Friedensdienste bisher meist von Initiativgruppen und Organisationen getragen, die am Rande der Kirchen stehen. So wird ihre Tätigkeit bisher nur unzulänglich personell und finanziell von den Kirchen unterstützt. Da hier aber zentrale Aufgaben des Auftrags der Kirche übernommen werden, gehören die Friedensdienste auch zum Zentrum kirchlicher Arbeit.
  2. Die Option für Gewaltfreiheit einzulösen ist ureigene Aufgabe der Kirche und entspricht ihrem Wesen. Dies schließt ethische und moralische Konsequenzen ein.
    Es gehört zum Kirchesein der Kirche Jesu Christi, daß sie sich für die gewaltfreie Lösung von Konflikten einsetzt. Diese Begründung der Option für Gewaltfreiheit wird in den Texten früherer ökumenischer Versammlungen immer wieder herausgestellt. Trotz unterschiedlicher Traditionen in unseren Kirchen können wir sagen: Es geht dabei nicht nur um die Ebene ethisch - moralischer Entscheidungen, bei denen Güterabwägung immer eine Rolle spielt, sondern um die vorrangige Verpflichtung der Kirche für gewaltfreie Konfliktlösungen. Deshalb wurde bei den ökumenischen Versammlungen die Förderung von Friedensdiensten als Instrument dieser vorrangigen Option für Gewaltfreiheit der Kirche immer wieder eingefordert (Stuttgart 3.5, S.102, Dresden: Friedenserziehung, 21; Basel Nr. 80; Seoul: Grundlegung VI, Bundesschluß II).
  3. Bei der gegenwärtig verschärften Prioritätendiskussion in den Kirchen muß die Vorrangigkeit der Option für Gewaltfreiheit zu Konsequenzen führen. Dies gilt für den personellen, finanziellen und strukturellen Bereich.
    Friedensdienste sind der Sache nach längst Aufgabe der Kirchen. Dennoch sind die Ressourcen, insbesondere die Ausstattung mit Finanzmitteln, knapp und drohen knapper zu werden. Indem den Friedensdiensten mehr Unterstützung zuteil wird, werden die Kirchen den neuen Herausforderungen gerecht. So kann im Rahmen einer Prioritätendiskussion gewagt werden, Schwerpunkte kirchlicher Arbeit anders zu setzen. Die vorrangige Option für Gewaltfreiheit muß dann für die Kirchen auch personelle, finanzielle und strukturelle Konsequenzen haben.
  4. In Ergänzung der bestehenden Friedensdienste zum sozialen Lernen, in der lokalen und regionalen Friedensarbeit und zur Friedenserziehung sind zusätzlich längerfristige Friedensfachdienste zur zivilen Konfliktbearbeitung einzurichten.
    Die neuen Friedensfachdienste sollen dafür eigens qualifizierte Männer und Frauen zur zivilen Konfliktbearbeitung im In- und Ausland zur Verfügung stellen. Aufgaben wären im wesentlichen Konfliktprävention, -beobachtung, -vermittlung und -nachsorge. Dabei ergibt sich die Notwendigkeit der Abstimmung mit anderen beteiligten Institutionen und Organisationen.
  5. Diese längerfristigen Friedensfachdienste müssen aufgrund neuer friedenspolitischer Herausforderungen vorrangig eingerichtet werden.
    Friedensfachdienste müssen aufgebaut werden unter Mitarbeit von Personen, die bereits jetzt in den Handlungsfeldern soziales Lernen, Bildung und regionale Friedensarbeit einschließlich der Basisinitiativen Erfahrungen mit Konfliktbearbeitung sammeln. Vorrang haben Friedensfachdienste, angesichts vielfältiger gesellschaftlicher, innerstaatlicher und zwischenstaatlicher Konflikte. Hier müssen die Kirchen jetzt konkrete eigene Beiträge leisten, um Erfahrungen vorweisen zu können, die in die politische Debatte eingebracht werden können mit dem Ziel, staatliche Unterstützung dieser Friedensfachdienste zu erreichen.
  6. Die Zusammenarbeit aller Kirchen in Sachen Friedensdienst soll verbessert werden. Vorhandene Ansätze zu Friedensdiensten sollen in allen Kirchen ausgebaut werden.
    Die Verbesserung der ökumenischen Zusammenarbeit beim Aufbau von Friedensdiensten ist unerläßlich. Bereits existierende Anfänge ökumenischer Zusammenarbeit auf dem Feld der Friedensdienste müssen intensiviert werden.

Der Einsatz für den Frieden und für friedensfördernde Maßnahmen gehört zum Wesensauftrag christlicher Kirchen. In ihrer vorrangigen Option für die Gewaltfreiheit haben die Kirchen eine besondere Verantwortung für den Aufbau und den Ausbau christlicher Friedensdienste.

In Ergänzung bestehender Initiativen für soziales Lernen, Friedenserziehung und von lokaler und regionaler Friedensarbeit sollen in ökumenischer Zusammenarbeit Friedensfachdienste zur zivilen Konfliktbearbeitung eingerichtet werden. Ihre modellhafte Wirkung in Staat und Gesellschaft hinein, setzt eine verstärkte strukturelle, personelle und finanzielle Förderung durch die Kirchen voraus. Nur so kann langfristig eine Unterstützung des Staates für diese kirchlichen Initiativen erwartet werden.

Der Text wurde einstimmig von der Arbeitsgruppe verabschiedet.

