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12.3. Erfordernisse


12.3.1. Für den Einzelnen

(4) Es ist die Aufgabe des Einzelnen, sich um Informationen zu bemühen, sie - soweit möglich - zu überprüfen, eigene Konsequenzen daraus zu ziehen und sie verantwortlich weiterzugeben. Wenn gesellschaftliche Angebote für Information und Engagement existieren, sollten Interessierte sie prüfen, bekanntmachen und gegebenenfalls entsprechende gesellschaftliche Funktionen übernehmen, selbst wenn die Handlungsspielräume in ihnen zunächst klein sind. Anfragen und Eingaben bei Dienststellen, Einrichtungen und Betrieben sind eine weitere Möglichkeit, Informationen zu gewinnen. Auch im persönlichen Lebensstil ist ein verantwortungsvoller und lebensdienlicher Umgang mit der Natur und den materiellen Gütern notwendig (vgl. 8-Lebensweise).
Durch diese praktische Vorbildwirkung kann besonders gut informiert und zur Ausprägung eines breiten Umweltbewußtseins in der Gesellschaft beigetragen werden. Der Einzelne hat ferner die Aufgabe und Chance, die Natur erlebnisorientiert, ursprünglich und vom Gefühl mitbestimmt wahrzunehmen. Besonders Kindern sollte die Möglichkeit gegeben werden, auf diese Art und Weise die Natur zu erleben.

12.3.2. Für die Kirchen, Gemeinden und Gruppen

(5) Die Weitergabe von Umweltinformationen ist auch legitime Aufgabe der Kirchen. Christliche Umweltverantwortung ist Diakonie an der leidenden Schöpfung und so, wie medizinisch-diakonisches Handeln Sachkunde erfordert, so auch ökologisch-diakonischer Einsatz. Diese Sachkunde kann auch im kirchlichen Raum vermittelt werden. Ebenso sind eigenständige Forschungen im Umweltbereich (zum Beispiel im Rahmen der kirchlichen Land- und Forstwirtschaft) möglich. Gegenwärtig stehen die Kirchen sogar noch vor einer zusätzlichen Aufgabe. Sie müssen durch ihr informierendes Handeln helfen, daß in der Gesellschaft bestehende Defizit an Umweltbewußtsein abzutragen. Besonders notwendig ist:

  • die Vermittlung von Grundkenntnissen im Umweltbereich und deren Verknüpfung mit der Verkündigung des Glaubens in der kirchlichen Aus- und Weiterbildung;
  • die Einbeziehung solcher Grundkenntnisse in die christliche Unterweisung;
  • die Erweiterung des Kirchlichen Forschungsheimes in Wittenberg zu einem für alle Kirchen offenen Umweltinformationszentrum, sowie dessen ökumenische Unterstützung;
  • die Einsetzung von hauptamtlichen beziehungsweise ehrenamtlichen Umweltbeauftragten, bei Berücksichtigung der jeweiligen Strukturen und Möglichkeiten der verschiedenen Kirchen.

(6) Wir bitten die Kirchenleitungen, sich diese Aufgabe zu eigen zu machen. Darüber hinaus sollte die Problematik der grenzüberschreitenden Schädigung der Umwelt in den grenzüberschreitenden Dialog der Kirchen einbezogen werden.
Notwendig für Gemeinden und Gruppen ist:

  • eine sach- und themenorientierte Arbeit der Umweltgruppen und deren Anerkennung in den Gemeinden;
  • ein verbesserter Informationsfluß zwischen diesen Gruppen und den Gemeinden (zum Beispiel durch ökumenische Gemeindeseminare, Umweltbibliotheken u. ä.).

Außerdem kann die kirchliche Presse durch eine verstärkte Aufarbeitung von Umweltthemen zu Information und Bewußtseinsbildung der Gemeinden beitragen.

12.3.3. Für die Gesellschaft

(7) Dringend erforderlich ist eine ausreichende, sachgerechte und ungeschminkte Information über ökologische Zusammenhänge und Probleme in der DDR. Informationen müssen wissenschaftlich begründet und allgemein verständlich sein sowie Zusammenhänge aufdecken. Sie müssen rechtzeitig erfolgen und leicht zugänglich sein. Die Information der Bevölkerung ist ebenso notwendig wie die der Fachleute. Erforderlich für unser Land sind gegenwärtig:

  • Mitteilungen über aktuelle Gefahrensituationen (zum Beispiel durch ein Smogalarmsystem),
  • Offenlegung der Pläne zur Evakuierung der Bevölkerung für den Fall einer Havarie in großtechnischen Anlagen,
  • eine umfassende Bestandsaufnahme der ökologischen Gesamtsituation in der DDR als Grundlage für Bewußtseinsbildung und politische Entscheidungsfindung;
  • Einbeziehung der Betroffenen in Entscheidungen über umweltbeeinflussende Maßnahmen (zum Beispiel öffentliche Diskussion über Einrichtung von Deponien);
  • Einführung der Möglichkeit einer gerichtlichen Nachprüfung von umweltrelevanten Entscheidungen;
  • intensivere und handlungsorientierte Umwelterziehung und -bildung;
  • Information über ökologisch bedeutsame Forschungs- und Entwicklungsergebnisse.

(8) Wir bitten die Kirchenleitungen, in ihren Gesprächen mit der Regierung sich für die Realisierung dieser Vorschläge einzusetzen. Gleichzeitig bitten wir, sich dafür einzusetzen, daß Geheimhaltungsbestimmungen und Vertuschungspraktiken, die eine öffentliche Diskussion verhindern, aufgehoben werden. Das gilt auch für die übertriebene Schweigepflicht für Fachleute.

(9) Von den gesellschaftlichen Organisationen, den Parteien, den Politikern und den Mitarbeitern des Staatsapparates, von der Volksbildung, dem Hochschulwesen, dem Gesundheitswesen, den Autoren und Verlagen, den Künstlern und Kulturzentren, dem Kulturbund, der Urania, den Massenmedien, den Forschungseinrichtungen und der Wirtschaft ist zu erwarten, daß sie ihre Verantwortung wahrnehmen und Umweltinformation stärker und besser weitergeben.

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