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8.5. Verantwortlich handeln


  • (10) Wir wollen Schritte der Veränderung in ökumenischer Gemeinschaft gehen. Dabei suchen wir Veränderung in folgenden Richtungen:
  • spiritueller leben, in der Stille und im Hören auf Gott geistlich Erneuerung gewinnen und die Schöpfung wieder als Gottes Gabe wahrnehmen,
  • einfacher leben und lernen, unseren Wohlstand sinngebend zu reduzieren und unsere Lebensweise auf ihre Verträglichkeit hin zu überprüfen,
  • engagierter handeln und Aufgaben für die Bewahrung der Schöpfung im persönlichen Leben in Kirche und Gesellschaft übernehmen, ganzheitlich leben und die Natur in ihren vielfältigen empfindlichen Lebensbeziehungen achten lernen.

Unsere praktischen Schritte müssen vielfältig und konkret sein, wie das Überleben der Welt vielfältig und konkret bedroht ist. Wichtig ist eine innere Veränderung, der Anfang an einzelnen Stellen, die Impulswirkung nach außen und das gemeinsame Suchen mit anderen. Grundlegende Veränderungen sind notwendig, sowohl auf der Ebene der persönlichen Lebensgestaltung wie auf der Ebene kirchlicher Arbeit und gesellschaftlicher Strukturen. Die nachfolgend genannten Schritte können nur Beispiele sein für die einzuschlagende Richtung. Sie bedürfen weiterer Konkretisierung und Ergänzung.

8.5.1. Schritte im persönlichen Leben

(11) Aus innerer Erneuerung, verantwortlicher Erziehung in der Familie und gezieltem Einüben werden persönliche Veränderungen erwachsen, zum Beispiel:
Durch unser Verhalten in Haushalt und Freizeit können wir die natürliche Umwelt schützen helfen. Dazu gehören zum Beispiel der sparsame Einsatz beziehungsweise Verzicht von Chemikalien in Haus und Garten, der sinnvolle verantwortliche Umgang mit Energie und Wasser, der sinnvolle Gebrauch von Mode- und Kosmetikartikeln, die Rückführung von Sekundärrohstoffen, die seltene beziehungsweise gemeinschaftliche Nutzung individueller Kraftfahrzeuge.

(12) Unser Nahrungs- und Genußmittelkonsum ist unverhältnismäßig hoch. Besonders der steigende Fleischverbrauch wirkt sich stark umweltschädigend in der Landwirtschaft aus. Er führt zu unzumutbaren Verhältnissen in der Tierhaltung und zwingt unser Land zu erheblichen Futtermittelimporten. Deshalb können wir durch reduzierten Fleischkonsum und verantwortlichen Umgang mit Nahrungsmitteln nicht nur zu einer gesunden Lebensweise, sondern auch zum Schutz der Natur (bei gleichzeichtigem Verzicht auf Fleischexporte) beitragen. Außerdem ist eine kritische Überprüfung unseres gestiegenen Alkohol- und Nikotinverbrauchs dringend notwendig.

(13) Umweltschutz am Arbeitsplatz ist eine wichtige Aufgabe, bei der unsere Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, ebenso gefragt ist wie die kritische Kontrolle der Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen. Persönlicher Mut und Konsequenz sind nötig, um eine großzügige Auslegung beziehungsweise völlige Mißachtung gesetzlicher Bestimmungen zu verhindern und Verantwortliche zur Veränderung umweltgefährdender Praktiken aufzufordern.

(14) Innere Freiheit von äußeren Zwängen und materiellen Abhängigkeiten machen frei für die Suche nach Gemeinschaft mit Gleichgesinnten. Austausch von Kenntnissen und Erfahrungen, die Freude am gemeinsamen Entdecken von schöpferischen Gaben, christlichen Traditionen (zum Beispiel Fasten und Meditation) und geistig-kulturellen Werten ermutigt zu weiteren Schritten der Veränderung (vgl. 7-Kirche des Friedens 7.4.).