Mitglieder der Arbeitsgruppe waren:
Dr. Klaus Achmann (röm.-kath.), Ute Caspers (Religiöse Gesellschaft der Freunde), Ulrich Frey (evang.), Dr. Gertrud Gumlich (evang.), Uwe Koch (evang.), Cordelia Kopsch (evang.), Wolfang Kraus (menn.), Michael Martin (evang.), Peter Michaelis (evang.), Hedwig Mohrs (röm.-kath.) und Hubert Tintelott (röm.-kath.); Berater: Jochen Garstecki (Generalsekretär, Pax Christi).

 

Bericht der Arbeitsgruppe 3.3
Glaube und nationale Identität - Chancen und Gefahren

Der Zusammenhang von Glaube und nationaler Identität war uns lange kaum bewußt. In Deutschland haben wir ein gebrochenes Verhältnis zur Nation. Dies ist aus den Erfahrungen in den unterschiedlichen Geschichtsabschnitten, spätestens seit 1871 und besonders aus der Zeit des Nationalsozialismus begründet. Seit 1989 steht die Frage erneut auf der Tagesordnung. Nationalistische Kräfte sind gegenwärtig auch in Deutschland Auslöser von gewalttätigen Auseinandersetzungen.

Ratlos beobachten wir in Europa und weltweit eine Zunahme von Nationalitätenkonflikten, die in Gewalt und Krieg eskalieren. Christliche Kirchen sind in unterschiedlicher Weise davon betroffen, darin verstrickt oder daran beteiligt.

Wir fragen nach Elementen, die bei der Ausbildung nationaler Identität mitwirken. Einige sind: Geschichte, Tradition, Sprache, Heimatgefühl, Religion, Kultur, Riten, Bräuche, Feste, Ideen, aber auch Fahnen und Sport.

Diese Elemente werden unterschiedlich erfahren und gewichtet, z.B. zwischen Frauen und Männern. Das läßt uns feststellen: Nationen sind keine Naturgegebenheiten, sondern geschichtlich gewordene Größen.

Auch in diesem Zusammenhang spielt der christliche Glaube eine wertevermittelnde und lebensdeutende Rolle. Zugleich vermag er aus nationalistischen Verengungen herauszuführen, weil er das Erfahrungsgeflecht einer Nation mit der Predigt vom Reich Gottes konfrontiert und damit horizonterweiternd wirkt.

Mit den Erkenntnissen der Ökumenischen Versammlungen von Dresden, Stuttgart und Basel betonen wir: Als Kirchen haben wir uns in Schuld verstrickt, wo wir in unserer Geschichte Staat und Nation höher geachtet haben als den Leib Christi, dessen Glieder wir zu allererst sind. Eine Nation ist für uns kein religiöser Wert, aber Gegenstand unserer Verantwortung.

Darum gilt für uns Christen als erstes Gebot der Gehorsam gegenüber Gott, der uns zur Nächstenliebe und zur Solidarität mit allen Geschöpfen Gottes verpflichtet. Die Loyalität gegenüber der eigenen Nation muß auch zurücktreten gegenüber der Achtung der Menschenrechte.

Christen ist das Gebet für ihren Staat und seine Regierenden aufgetragen. Dabei bleibt es eingebunden in die Sorge um Gerechtigkeit und Frieden für alle Völker und den Bewahrungswillen gegenüber der ganzen Schöpfung.

Aus diesen Erkenntnissen ziehen wir folgende Konsequenzen:

  1. Die Kirchen haben ein Wächteramt, das sie beauftragt, nationale Entwicklungen an den Maßstäben des Evangeliums zu messen. Dabei können die weltweiten Beziehungen der Christen zielgerichtet genutzt werden.
  2. Wir machen Mut, sich der eigenen Geschichte schonungslos zu stellen. Das soll helfen, Ursachen für Spannungen mit anderen Völkern zu erkennen und zu überwinden.
  3. Wir widersprechen aus unserem Glauben an die Gottesebenbildlichkeit aller Menschen jeder Selbstüberhebung einer Nation oder eines Volkes.
  4. Die Botschaft von der Versöhnung befähigt uns zu einer realen Sicht des Menschen und seiner Schuldverstrickung. Dies gilt auch im Blick auf Nationen. Wir ermutigen darum dazu, Schuld und Kränkungen wahrzunehmen und zu bekennen. Für versöhnendes Handeln einzutreten ist nicht nur Aufgabe des Einzelnen, sondern auch von Kirchen und Nationen.

Handlungsvorschläge:

  1. Bei Gottesdiensten an nationalen Feiertagen (3. Oktober, 27. Januar, 8. Mai) sollten Vertretungen aus Nachbarländern eingeladen werden. In jedem Fall sollten sie so gehalten werden, daß Gäste dabei sein könnten.
  2. Partnerschaftshilfe der Kirchen in Europa sollte offengehalten werden für eine Hilfe über die eigene Konfession hinaus.
  3. Ökumene vor Ort schließt Christinnen und Christen anderer Nationalitäten und Kulturen ein. Ihnen müssen Räume gegeben werden, um Gottesdienste in ihrer Sprache und Liturgie zu feiern. Sie müssen sich auf die Anwaltschaft deutscher Christen für sie in der Öffentlichkeit verlassen können.
  4. Aus Mangel an Zeit konnten wir nicht mehr behandeln:
    • Die Möglichkeit doppelter Staatsangehörigkeit
    • Gemeinsame Geschichtskommissionen mit Nachbarländern
    • Nichtaggressive Darstellung nationaler Identität. (z.B. bei Staatsempfängen)

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