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Vertrag über globale Bildung, für eine lebenswerte Gesellschaft und globaler Verantwortung


Dieser Vertrag ist ein dynamischer Prozeß gleich unserem Verständnis wie Bildung sein sollte; reflektierbar, zu Diskusionen auffordernd und offen für Verbesserungen.

1. Wir, die Unterzeichnenden, sind Menschen aus vielen Ländern dieser Welt. Wir sind bereit, daß Leben auf der Erde zu schützen und die zentrale soziale Aufgabe die Bildung bei der Herausbildung von Werten hat, anzuerkennen.
Wir verpflichten uns zu einem Transformationsprozeß in den Aufgaben des Bildungswesens.
Mit unserem Verhalten in den nationalen Gemeinschaften sind wir Suchende auf einem kleinen, mit Problemen belasteten, aber dennoch wunderschönen Planeten, dem wir eine neue Hoffnung geben.

Einleitung

2. Wir sind überzeugt, daß umweltbezogene Bildung eine gerechte Protektion in einem planetarischen Lernprozeß bedarf, die auf dem Respekt vor allen Lebensformen beruht.
Diese Form von Bildung enthält Werte und Handlungen, die eine soziale und menschliche Wandlung bewirken. Diese Bildung fördert das ökologische Verständnis für die Schaffung gerechter Gemeinschaften des Zusammenlebens durch die Zusammenarbeit der Menschen.
Individuale und Gemeinschaftsverantwortung sind für umweltbezogene Bildung die Grundvoraussetzung auf lokaler, nationaler und globaler Ebene.

3. Wir haben erkannt, daß wir uns selbst vorbereiten müssen auf die gewünschte Transformation. Kollektivverständnis läßt den natürlichen Krisenpunkt, der die Zukunft der Erde bedroht, in seinem System erkennen. Dieses System beruht auf Überproduktion und Überkonsumierung durch wenige Menschen und Unterernährung und unzureichenden Produktionsverhältnissen für die übrige Menschheit.
Wir erkannten, daß in dieser Krise der Zerfall von menschlichen Werten durch den Ausschluß der meisten Menschen von gemeinsamen Entscheidungsprozessen die Zukunft zerstört. Es ist von grundlegender Wichtigkeit, daß die menschliche Gemeinschaft zu den bestehenden Gesellschaftsstrategien eigene Alternativen gestaltet und ausarbeitet.

4. Alternativen beinhalten den Ausschluß von Strategien des bestehenden Entwicklugsmodells, wenn diese destruktive Komponenten aufweisen.

5. Wir haben erkannt, daß nur die ökologische orientierte Bildung den entscheidenden Schritt zu einer Transformation bringen kann, für eine bessere Lebensqualität und größere persönliche Entscheidungsfreiheit. Dadurch entsteht eine größere Verantwortlichkeit und Harmonie unter den Menschen und zwischen ihnen und anderen Lebensformen.

Prinzipien

umweltbezogener Bildung für eine gleichwertige, ökologisch dauerhafte und sozial gerechte Gesellschaft.

6. Bildung ist ein Recht für alle Menschen. Wir sind alle Lernende und Erziehende.

7. Umweltbezogene Bildung -formal, informal und unformal, sollte kritisches und innovatives Denken an jedem Platz und zu jeder Zeit beinhalten, um dadurch die Umwandlung und Konstruktion einer neuen Gesellschaft zu fördern.

8. Umweltbezogene Bildung ist zweiseitig, individuell und kollektiv. Sie ermöglicht uns eine globale Bürgerschaft unter der Respektierung von Selbstbestimmung und nationaler Souveränität.

9. Umweltbezogene Bildung ist nicht neutral sondern ideologisch. Sie ist eine politische Handlung.

10. Umweltbezogene Bildung beinhaltet einen holistischen Ansatz mit einer integrierten natürlichen Basis für zwischenmenschliche Beziehungen und den Bezug zur Natur und dem Universum.

11. Umweltbezogene Bildung muß Solidaratätsanreize beinhalten, gerecht sein und die Menschenrechte akzeptieren, sowie eingebunden in demokratische Strategien sein, um dadurch für kulturelle Zwischenbeziehungen offen zu sein.

