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Die Technologische Datenbank


Vertrag über ein solidarisches System für Technologieaustausch

I.Einleitung:

1. Ein auf die Ausbeutung natürlicher Reserven (Ressourcen) begründetes Entwicklungsmodell führte durch die Industriealisierungsprozesse der letzten beiden Jahrhunderte nicht nur zu unverantwortlicher und rücksichtsloser Ausbeutung von Menschen, Land, Wasser und anderen Ressourcen, sondern auch zu einem untragbaren Ausmaß von dauerhaften Umweltschäden.
Die Folgen sind Armut, Mangel und fehlende Entwicklungsmöglichkeiten für die Mehrheit der hauptsächlich in der dritten Welt lebenden Erdbevölkerung. Diese Krise beruht auf der Dynamik des bestehenden Entwicklungsmodells und muß dringend neu überdacht werden. Augenscheinlich liegt bei diesem Prozess ein Schwerpunkt auf der Technologie.

2. Die heutige Technologie ist ökologisch unverträglich, d.h. nicht aufrechtzuerhalten, kulturell unsensibel, und darüber hinaus wird die Kreativität der Völker der dritten Welt nicht integriert. Außerdem ist diese Technologie teuer und daher im Rahmen der aktuellen politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Bedingungen unzugänglich für die Mehrheit der in der Dritten Welt lebenden Bevölkerung. Dadurch werden zum einen Probleme in den Zahlungsbilanzen und zum anderen die daraus resultierende Marginalisierung der Armen verursacht. Heutige Technologie ist überwiegend durch hohen Energieaufwand und durch Probleme in der Abfallbeseitigung gekennzeichnet.

3. Die Arbeitsgruppe befürwortet Technologien, die folgende Eigenschaften aufweisen:

a. Über Pragmatik im Rahmen verfügbaren Wissens und menschlicher Ressourcen verfügt;
b. zugänglich, anpassungsfähig und finanziell erschwinglich; -kulturell und sozial nachhaltig ist;
c. kulturell und sozial kompatible ist;
d. dezentralisiert ist und in kleinen Schritten arbeitet;
e. autonom (selbsttragend) ist;
f. Realisierbarkeit im Kontext lokaler Ressourcen beinhaltet;
g. energieeffizienz ist;
h. für giftfreie Produktionsprozesse und biologisch abbaubare Abfälle sorgt.

Sie hat beschlossen, eine Technologie - Datenbank aufzubauen:

4. Diese Technologie - Datenbank soll,

a. nicht nur Informationen über Technologie, sondern auch Erfahrungen von lokalen Gruppen und Projekten der NROs in unabhängiger, autonomer und demokratischer Weise speichern.

b. durch ein multidisziplinäres Team bearbeitet werden, um Organisations,- Speicherungs- und Verbreitungsstrategien zu bestimmen .

II. Grundlegende Prinzipien

5. Dieser Vorschlag ist als neuer Weg gedacht, um die große Fülle technologischer, sowie menschlich - sozialer Erfahrungen aus der ganzen Welt nutzbar zu machen, und es besteht die Absicht, besonders den Ländern der dritten Welt zu helfen und der bestehenden Armut entgegenzuwirken.
Die Absicht, technologisches Wissen auszutauschen, basiert auf einer integrierten Verstehensweise sozio - kultureller und technologischer Dimensionen und führt zu einer Bewertungsmethodologie, die sich nicht nur auf technische Aspekte beschränkt.

6. Technologien und Kenntnisse der Länder des Südens, sowie andere in den lokalen Gemeinschaften des Südens entwickelte soziale Neuerungen, sollen wirksam unterstützt werden. Auch die Technologie des Nordens wird aktzeptiert, sofern sie den obengenannten Kriterien entspricht, indem sie sozial angemessen ist, niedrige Kosten verlangt, Verfügbar sowie zugänglich und umweltfreundlich ist.

7. Die technologische Datenbank beabsichtigt, den Informations- und Datenaustausch zu fördern. Zusätzlich ist es notwendig, Erfahrungen, methodische Vorgehensweisen, Meinungen und praktische Hinweise für den Austausch zwischen lokalen Gemeinschaften und anderen Gruppen mit ähnlichen Motivationen und Bedürfnissen zur Verfügung zu stellen.

