5. Orientierung und Hilfen zur Entscheidung in Fragen des Wehrdienstes und der vormilitärischen Ausbildung - 5.1. Biblisches Zeugnis


(1) Jesus hat Gottes Reich als ein Reich der Gerechtigkeit, des Friedens und der Liebe für alle Menschen angekündigt und damit Hoffnung für eine neue Menschengemeinschaft begründet. Er hat Gottes Reich in seinem Verhalten verwirklicht und wurde so zum Maßstab für das Verhalten seiner Jünger zu ihren Mitmenschen. Er verkündet: »Liebt einander! Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben« (Joh 13,34). Er deckt in der Bergpredigt den tieferen Sinn des Gebotes »Du sollst nicht töten« (Ex 20,13) auf, wenn er bereits alles Zürnen, allen Haß, alle Verachtung gegenüber dem Bruder verwirft (Mt 5,21-22). Er lehrt und lebt die Liebe auch jenen gegenüber, die wir als Feinde erfahren (vgl. Mt 5,44; Lk 23,34). Er preist »Sanftmütige« selig (vgl. Mt 5,5), also jene, die auf den Gebrauch der Gewalt verzichten. Söhne Gottes nennt er jene, die Frieden stiften (vgl. Mt 5,9). Die Heilige Schrift zeichnet den Menschen aber auch als dem Bösen verfallen und als Sünder (1 Kön 8,46, Röm 7,21-25). Durch die Erlösungstat Jesu Christi, der unser Friede ist (Eph 2,14), sind wir den Mächten der Sünde und des Todes nicht mehr hoffnungslos ausgeliefert, sondern vermögen in der Kraft des Glaubens Schritte zum verheißenen Frieden zu gehen (Jes 53,5; Eph 2,16-17) (vgl. 1-Grundlegung 1.2.3.).


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