12. Umweltbezogene Bildung soll kritisch globale Belange, deren Gründe und Wechselbeziehungen mit einem systematischem Ansatz versehen sind behandeln, und deren sozialen und geschichtlichen Kontext aufzeigen.

13. Umweltbezogene Bildung soll bei Entscheidungsfällungsprozessen auf allen Ebenen und in allen Bereichen gleiche Partnerschaft ermöglichen.

14. Umweltbezogene Bildung soll die Geschichte der Urbevölkerungen und lokaler Kulturen respektieren, reflektieren, zurückführen und anwenden und die kulturelle, sprachliche und ökologische Verschiedenheit fördern.
Dies beinhaltet das Wissen über die geschichtlichen Hintergründe der Lebensweisen eingeborener Menschen, um für einen Weg zu streiten, der zu einem Wechsel der rassistisch fixierten Handlungsweisen führt, und dennoch zu mehrsprachiger Bildung ermutigt.

15. Umweltbezogene Bildung soll allen Menschen nutzen und sie zu einem tiefgreifenden demokratischen Wandel und zur Mitbestimmung in dieser Gesellschaft befähigen. Das bedeuted, daß Gemeinschaften über ihre eigenen Zielvorstellungen bestimmen.

16. Umweltbezogene Bildung beinhaltet alle vorhandenen Formen von Wissen. Wissen ist verschieden, vergrößert sich, ist aus sozialem Zusammenleben entstanden und sollte weder patentiert noch monopolisiert werden können.

17. Umweltbezogene Bildung muß den Menschen ermöglichen ihre Probleme in einer gerechten und humanen Weise zu lösen.

18. Umweltbezogene Bildung muß interessant sein, den Dialog und die Zusammenarbeit zwischen Menschen und Institutionen auf der Suche nach neuen Lebensstrategien unterstützen, sodaß jeder Mensch unabhängig von Herkunft, Alter, Religion, Klasse, physischer oder geistiger Verschiedenheit, seine Grundbedürfnisse sichergestellt weiß.

19. Umweltbezogene Bildung bedarf einer Demokratisierung der Massenmedien und von deren Darstellung der Gesellschaftsprobleme. Kommunikation ist ein unverkäufliches Recht und die Massenmedien müssen transformiert werden, damit sie eine wichtige Rolle bei der Bildung übernehmen, damit sie nicht nur Informationsverbreiter auf gleichmacherischer Basis sind, sondern den Austausch von Meinungen, Werten und Erfahrungen ermöglichen.

20. Umweltbezogene Bildung muß Wissen, Erfahrung, Werte, Leistungen und Handlungen regulieren. Jede Erfahrung für eine positive Veränderung die in bezug auf eine lebenswerte Gesellschaft gemacht werden kann, sollte durchgeführt werden.

21. Umweltbezogene Bildung muß Entwicklungshelfer sein, um eine ethische Grundlage für den Schutz des Lebens auf der Erde zu schaffen. Die Respektierung aller Lebenszyklen und Grenzen gegenüber allen anderen Lebensformen muß garantiert sein.

III. Aktionsplan

Die Organisationen, die diesen Vertrag unterzeichneten, verlangen folgende Durchführungsstrategien:

22. Die Bekanntmachung dieses Vertrages und der weiteren Verträge, die bei der Konferenz der Bürgergruppen während des "`92 Global Forum" entstanden sind, sollen als Dokumente für den Gebrauch in formellen Bildungssystemen und Bildungsprogrammen von sozialen Bewegungen und deren Organisationen verwendet werden.

23. Mit Bürgergruppen, die andere Verträge ausgearbeitet haben, soll an der Lösung von Problemen der umweltbezogenen Bildung, zusammengearbeitet werden.

24. Vergleichende Studien zwischen den Verträgen von Bürgergruppen und den Regierungsverträgen, die bei der Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung entstanden sind, sollen erarbeitet und bei Übereinstimmungen in Bildungssysteme übernommen werden.

