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10.1. Ökologie und Ökonomie in der DDR


10.1.1. Gesellschaftliche Zielstellung in der DDR

(4) Die gesellschaftliche Zielstellung der ökonomischen Prozesse in der DDR wird bestimmt durch die Hauptaufgabe, die in der weiteren Erhöhung des materiellen und kulturellen Lebensniveaus des Volkes besteht. Die politisch Verantwortlichen bemühen sich, unter Beachtung der Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik, diese Hauptaufgabe zu erfüllen.

10.1.2. Wirtschaftsbestimmende Faktoren

(5) Wesentliche Faktoren einer sozialistischen Wirtschaft sind Bedürfnisse, zentrale Planung, Produktion und Konsumtion. Diese Faktoren beeinflussen sich gegenseitig. So bilden die individuellen und gesellschaftlichen Bedürfnisse die Grundlage für die zentrale staatliche Planung der Produktion. Die danach erzeugten Güter stehen zur Konsumtion im individuellen und gesellschaftlichen Bereich zur Verfügung. Umgekehrt werden durch die Produktion auch neue Bedürfnisse geweckt. Die Beziehungen zwischen den Faktoren entwickelten sich unter historischen Bedingungen, als ausreichend Luft, Wasser, Boden sowie Rohstoffe vorhanden waren und sowohl Produktion als auch Konsumtion nur lokale Auswirkungen hatten. Sie bestimmen auch heute noch die Wirtschaft.

(6) Dabei wurde übersehen, daß wirtschaftliche Prozesse Rückwirkungen auf die Ökosphäre haben. Zwischen der Befriedigung der ständig steigenden materiellen Bedürfnisse und der Stabilität der Ökosphäre besteht in unserer begrenzten Welt ein grundlegender Konflikt, weil die regenerierbaren Ressourcen schneller verbraucht als gebildet werden und mehr Abprodukte entstehen als natürlich oder technisch abgebaut werden können.

10.1.3. Ökologische Situation

(7) Die Produktion ist weltweit seit 1950 um das siebenfache gestiegen. Die dafür entwickelten Technologien und das mengenmäßige Wachstum industrieller und landwirtschaftlicher Güter belasten die Ökosphäre und haben deren natürliche Kreisläufe geschädigt. Pflanzen und Tiere wurden zu Objekten degradiert, über die der Mensch beliebig verfügt.

(8) Die sozialistischen Produktionsverhältnisse und die Lebensweise der Menschen in der DDR haben Schäden an unserer Umwelt nicht verhindert. Die hohe Belastung der Luft und des Bodens durch Schwefeldioxid, Stickoxide und andere Emissionen aus Großfeuerungs- und Industrieanlagen, Haushalten und Kraftfahrzeugen wird sichtbar im Erkranken der Wälder auf mindestens ein Drittel der Waldfläche unseres Landes. Immer schwieriger und teurer gestaltet sich die Versorgung der Menschen mit gesundem Trinkwasser. Die Produktionsverfahren der Landwirtschaft - gekennzeichnet durch industriemäßige Massentierhaltung, Großflächenwirtschaft und Chemisierung - beeinträchtigen Boden und Wasserqualität erheblich. Viele Pflanzen- und Tierarten sterben aus. Dieser unwiederbringliche Verlust beeinträchtigt die Stabilität der Ökospähre. Die Bemühungen der politisch Verantwortlichen in der DDR um die Lösung der Umweltfragen spiegeln sich in gesetzlichen Bestimmungen wider , aber diese erreichen oft nur nachträgliche Korrekturen und lokale Schadensbegrenzungen. Außerdem heben zu viele Ausnahmeregelungen und unzureichende Kontrolle die positiven Zielsetzungen dieser Gesetze zum Teil wieder auf. Durch die Geheimhaltung der Umweltdaten und -probleme wird eine Beurteilung durch die Bevölkerung behindert und die real bestehende Gefahr nicht erkennbar (vgl. 12 - Information - 12.2).

10.1.4. Schlußfolgerungen

(9) Die oben genannte Hauptaufgabe besteht in der Erhöhung sowohl des materiellen als auch des kulturellen Lebensniveaus des Volkes und dazu gehört eine gesunde Umwelt. Die in der DDR vorhandenen ökologischen Schäden erfordern, den wissenschaftlich-technischen Fortschritt auf die Einheit von Mensch und Umwelt auszurichten, wofür der materielle Reichtum der Gesellschaft die Möglichkeit bietet.
(10) Aus diesem Grund müssen bei Planung, Produktion und Konsumtion ökologische Kriterien angewandt werden. Aber nur ein Teil dieser Kriterien ist quantitativ erfaßbar und damit in ökonomischen Berechnungen einzubeziehen. Darüber hinaus gibt es quantitativ nicht erfaßbare Werte, die jedoch für die Erhaltung der Ökosphäre und die Lebensqualität der Menschen von Bedeutung sind. Es muß eine Einheit von Wirtschafts-, Sozial- und Umweltpolitik erreicht werden, die verantwortbar ist vor den Bürgern unseres Landes, unseren Nachbarvölkern und den nachfolgenden Generationen.
Die Produktion muß ökologisch verantwortbar gestaltet werden. Da sie in der DDR staatlich geleitet und kontrolliert wird, ergeben sich dadurch Anforderungen an die politisch Verantwortlichen in der Gesellschaft (siehe Abschnitt 3).
Die individuelle Konsumtion liegt in der Verantwortung des Bürgers; um sie ökologisch verträglicher zu machen, ergeben sich Forderungen für unsere persönliche Lebensgestaltung (siehe Abschnitt 2). Zu überprüfen ist die Konsumtion des gesellschaftlichen Bereiches, wo sicher Veränderungen möglich sind.

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