7. Kirche des Friedens werden - 7.1. Kirchen auf dem Weg zur Kirche des Friedens
7.1.1
(1) Kirche des Friedens werden heißt, das zu leben, was die Kirche durch
das Gnadenangebot Gottes in Jesus Christus eigentlich schon immer ist: Versöhnungsgeschehen
zwischen Gott und Mensch, geschwisterliche Gemeinschaft zwischen Menschen, Friedenszeichen
trotz fortbestehender Feindschaften in dieser Welt. Frieden ist nicht zuerst
eine ethisch-moralische Verpflichtung der Kirchen, sondern eine ihnen von Christus
geschenkte Wirklichkeit, die sie überhaupt erst zur Kirche macht.
7.1.2.
(2) Unsere Kirchen erscheinen vielen Menschen nicht als Kirchen des Friedens.
Ihr Gespaltensein und ihr Verflochtensein in Ungerechtigkeiten zwischen Reichen
und Armen, zwischen Weißen und Farbigen, zwischen den Generationen und
Geschlechtern machen sie als Zeichen des Friedens undeutlich und wenig glaubwürdig.
Wir selbst erleben unsere Kirchen oft gerade nicht als versöhnte Gemeinschaften,
sondern als Orte ängstlicher Abgrenzung und Unbeweglichkeit, aber auch
nicht zu hinterfragender Herrschaftsansprüche.
Kirche des Friedens werden heißt deshalb, versöhnungsbereiter, menschenfreundlicher,
veränderungsfähiger zu werden, heißt umzukehren in die Nachfolge
Christi.
7.1.3.
(3) Im Umkehren erfahren wir neu, daß wir trotz noch fortbestehender
Trennungen im Versöhnungshandeln Christi tief miteinander verbunden sind.
Wir hoffen auf Kirchen, die sich durch Umkehr zum Frieden Christi erneuern und
darin auch ihre Trennungen überwinden.
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