8. Die Wege für diesen Informationsaustausch können von persönlichem Kontakt bis zu elektronischem Datenaustausch gehen. Dies deutet auf einen mittelfristigen Prozeß hin und nicht nur auf kurzzeitige Operationen.
Bei den Kommunikationsmethoden sollen kulturelle Verschiedenheiten, Wertevorstellungen, Normen und Wissensformen respektiert werden, um so einen wirklichen Transfer sicherzustellen.
Die Methoden die wir durchführen wollen, werden nicht nur wissenschaftliche Neuerungen sein, sondern auch traditionelle und populäre.

III.Arbeitsweise der Datenbank

9. Die Technologie - Datenbank, bzw. das solidarische System für technologischen Austausch, wird auf der Basis eines Technologieangebotes beruhen das in der Bank gespeichert ist um anderen Gruppen und lokalen Gemeinschaften mitgeteilt werden zu können. Die Beziehungen der Benutzer basieren auf den Prinzipien von Gegenseitigkeit, Solidarität und Gleichgewicht. Jede Gruppe, die kulturelles, technologisches und soziales Wissen beiträgt, hat einen Anspruch darauf, ähnliche Informationen falls diese benötigt werden zu erhalten, wenn diese in der Bank vorhanden sind.

10. Die Bank wird ethische Grundregeln für ihre Benutzer festlegen, um die in ihr gespeicherten Informationen und Erfahrungen zu schützen. Dieser Schutz beruht auf der Identifikation der Autoren oder Beitragenden, gegenseitigen Verpflichtungen und Solidarität, um eine Aneignung für individuelle oder kommerzielle Interessen bzw. Aktionen zu verhindern, die der solidarischen Basis des Datenaustausches abträglich wären.

11. Die Bank wird Formen für finanzielle Unterstützung festlegen, um den Transferprozeß zwischen den lokalen Gemeinschaften sicherzustellen.

12. Die Bank wird technologische Angebote identifizieren, die den spezifischen Bedürfnissen und Erfordernissen ihrer Benutzer entsprechen.

13. Der Transferprozeß wird flexibel sein und verschiedene Vorgehensweisen beinhalten, um den Benutzern gerecht zu sein. Dies kann erreicht werden, durch:

a. Generelle Information über gültige und systematisierte Erfahrungen mit wissenschaftlichen, kulturellen und sozialen Kontext;
b. soziale oder technische Hinweise;
c. Erziehungs- und Ausbildungsprogramme;
d. technische Praktikas; e. sozio-kulturelle Erforschung lokaler Wissensbereiche zu den Themenspezifikationen Erde, Werte, Glauben und Wissensaufbau;
f. Studien zur sozialen, wirtschaftlichen und technischen Durchführung von Projekten;
g. Übernahme von Techniken;
h. Bewußtseinsbildung und umweltverträgliche Entwicklung;
i. Ökologisch dauerhafte und sozial gerechte Bildung;
j. Identifizierung von Finanzierungsquellen;
k. Marketing;
l. Definition und Schutz der Benutzerrechte;
m. gültige, unterstützenswerte traditionelle Technologie, nicht- wissenschaftliche Methoden und überliefertes Wissen der Naturvölker.

14. Die Bank wird ein Folge- und Auswertungsprogramm einrichten, das sich nicht nur auf finanzielle und technische Kriterien stützt, sondern auf Basis einer integrierten Methodologie auch soziale und kulturelle Aspekte bei Auswahl und Transfer von Informationen berücksichtigt.

15. Die Bank wird mit ähnlichen schon bestehenden Informationsnetzen, die denselben Zielen verpflichtet sind, zusammenarbeiten. Doppelte Funktionen sollen vermieden, die Wirksamkeit verbessert, und die Verbindungen der einzelnen Benutzer untereinander gestärkt werden.

Verpflichtungen

16. Wir die Unterzeichner dieses Vertrages verpflichten uns, unter Einsatz unserer Fähigkeiten und Möglichkeiten, für den Aufbau der Technologie - Datenbank zu arbeiten.
Wir werden dies nach den Prinzipien von Selbstbestimmung, Gegenseitigkeit und Gleichheit tun und uns für den Schutz der Technologie - Datenbank einsetzen.


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