25. Die Prinzipien dieses Vertrages müssen so ausgearbeitet werden, daß ausgehend von den Perspektiven lokalen Ursprungs, zu globalen Perspektiven übergegangen werden kann.

26. Wissen, Strategien, Methoden und Praktiken sind in allen Bereichen von formaler, informaler und unformaler Bildung und in allen Altersgruppen zu fördern.

27. Training für Umwelterhaltung, dem Umweltschutz und seinen erforderlichen Handlungen ist Teil einer Pflicht lokaler und planetarer Bürgerschaft und muß ermöglicht und gefördert werden.

28. Mitmenschen und Gruppen zu ermutigen, ihre Meinungen zu vertreten. Institutionen aufzufordern Strategien zu entwickeln, damit zwischen dem, was gesagt und dem was getan wurde, die Verständlichkeit nicht verloren geht, in bezug zu den Kriterien der Werte unserer Kulturen, Traditionen und Geschichte.

29. Informationen über die Wünsche und Erinnerungen der Mitmenschen, in Umlauf zu bringen, damit dafür die geeigneten Wege gefunden werden.

30. Sexuell unabhängiger,jedoch mit mehr Verantwortung fürreinander das Zusammenleben zu gestalten.

31. Die Kreativität der ökologisch verantwortlichen Produzenten und Konsumentenverbände, für die Schaffung nachhaltiger wirtschaftlicher Aktivitäten soll unterstützt und gefördert werden.

32. Die Sensibilisierung für Bürgerinitiativen, die den Umweltschutz betreffen, soll erreicht werden, damit Diskusionen oder Information zu Entscheidungsfällungen die diese Probleme betreffen, durchgeführt werden.

33. In der Bildungspolitik organisatorisch und juristisch fundierte Richtlinien zu schaffen, die garantieren, daß Regierungen einen ausreichenden Teil ihrer Haushalte für den Umweltschutz und für die Bildungsbereiche zur Verfügung stellen.

34. Partnerschaft und Kooperation unter NROs, sozialen Bewegungen und der den Vereinten Nationen angeschlossenen Organisationen, wie z.B. UNESCO, UNEP, FAO und anderen sollen gefördert werden, damit Bildungs, Umwelt und Entwicklungsprobleme regional, national und international eine größere Priorität erhalten.

35. Die Aktionen von regionalen, nationalen und internationalen Netzwerken und deren Organisationen aus Nord, West, Süd und Ost, zu globalen Problemen wie Auslandsschulden, Klimawechsel, Bevölkerung und kontaminierter Nahrung sollen gefördert werden.

36. Es ist sicherzustellen, daß die Medien zu einer Bildungspolitischen Institution werden und das diese durch Informationen pluralistisch auf die Umweltprobleme hinweisen und lokale Rundfunkstationen in diesem Bereich eine größere Beachtung erhalten.

37. Es soll ein größeres Verständniss der Gründe von Konsumentenverhalten- und Praktiken ermöglicht, und durch Aufklärung eine Änderung im Konsumverhalten bewirkt werden.

38. Man muß nach ökologisch adäquaten Produktionsalternativen suchen, damit eine Sicherung der Lebensqualität in allen ögologisch dauerhaften und sozial gerechten Formen ermöglicht werden kann.

39. Es muß eine Handlungsmöglichkeit geschaffen werden, sexuelle, rassistische und andere Verbrechen auszurotten, damit kulturelle Verschiedenheit, Gebietsrecht und Selbstbestimmung gefördert werden können.

40. Es sollen formale und informale Institutionen für höhere Bildung für die Ausbildung von Lehrern geschaffen werden, um eine vergrößerte Bildung in der Gesellschaft zu ermöglichen.

41. Soziale Organisationen und Bewegungen müssen bei der Ausübung von Bürgerpflichten und der damit verbundenen Verbesserung der Lebensqualität und Umgebung unterstützt werden.

42. Es ist sicherzustellen, daß ökologisch orientierte Organisationen ihre Aktionen bekannt machen können und daß ökologische Belange von den Gemeinschaften in ihre tägliche Arbeit miteinbezogen werden.

