13. Februar 1986
Der Stadtökumenekreis Dresden bittet die Kirchen im Gebiet der DDR, im
Vorfeld der europäischen Versammlung und einer Weltkonvokation eine ökumenische
Versammlung der Christen und Kirchen für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung
der Schöpfung einzuberufen.
25. Februar 1987
Die Mitgliederkonferenz der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der
DDR (AGCK) nimmt den Vorschlag des Stadtökumenekreises auf und lädt
die Kirchen zu einer ökumenischen Versammlung und zu ihrer gemeinsamen
Vorbereitung ein.
24. Juni 1987
Die Vorbereitungsgruppe beginnt ihre Arbeit, nachdem 18 Kirchen und kirchliche
Gemeinschaften die Einladung zur Ökumenischen Versammlung angenommen haben.
Oktober 1987
Mit dem Aufruf »Eine Hoffnung lernt gehen«wendet sich die Vorbereitungsgruppe
an die Gemeinden, sich mit Vorschlägen an der Vorbereitung der Ökumenischen
Versammlung zu beteiligen.
1. Dezember 1987
Die Berliner Bischofskonferenz beschließt die Teilnahme der Römisch-Katholischen
Kirche an der Ökumenischen Versammlung durch ihr offizielles Organ »Justitita
et Pax«.
Januar 1988
Bis Ende Januar gehen ca. 10 000 Vorschläge zu den Themenschwerpunkten
Gerechtigkeit, Frieden und Schöpfungsbewahrung von einzelnen, Gruppen und
Gemeinden beim Dresdner Sekretariat der Ökumenischen Versammlung ein.
Dezember 1987 bis Januar 1988
Drei Arbeitsgruppen stellen zur inhaltlichen Vorbereitung Aussagen der beteiligten
Kirchen zu den Themenschwerpunkten zusammen und bereiten die Vorschläge
aus den Gemeinden für die Behandlung in der 1. Vollversammlung vor.
12. bis 15. Februar 1988
Die Ökumenische Versammlung tritt mit 150 Delegierten aus 19 Kirchen und
kirchlichen Gemeinschaften zur 1. Vollversammlung in Dresden zusammen. Nach
der Eröffnung und Konstituierung (Wahl eines Präsidiums und Klärung
der Verfahrensregeln) werden in öffentlicher Sitzung neun »Zeugnisse
der Betroffenheit« vorgetragen. Aufgrund der bisherigen Aussagen der Kirchen
und der Vorschläge aus den Gemeinden beschließt die Vollversammlung
die Einsetzung von 13 Arbeitsgruppen.
Am Abend des 13. Februar - dem Gedenktag an die Zerstörung Dresdens - verbinden
sich die Teilnehmer der Versammlung mit den Dresdner Gemeinden zu einem Ökumenischen
Friedensgottesdienst in der Kreuzkirche.
Ein Tag- und Nachtgebet in der Christuskirche und ein Begegnungszentrum für
interessierte Gemeindeglieder und Gruppen in der Versöhnungskirche begleiten
die Arbeit der 1. Vollversammlung.
März bis September 1988
Die 13 Arbeitsgruppen, in denen fast alle Delegierten sowie die Beraterinnen
und Berater der ÖV mitarbeiten, erarbeiten 13 Textentwürfe für
die 2. Vollversammlung.
Auf vier evangelischen Kirchentagen im Juni werden die Themen des konziliaren
Prozesses in vielfältiger Weise aufgegriffen, diskutiert und vertieft.
8. bis 11. Oktober 1988
Die Ökumenische Versammlung tritt in den Räumen der evangelischen
Domgemeinde und der katholischen Propstei zu ihrer 2. Vollversammlung in Magdeburg
zusammen. Die Arbeitsgruppen legen der Versammlung ihre Ergebnisse vor, die
vom Plenum ausführlich beraten und danach von den Gruppen überarbeitet
werden. Neun Textentwürfe - zwei Texte wurden vereinigt - werden abschließend
zur Diskussion in den Gemeinden freigegeben, die restlichen drei Texte (3, 5,
9) sollen vor der Freigabe durch die Arbeitsgruppen überarbeitet werden.
Der ökumenische Eröffnungsgottesdienst, die Tagesgebete, das Friedensgebet
der Magdeburger Gemeinden und ein Begegnungszentrum unter dem Thema »Eine
Hoffnung geht lernen (!)« begleiten die Beratungen der Vollversammlung.
