8. Auf der Suche nach einer neuen Lebensweise in der bedrohten Schöpfung - 8.1. Den Ruf zur Umkehr hören
(1) Als Christen glauben wir, daß Gott den Menschen als sein mündiges
Gegenüber geschaffen hat, eingebunden in diese Welt. Als einziges Geschöpf,
das fähig ist, Verantwortung für sein Handeln zu übernehmen,
hat Gott ihm seine Schöpfung anvertraut (Ps 8,6 f). Dieses Geschenk der
Freiheit mißbraucht der Mensch. Er verletzt die ihm von Gott gesetzten
Grenzen.
In unserer heutigen Situation hören wir das erste Gebot neu: »Ich
bin Jahwe, dein Gott ... Du sollst neben mir keine anderen Götter haben«
(Ex 20,2 f). Wenn wir unser Leben nicht von Gott bestimmen lassen, gewinnen
andere Dinge und Strukturen als Götzen Macht über uns. Wir werden
zu ihren Sklaven und zerstören damit selbst Leben in dieser Welt. Gott
will uns befreien vom Götzendienst zu einem neuen Leben.
(2) Jesus Christus hat uns ein von Liebe getragenes Leben in der Hoffnung
auf das kommende Reich Gottes eröffnet. Mit einer vorwiegend materiellen
Lebensorientierung verfehlen wir dieses Leben (Mt 19,16 f). Nur eine neue Einstellung
zum materiellen Reichtum macht es uns möglich zu verzichten, wo es um der
Gerechtigkeit, des Friedens und der Bewahrung der Schöpfung willen notwendig
ist.
Wir bedürfen der erneuernden Kraft des Heiligen Geistes, wenn wir Veränderungen
wagen wollen (Röm 8,15 f). Der Heilige Geist kann uns beflügeln, aus
den Selbstrechtfertigungen, Sachzwängen und Strukturen herauszutreten und
in der uns geschenkten Freiheit zu handeln.
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