43. Es müssen Prüfkriterien für Bildungsprojekte in einer ökologisch dauerhaften und sozial gerechten Gesellschaft geschaffen werden, damit über auftretende Probleme muß mit den geeigneten Ansprechpartnern geredet werden.

IV. Koordinations-, Überwachungs- und Beurteilungssysteme

Die Unterzeichnenden dieses Vertrages stimmen folgendem zu:

44. Die Verteilung der Verträge über umweltbezogene Bildung durchzuführen und eine ökologisch dauerhafte und sozial gerechte Bildung in allen Ländern durch Aktionen zu fördern ist.

45. Organisationen und Gruppen von NROs und sozialen Bewegungen zu Treffen aufzufordern, um den Inhalten dieses Vertrages Ausdruck zu verleihen.

46. Diesen Vertrag zu publizieren und die Inhalte in Schulkurikula zu integrieren und durch schriftliche Materialien, Ausbildungsmaterialien, Kurse, Feldstudien, kulturelle Veranstaltungen, Medienprogramme, Messen populärer Kreativität, electronic - mail und anderen Vorgehensweisen zu verbreiten.

47. Eine internationale Koordinierungsgruppe zu bilden, damit die Inhalte dieser Verträge nicht in Vergessenheit geraten.

48. Umweltbewußtes Lehrpersonal in Netzwerken zu verbinden.

49. Abzusichern, daß ein globales Treffen in bezug auf diesen Vertrag innerhalb drei Jahre stattfindet.

50. Aktionen von sozialen Bewegungen zu koordinieren, die um unsere Lebensqualität bemüht sind, um dadurch eine größere internationale Solidarität zu schaffen.

51. Zusammenarbeit zwischen NROs und sozialen Bewegungen zu ermöglichen, um die Strategien und Programme der anderen Gruppen kennenzulernen.

V. Angesprochene Gruppen

Dieser Vertrag richtet sich an:

52. Organisationen, soziale Bewegungen, Jugendliche, Frauen, Bauern, Nachbarn und Künstler, u.a.

53. NROs, die sich zur Grundlagenarbeit verpflichten.

54. Ausbilder, die daran interessiert sind, Umweltprobleme in ihren Lehrprogrammen zu besprechen.

55. Jene, die die Verantwortung für die Massenmedien tragen und daran interessiert sind, Herausforderung, Aufgeschlossenheit und Demokratie zu akzeptieren; Leute, die ein neues Massenmedienkonzept erarbeiten.

56. Wissenschaftler und Forschungsinstitute, die unter ethischen Gesichtspunkten arbeiten.

57. Religiöse Gruppen, die daran interessiert sind, mit sozialen Organisationen und Bewegungen zusammenzuarbeiten.

58. Lokale und nationale Regierungen, die diesem Vertrag zustimmen und eine Partnerschaft anbieten.

59. Geschäftsleute, die sich verpflichten bei ihren Projekten eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchzuführen.

60. Alternative Gemeinschaften, für die das Kennenlernen von Erfahrungen aus neuen Lebensstilen wichtig ist und die mit den Zielen dieses Vertrages übereinstimmen.

VI. Ressourcen

Alle Unterzeichner dieses Vertrages verpflichten sich:

61. Einen Beitrag für umweltbezogene Bildung zu leisten und zur Sicherung der Lebensqualität.

62. Zu fordern, daß ein beträchtlicher Prozentsatz des Bruttosozialproduktes in umweltbezogene Bildungsprogramme fließt, unter direkter Kontrolle durch NROs und sozialen Bewegungen.

63. Vorschläge für ökologische Strategien zu erarbeiten, die unter Bereitstellung moderner Technologien die entstandenen Bildungsprogramme adaptieren.

64. Zu ermutigen, daß Founds entstehen, die die Finanzverteilung für umweltbezogene Bildungsprogramme übernehmen und durch aktive Mitarbeit bei Projekten eine Kontrolle der Verteilung übernehmen.

65. Zur Einrichtung einer globalen Kooperation und Dezentralisierung von NROs und sozialen Bewegungen für Bildungsprogramme, die zugleich auch Prüfrichtlinien erstellen und Erneuerungsmöglichkeiten erarbeiten.


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