Die Versammlung wendet sich mit einem Brief an die Gemeinden, in dem sie zur
Diskussion und zu Stellungnahmen zu den vorgelegten Textentwürfen einlädt.
Oktober bis November 1988
In zahlreichen Städten des Landes finden Foren statt, auf denen über
die Magdeburger Versammlung berichtet und die Textentwürfe vorgestellt,
erläutert und diskutiert werden. Die Textentwürfe werden in ca. 10
000 Exemplaren vervielfältigt und versandt.
12. Dezember 1988
Das Präsidium der ÖV gibt die drei überarbeiteten Textentwürfe
(3, 5, 9) zur Diskussion in den Gemeinden frei.
Januar bis Februar 1989
Bis Ende Februar gehen ca. 1400, zum Teil sehr ausführliche Stellungnahmen
aus den Gemeinden, von einzelnen und Gruppen, im Dresdner Sekretariat ein.
Gleichzeitig finden zu Textentwürfen durch die Arbeitsgruppen Anhörungen
von Fachleuten aus dem säkularen Bereich statt.
Februar bis März 1989
Die Arbeitsgruppen überarbeiten aufgrund der eingegangenen Stellungnahmen
und geführten Gespräche die Textentwürfe für die abschließende
3. Vollversammlung.
26. bis 30. April 1989
Die ÖV tritt zur 3. Vollversammlung in Dresden zusammen. Nach dem Eröffnungsgottesdienst
in der Kathedrale nimmt die Versammlung wiederum in den Räumen der Christuskirche
ihre Beratungen auf. Zu den 12 überarbeiteten Textentwürfen liegen
der Vollversammlung 802 Abänderungsanträge der Delegierten, Beraterinnen
und Berater der ÖV vor. Zunächst entscheiden die Arbeitsgruppen über
die Einarbeitung der Änderungen. Danach werden die Texte in zwei Lesungen
vom Plenum der Versammlung beraten, und es wird über weitere Änderungen
der Texte beschlossen. Am Sonntagnachmittag werden in der abschließenden
Plenarberatung die 12 Ergebnistexte mit der erforderlichen Zwei-Drittel-Mehrheit
von der Vollversammlung angenommen.
Die Versammlung faßt einen Beschluß zur Weiterarbeit und nominiert
sechs Vertreter der ÖV für eine von der AGCK zu bildende Konsultativgruppe,
die die Rezeption und Weiterarbeit an den Themen des konziliaren Prozesses begleiten,
koordinieren und inspirieren soll.
Mit der Annahme eines Wortes der ÖV an die Gemeinden und eines Briefes
an die Kinder beschließt die Versammlung ihre Beratungen.
Ein Tag- und Nachtgebet und eine kleine Begleitgruppe, die die Tagung in Gebeten,
Gesprächen und Begegnungen begleitet, sowie ein umfangreiches Begleitprogramm
in vier Begegnungszentren in Dresdner Gemeindehäusern unter dem Leitgedanken
»Wie geht es weiter?« umgeben die Beratungen der Vollversammlung.
Der Abschlußgottesdienst in der Dresdner Kreuzkirche versammelt die Delegierten,
Beraterinnen und Berater und die ökumenischen Gäste mit den Teilnehmern
der Begegnungszentren und vielen Dresdnern zu einer großen, dankbaren
Gemeinde. Im Gottesdienst werden die Ergebnisse der ÖV an die Vertreter
der Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften übergeben. Die Entgegennahme
der Ergebnisse, sagt der Vorsitzende der AGCK, Kirchenpräsident Dr. Natho
den Delegierten, ist »Ausdruck des Dankes für Ihre Arbeit, Ausdruck
der Freude über ein Ergebnis und Ausdruck des Willens, an der Sache weiterzuarbeiten«
Der Gottesdienst, in dem das Wort an die Gemeinden und das Wort an die Kinder
verlesen werden und ein großes Netz als Symbol der Gemeinschaft geknüpft
wird, mündet nach neun »Zeugnissen des Engagements« in den
Friedensgruß, den die Teilnehmer des Gottesdienstes als Zeichen ihrer
Gemeinschaft in Christus miteinander austauschen.
12. bis 21 Mai 1989
Europäische Ökumenische Versammlung FRIEDEN IN GERECHTIGKEIT in Basel
6. bis 12. März 1990
Weltkonvokation für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung
in Seoul.