2. Herausforderungen - Bedrohungen der Gerechtigkeit
9. Mehr als 950 Millionen Menschen haben heute nicht das Notwendigste zum Leben.
Millionen sind zu Opfern von Gewalt, Bürgerkriegen und kalter Menschenverachtung
geworden. Oder sie sind verhungert oder durch mangelnde gesundheitliche Versorgung
gestorben. Überall in der Welt wird die Heiligkeit des Lebens auf vielerlei
Art bedroht. Vielen der ärmsten Länder wird die Möglichkeit genommen,
auch nur die Grundbedürfnisse ihrer Bürger zu decken. Sogar in den
reichen Industrienationen wächst stetig die Zahl derer, die unter dem Existenzminimum
leben. Die Schuldenkrise ist vielleicht das spektakulärste Beispiel für
diese wirtschaftliche Ungerechtigkeit. Massiv werden Menschenrechte verletzt.
Das gilt für die wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und religiösen
Rechte ebenso wie für die bürgerlichen und politischen Rechte.
10. Kein Land kann die Probleme der weltweiten Armut und Ungerechtigkeit allein
lösen. Wir brauchen eine neue internationale Ordnung, in der die Menschenrechte
wirksam geachtet werden, in der das Völkerrecht gestärkt und durch
entsprechende Institutionen durchgesetzt wird und in der gerechte Wirtschaftsbeziehungen
ausgebaut werden.
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