8.5.2. Schritte in Kirchen und Gemeinden

(15) Von den Kirchenleitungen sollten verbindliche Formen und Vereinbarungen angestrebt werden, damit durchgreifende Veränderungen wirksam werden können, zum Beispiel:

(16) Die Kirchen werden gebeten, in den Ausbildungsprogrammen ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und in der kirchlichen Unterweisung die Frage nach Lebensweise und Lebenswerten deutlich zu thematisieren. Die Verkündigung wie auch Gemeindeveranstaltungen und -begegnungen sollten häufiger dazu genutzt werden. Die jährliche Friedensdekade sollte in ökumenischer Gemeinschaft begangen und um die Themen Gerechtigkeit und Schöpfungsbewahrung erweitert werden.

(17) Den kirchlichen Institutionen wird empfohlen, Versuchsfelder für ökologisches Bauen, alternative Forst- und Landwirtschaft zu fördern. Kirchliche Heime etc. werden angeregt, ihre Wirtschaftsführung ökologisch verantwortlich zu gestalten. Gruppen, die gemeinsame Schritte einer neuen Lebensweise versuchen wollen, sollten Räume für ihr Engagement erhalten und unterstützt werden.

(18) Die kirchlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Institutionen werden um ihrer Glaubwürdigkeit und Vorbildwirkung willen nachdrücklich gebeten, ihren Material und Energieverbrauch, die Kfz-Benutzung und den Einsatz von Valutamitteln kritisch zu überprüfen. Überhaupt sollten sich die Kirchen nicht mehr leisten, als sie aus eigener Kraft aufbringen können.

(19) Kirchlichen Institutionen, Synoden, Gemeinderäten und anderen wird empfohlen, sich regelmäßig mit Ökologischen Fragen zu beschäftigen, sich verstärkt in dieser Thematik sachkundig zu machen und sich den neuen Fragen zu stellen.

8.5.3. Schritte in der Gesellschaft

(20) Von den Kirchenleitungen sollten in Gesprächen mit staatlichen Vertretern weiterhin Veränderungen in der Gesellschaft angesprochen werden, zum Beispiel:
Wir schlagen eine umfassende Aufklärung der Bevölkerung über umweltgerechtes Verhalten im Haushalt und am Arbeitsplatz vor. Verstärkt sollten diese Fragen in unserem Bildungswesen Raum gewinnen, zum Beispiel durch die Einführung eines Unterrichtsfaches »Umwelterziehung« Für die Erziehung in der Familie könnte eine Förderung der Teilzeitarbeit dieses Anliegen unterstützen. Veröffentlichte Umweltdaten und ihre offene Diskussion sind für diesen Prozeß unumgänglich (vgl. 12 - Information). Die zuständigen staatlichen Stellen sollten Initiativen fördern, die ökologisch verträglichere Lebensformen ausprobieren wollen.

(21) Wir brauchen in unserer Gesellschaft eine öffentliche Diskussion über die negativen Auswirkungen unserer Subventionspolitik auf das Umweltbewußtsein in der Bevölkerung. Wir meinen, daß ein sparsamer Umgang mit Energie und Kraftstoffen, Wasser und bestimmten Nahrungsmitteln zu fördern ist durch Angleichung der Preise an die realen Material-, Herstellungs- und ökologischen Folgekosten. Das kann natürlich nur im Rahmen einer ausgleichenden Lohn- und Sozialpolitik geschehen. Zugleich bitten wir nachdrücklich, die Infrastruktur unserer Wohngebiete, besonders das öffentliche Verkehrsnetz sowie die Möglichkeiten für den Fahrradverkehr zu verbessern.

(22) Wir schlagen vor, wirkungsvolle Begrenzungsmaßnahmen zu ergreifen für Produkte, die durch die Größenordnung ihrer Herstellung und Verwertung Schaden für Gesundheit und Umwelt hervorrufen. Sie sollten als solche entsprechend gekennzeichnet werden. Produkte, die dauerhafte und unmittelbare Umweltschäden hervorrufen, müssen verboten werden. Wir bitten um Verschärfung der Strafbestimmungen bei Umweltvergehen.

(23) Wir treten dafür ein, daß in die gegenwärtige Hauptaufgabe der DDR die ökologischen Grundbedürfnisse ausdrücklich aufgenommen werden. Die Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik ist zur Einheit von Wirtschafts-, Sozial- und Umweltpolitik zu erweitern (vgl. 10-Ökologie/Ökonomie).

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