12.2. Argumente für Offenheit
(3) Umweltprobleme werden gegenwärtig in der DDR noch vielfach vor der
Öffentlichkeit verschwiegen oder verharmlost.
- Eine offene Darlegung der Umweltsituation würde Klarheit und Verständnis
bringen. Weil sie ein Ausdruck von Ehrlichkeit wäre, würde sie die
Achtung vor dem Staat langfristig eher vergrößern als verkleinern
- auch wenn diese Offenlegung wenig Erfreuliches zu Tage fördern würde.
- Informationen über kritische Umweltzustände in der DDR gelangen
häufig nur durch westliche Medien zu uns. Das ist unbefriedigend. Es
wirkt destruktiv und lähmend.
- Vorenthaltene Informationen schaffen erst die Unmündigkeit, die den
Bürger unfähig macht, mit Informationen verantwortlich umzugehen.
- Verschweigen fördert dumpfe Ahnungen und Gerüchte. Das führt
zu Angst und Apathie. Ehrliche Informationen hingegen fördern Sachkundigkeit,
Engagiertheit, Übernahme von Verantwortung und Verständnis für
herangereifte Entscheidungen.
- Auch über eigentlich notwendige und mögliche, aber derzeit nicht
realisierbare Maßnahmen sollte informiert werden. Denn auf Dauer macht
die Informiertheit große Maßnahmen besser möglich. Sie erleichtert
eine Bedürfnisverlagerung und somit schließlich auch eine Mittelverlagerung
für Umweltschutzinvestitionen. Durch Mitarbeit und Mitregieren aller
können bis dahin unbekannte Wege für technologische und ökonomische
Lösungen gefunden werden.
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