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5. Auf dem Weg zum Europa von morgen - Herausforderungen, vor denen wir stehen


49. Diese Einsicht muß uns bescheiden machen, aber wir hoffen, daß sie uns helfen wird, aufgeschlossener gegenüber den Herausforderungen zu sein, die sich uns im derzeitigen Wandlungsprozeß Europas stellen.

50. Fünfzig Jahre nach Ausbruch des letzten Weltkrieges stellen wir jetzt das wachsende Bedürfnis fest, die Spaltung Europas zu überwinden. Sowohl innerhalb unserer Länder als auch über die Ländergrenzen hinweg kritisieren viele - auch viele Christen - , daß diese Strukturen Frieden und Gerechtigkeit nicht hinreichend garantieren und nicht geeignet sind, der Bedrohung der Schöpfung mit Nachdruck und Phantasie entgegenzutreten.

51. Drei wichtige und bedeutungsvolle Entwicklungen verlangen unsere besondere Aufmerksamkeit:

  • die Verbesserung der Ost-West-Beziehungen im Rahmen des KSZE-Prozesses,
  • die demokratischen Reformen in der UdSSR und anderen osteuropäischen Ländern,
  • der Integrationsprozeß in Westeuropa (Einheitliche Europäischer Akte, die den Binnenmarkt begründet, der mit Beginn 1993 in Kraft treten soll).

Gleichzeitig jedoch flammen aufgrund der überkommenen und immer noch bestehenden Ungerechtigkeiten ethnische und regionale Konflikte (wieder) auf.

52. In Europa gibt es kleinere und auch größere nationale Gruppen, deren Recht auf die eigene Kultur, Religion und ihr eigenes politisches System nicht oder nur sehr begrenzt anerkannt wird. Wir unterstützen die Bemühungen dieser Völker und nationalen Gruppen um Selbstbestimmung und Förderung ihrer Kultur und Religion. Wir rufen alle Christen auf, solchen Ungerechtigkeiten entgegenzuwirken und diesen Völkern und nationalen Gruppen mit gewaltfreien Mitteln zu helfen.
53. Als Christen müssen wir mit darüber nachdenken, wie Europa in der Zukunft aussehen soll. Was sind unsere Hoffnungen? Was sind unsere Sorgen und Probleme?


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