Umkehr zu Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung
(1) Die Menschheit steht am Ende des 20. Jahrhunderts vor wachsenden sozialen,
politischen, wirtschaftlichen und ökologischen Problemen. Sie haben zum
Teil schon das Ausmaß von Katastrophen angenommen und rufen eine globale
Bedrohung hervor; sie sind miteinander verknüpft und weitgehend nicht durch
einzelne Staaten allein zu lösen. Hungerkatastrophen, Energiekrise, Rohstoffverknappung,
Rüstungsspirale, Umweltkrise, Bevölkerungswachstum und der Nord-Süd-Konflikt
sind sichtbare Zeichen dieser Situation.
(2) Die Natur - Grundlage menschlichen Lebens - ist durch die übermäßige
Nutzung vieler natürlicher Ressourcen und starke Belastung der natürlichen
Kreisläufe durch Schadstoffe und Abfälle gefährdet. Ursachen
dafür sind die steigenden individuellen Bedürfnisse in den Industrieländern,
die immer auswegloser werdende Lage vieler Länder der Zwei-Drittel-Welt,
die hohen Aufwendungen für Rüstung und die gegenwärtigen gesellschaftlichen
Produktionsweisen und -technologien. Damit wird deutlich, daß ein unlösbarer
Zusammenhang zwischen Ökologie und Ökonomie besteht. Die Suche nach
neuen Strukturen in der Wirtschaft, die diesen Zusammenhang besser beachten,
hat weltweit begonnen, ohne daß bisher durchgreifende Lösungen für
die Praxis gefunden wurden.
(3) Die folgenden Ausführungen versuchen, Ansätze zu zeigen, wie
unter den Bedingungen der DDR Veränderungen möglich werden könnten.
Die auch bei uns bestehenden Gefährdungen verlangen ein sofortiges Handeln
aller gesellschaftlichen Kräfte. Dieses Handeln kommt auf Dauer nicht ohne
eine Ethik aus, welche die Stellung des Menschen in der Natur neu bestimmt.
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