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12.4. Voraussetzungen für Engagement


(10) Information allein verändert das Bewußtsein und das Handeln nicht. Häufig werden sogar eindeutige Informationen von den Empfängern verharmlost und verdrängt. Damit Informiertheit zum Engagement führt, müssen verschiedene Voraussetzungen gegeben sein. Dazu gehören: - Verdeutlichung des staatlichen Interesses durch verstärkte Investititonen im Umweltbereich,

  • öffentliche und strenge Ahndung von Umweltvergehen;
  • spürbare gesellschaftliche Anerkennung des Umweltengagements der Bürger,
  • vielfältige Angebote und Organisationen hierfür.

(11) Besonders wichtig sind die Initiativen und Experimente von Umweltgruppen. Solche Gruppen stärken die Motivation und den Mut der Einzelengagierten und können Impulse für ihr gesellschaftliches Umfeld geben. Für Änderungen des Lebensstils (vgl. 8-Lebensweise) müssen neben der persönlichen Bereitschaft auch materielle Grundvoraussetzungen gegeben sein (zum Beispiel ein ausreichendes öffentliches Nahverkehrssystem, umweltfreundliche Haushaltschemikalien, vegetarisches Nahrungsmittelangebot ...).

(12) Als Christen glauben wir, daß unsere natürliche Umwelt Gottes Schöpfungsgabe ist und deshalb ihre Bewahrung eine Aufgabe für jeden Christen darstellt. Unser Glaube gibt uns Kraft und ermutigt uns zum Einsatz für die Schöpfung. Wir sehen die wachsende Kluft zwischen der uns zur Nutzung übergebenen guten Schöpfung Gottes und dem sich ständig verschlechternden Umweltzustand. Aber weil wir das Reich Gottes erwarten, sind auch aussichtslose Situationen nicht hoffnungslos. Von daher brauchen wir trotz erfahrener Ergebnislosigkeit unser Tun nicht aufzugeben. Die Sicht der Welt als Schöpfung schließt ein, die Geschöpfe nicht nur mit dem Verstand wahrzunehmen, sondern auch ein Verhältnis von Herzen zu ihnen zu haben. Information über Umweltfragen in der Verantwortung der Kirchen muß immer ethisch, emotional und existentiell begleitet sein. Christen müssen also auch über das Wunder des Daseins, über den Selbstwert alles Geschaffenen unabhängig von seinem Nutzwert, über die Würde selbst der »geringsten« Geschöpfe, über die Schönheit der Lebensformen reden. Sie sollten dies nicht nur mit prosaischen Worten, sondern auch im Lied, in der Liturgie, meditativ, erlebnisorientiert und in symbolischen Handlungen tun. Nur eine solche ganzheitliche Informationsvermittlung wird das Umweltbewußtsein bilden helfen, mit dem wir in der Umweltkrise bestehen und standhaft handeln können.

 

 

 

[(c) Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland e.V., Ludolfusstraße 2-4, 60487 Frankfurt am Main, Tel.:  (069) 24 70 27 – 0, Telefax: (069) 24 70 27 – 30, E-Mail:info@ack-oec.de]

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