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5.3. Orientierungen


(4) Das biblische Zeugnis und die verschiedenen Faktoren unserer heutigen Situation erfordern ein neues Nachdenken über die Fragen des Wehrdienstes. Die folgende Orientierung soll die Urteilskraft des Wehrpflichtigen stärken und sein Gewissen für die ethischen Probleme des Waffen- und Wehrdienstes sensibel machen. Das Evangelium zeigt uns den Weg Jesu als Weg der Liebe, für den die Gewaltfreiheit ein entscheidendes Kennzeichen ist. Sein Weg führt ihn gerade auch deshalb ans Kreuz, weil er gegenüber seinen Gegnern darauf verzichtet, seine Botschaft mit einem göttlichen Machterweis durchzusetzen. Wer im Vertrauen auf diesen Weg in unserer Welt auf die Androhung und Anwendung von Gewalt verzichtet, bezeugt damit den unter uns schon gegenwärtigen Frieden Gottes in der Welt, in der das Unrecht noch nicht überwunden ist. Er handelt im Vorgriff auf das verheißene Friedensreich Gottes. Diesen Weg erkennt die Kirche als eine Gestalt der Nachfolge Jesu, die in ihrer Deutlichkeit von keiner anderen Entscheidung übertroffen wird. Zugleich sieht sie die aus dem Liebesgebot sich ergebende Verpflichtung, um anderer willen gegen auftretendes Unrecht Widerstand zu leisten.
Aus der Analyse der gegenwärtigen Situation läßt sich keine ähnlich eindeutige Orientierung gewinnen. Sie macht aber die politische Vernünftigkeit des Gewaltverzichts sichtbar. Wir erkennen, daß das Abschreckungssystem mit politischen Mitteln überwunden werden muß. Mit der Verweigerung des Waffen- und Wehrdienstes wollen Christen zeichenhaft diesem Ziel dienen und den Vorrang der Friedenssicherung mit nichtmilitärischen Mitteln unterstreichen. Erste Ansätze zur Überwindung der Abschreckung erkennen wir in strikt defensiv orientierten Verteidigungsstrukturen und -strategien im Rahmen eines Konzepts gemeinsamer Sicherheit. Es gibt unter uns Christen, die mit der Möglichkeit solcher Strukturen auch eine neue ethische Beurteilung des Waffendienstes verbinden. Andere bezweifeln grundsätzlich, daß Waffen und Rüstung eindeutig defensiven Charakter haben können. Sie wollen ihre Entscheidung in der Wehrdienstfrage nicht von dieser Voraussetzung abhängig machen. Defensive Strukturen erübrigen für sie nicht das Zeugnis der Gewaltfreiheit.

5. Orientierung und Hilfen zur Entscheidung in Fragen des Wehrdienstes und der vormilitärischen Ausbildung

5.3. Orientierungen

(4) Das biblische Zeugnis und die verschiedenen Faktoren unserer heutigen Situation erfordern ein neues Nachdenken über die Fragen des Wehrdienstes. Die folgende Orientierung soll die Urteilskraft des Wehrpflichtigen stärken und sein Gewissen für die ethischen Probleme des Waffen- und Wehrdienstes sensibel machen. Das Evangelium zeigt uns den Weg Jesu als Weg der Liebe, für den die Gewaltfreiheit ein entscheidendes Kennzeichen ist. Sein Weg führt ihn gerade auch deshalb ans Kreuz, weil er gegenüber seinen Gegnern darauf verzichtet, seine Botschaft mit einem göttlichen Machterweis durchzusetzen. Wer im Vertrauen auf diesen Weg in unserer Welt auf die Androhung und Anwendung von Gewalt verzichtet, bezeugt damit den unter uns schon gegenwärtigen Frieden Gottes in der Welt, in der das Unrecht noch nicht überwunden ist. Er handelt im Vorgriff auf das verheißene Friedensreich Gottes. Diesen Weg erkennt die Kirche als eine Gestalt der Nachfolge Jesu, die in ihrer Deutlichkeit von keiner anderen Entscheidung übertroffen wird. Zugleich sieht sie die aus dem Liebesgebot sich ergebende Verpflichtung, um anderer willen gegen auftretendes Unrecht Widerstand zu leisten.
Aus der Analyse der gegenwärtigen Situation läßt sich keine ähnlich eindeutige Orientierung gewinnen. Sie macht aber die politische Vernünftigkeit des Gewaltverzichts sichtbar. Wir erkennen, daß das Abschreckungssystem mit politischen Mitteln überwunden werden muß. Mit der Verweigerung des Waffen- und Wehrdienstes wollen Christen zeichenhaft diesem Ziel dienen und den Vorrang der Friedenssicherung mit nichtmilitärischen Mitteln unterstreichen. Erste Ansätze zur Überwindung der Abschreckung erkennen wir in strikt defensiv orientierten Verteidigungsstrukturen und -strategien im Rahmen eines Konzepts gemeinsamer Sicherheit. Es gibt unter uns Christen, die mit der Möglichkeit solcher Strukturen auch eine neue ethische Beurteilung des Waffendienstes verbinden. Andere bezweifeln grundsätzlich, daß Waffen und Rüstung eindeutig defensiven Charakter haben können. Sie wollen ihre Entscheidung in der Wehrdienstfrage nicht von dieser Voraussetzung abhängig machen. Defensive Strukturen erübrigen für sie nicht das Zeugnis der Gewaltfreiheit.

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