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8.4. Orientierung finden


(7) Um Schritte der Veränderung in unserer Lebensweise gehen zu können, brauchen wir Orientierungen. Unser Leben vollzieht sich in einem Netz von Beziehungen. In allem, was wir denken, fühlen und tun, stehen wir in der Verantwortung vor Gott dem Schöpfer. Deshalb sind wir angewiesen auf eine Vertiefung unserer Beziehungen zu Gott.
Wenn wir uns lösen wollen aus dem allgemeinen Trend der Anpassung, brauchen wir Gemeinschaften, in denen wir unsere Ängste benennen lernen und es zusammen wagen, aus äußeren Zwängen und materiellen Abhängigkeiten herauszutreten. Wir brauchen Gefährten bei der gemeinsamen Suche nach einem neuen Weg. Deshalb sind wir angewiesen auf bessere und tragfähigere Beziehungen zu unseren Mitmenschen und zu uns selbst.

(8) Wenn das Verantwortungsbewußtsein für den Umweltschutz und eine neue Lebensweise in der Gesellschaft wachsen soll, brauchen wir mehr Offenheit und Möglichkeiten der Beteiligung an den Entscheidungsprozessen. Deshalb sind wir angewiesen auf die Entwicklung offener Beziehungen in der Gesellschaft (vgl. 3. - Gerechtigkeit in der DDR).
Wenn die Sensibilität für die Zusammenhänge zwischen materiellem Wohlstand in den hochentwickelten Ländern des Nordens und der katastrophalen Armut in der Zwei-Drittel-Welt wachsen soll, benötigen wir mehr Aufgeschlossenheit, Kontaktmöglichkeiten und Informationen. Deshalb sind wir angewiesen auf die Entwicklung solidarischer Beziehungen zu den armgemachten Völkern (vgl. 2.1. - Solidarität).
Wenn wir von der Ausbeutung der Natur zur Respektierung ihres Eigenwertes und zum zukunftsorientierten Haushalten kommen wollen, müssen wir sie besser kennenlernen. Nur was wir schätzen gelernt haben, werden wir auch liebevoll bewahren. Deshalb sind wir angewiesen auf lebendigere Beziehungen zu unserer Umwelt.

(9) Die Erde ist das gemeinsame Haus aller Geschöpfe, das wir erhalten, bewahren und gestalten sollen. Die Qualität des Zusammenlebens entscheidet sich im Wahrnehmen, wie auch im Gelingen und Gestalten der vielfältigen Lebensbeziehungen. Unsere materiellen Ansprüche und Abhängigkeiten werden dann ihren angemessenen Stellenwert bekommen, wenn wir den Reichtum erkennen, der in lebendigen Beziehungen liegt.
Wir halten es für notwendig, unsere Lebensweise zu überprüfen an ihrer Verträglichkeit für die Natur, das Leben anderer Völker, das gesellschaftliche Zusammenleben, das Leben des einzelnen Menschen und der kommenden Generationen.
Das bedeutet: Bedürfnisse, deren Verwirklichung das Zusammenleben der Menschen in Gerechtigkeit und Frieden und die Bewahrung der Schöpfung gefährden, können nicht mehr als berechtigte Bedürfnisse anerkannt werden.

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