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Vertrag zur Urbanisation


Für gerechte, demokratische und lebenswerte Städte, Gemeinden und Dörfer

1. Das Ende des zweiten Weltkrieges ließ ein Entwicklungsmodell entstehen, das auf Produktionssteigerung, Kapitalvergrößerung und Profit maximiert ist. Diese negativen Elemente stärken sich gegenseitig. Menschliches Wohlbefinden wird dadurch zur Nebensächlichkeit degradiert. Es gibt keine Grenzen bei der Anhäufung von Reichtum.
Der Reichtum in den Händen weniger wurde zur Armut der übrigen Menschheit. Um dieses Wachstum zu maximieren, verwenden die Unternehmer die Ressourcen der Erde, zerstören rücksichtslos die Umwelt und polarisieren Länder und Menschheit in Reich und Arm.

2. Das gegenwärtige Entwicklungsmodell fordert Komsumsteigerung durch Steigerung der industriellen Kapazitäten.
Durch die Vertreibung der Landbevölkerung aus ihren Gebieten, wurden Städte zu Mega - Cities, begleitet von Problemen der Armut und Umweltbelastungen.

3. Städte sind die Zentren der politischen und wirtschaftlichen Prozesse, und die Steigerung des Kapitals wird in ihnen weltweit organisiert.
Sie sind die Kommandozentralen von Netzwerken, die das städtische und ländliche Leben verwalten. Dies zeigt sich in den entstandenen Zwischenbeziehungen von ländlichen, städtischen und Angelegenheiten und Dienstleistungen.

4. Millionen Menschen leben in den Stadtzentren, unter Problemen der Wasser- und Luftverschmutzung, ohne sich mit den nötigsten Grundnahrungsmitteln versorgen zu können, ohne Unterkünfte, Sanitäranlagen, Abfallbeseitigung oder Zugang zu öffentlichen Transportmitteln.
Dies zerstört die Gesundheit aller Menschen. Überlastete Frauen, verantwortlich für die Bewältigung von Familien und Gemeinschaftsproblemen, sind die am stärksten Betroffenen.

5. Verarmung und Umweltzerstörung steigern sich in gleichen Maße, wie die neoliberalen Strategien der großen Finazmonopole an Einfluß gewinnen.

6. Die Erweiterung kommunaler Einrichtungen- und Dienstleistungen entstand durch die wachsende privatiesierung öffentlicher Angelegenheiten, unter der Regie des Großkapitals, ohne Rücksichtsnahme auf die Interessen der Bevölkerung und die Lebensqualität.

7. Unter dem Diktat des freien Marktes kann es keine Bezüge zwischen Arm und Reich, weder im Norden noch im Süden geben.
Dienste wie Gesundheit, Ausbildung und Unterkunft sind in der freien Marktwirtschaft nicht für die Ärmsten der Armen zugänglich.
Menschen verlieren ihre Identität, ihre kulturellen Werte, Familienstruktur;
Die allein von Frauen geführte Haushalte werden täglich mehr. Obdachlosigkeit, Straßenkinder, Slums, unsicheres Trinkwasser und "Müllhaldenmenschen" sind die Resultate.

8. Diese Realität hat ihre Wurzeln im Stadtleben und seiner Gefährlichkeit. Morde, seelischer Druck auf unzählige Kinder, Frauen und Obdachlose, sind trotz eines kläglichen Kampfes der Führer von sozialen Bewegungen für mehr Demokratie und eine Verbesserung des Lebensstandards, alltäglich geworden.

9. Regulierende Handlungen der Regierungen sind notwendig, damit die Sicherstellung gerechter, sozialer Lebensverhältnisse entgegen neoliberalen Wohlstandsproklamationen, gewährleistet werden können.Reformen von Politikern müssen einen Armutsausgleich schaffen, vorrangig für jene, die durch kommunale Strukturprogramme in diese Lage geraten sind.

10. Wir benötigen ein neugestaltetes Entwicklungsmodell damit ein objektives Wohlbefinden des Menschen in Harmonie mit der Natur ermöglicht wird.
Die Grundlage dafür ist demokratische Mitbestimmung und soziale Gerechtigkeit für heutige und zukünftige Generationen ohne Diskriminierung wirtschaftlicher, geschlechtlicher, politischer, sozialer oder religiöser Art.

11. Wir bemerken eine gesteigerte aktive Beteiligung der städtischen Bevölkerung bei öffentlichen Angelegenheiten, speziell im sozialen Bereich. Organisationen stellen neue Entwicklungsmodelle vor, die von den Regierungen und internationalen Institutionen im Geiste demokratischer Mitbestimmung anerkannt werden sollten.

12. Wir benötigen radikale Veränderungen der heutigen Lebensbedingungen für die überwiegende Mehrheit der Menschen, speziell durch Agrarreformen, Städtereformen und Regierungsreformen.
Eine Umstrukturierung von Teilen der U.N. Systeme, des internationalen Weltwährungsfont und der Weltbank. Zur Beteiligung ist aufgerufen! Der Weg soll offen sein für die Zusammenarbeit unabhängiger Staaten, und für eine Änderung der Strategien von Regierungen des Nordens gegenüber den Menschen und den Regierungen des Südens.

13. Eine Transformation bei Entscheidungsfällungsprozessen zu städtischen Entwicklungsproblemen, lokal, national und international, für eine größere Beteiligung der Stadtbewohner ist ein Muß, damit sich politische und kulturelle Wertevorstellungen ändern.

Grundlegende Prinzipien

14. Das Recht, "Bürger" zu sein, ist dadurch gekennzeichnet, daß eine Beteiligung der Menschen aus Städten, Gemeinden und Dörfern bei der Gestaltung ihres Lebensraumes und somit ihrer Zukunft praktiziert wird.
Dies schließt daß Recht auf Landbesitz, Wohnung, Nahrung, Sanitäres, Gesundheit, Bildung, Arbeitsmöglichkeit, öffentlichen Transport, Muße und Informationen mit ein, sowie das Recht sich demokratisch zu organisieren, den Respekt vor Minderheiten, Bewahrung von kulturellem Erbe und dessen Ausübung unter dem Gesichtspunkt der kulturellen Erweiterung ohne Diskriminierung von Geschlecht, Nationalität, Rasse oder Glauben.

15. Demokratische Handlungsweisen auf lokaler Ebene sind zu definieren als eine Durchführung von Planen, Erschaffen, Handhaben und Regeln der kommunalen Aufgaben und Dienstleistungen, durch die Beteiligung und Kontrolle von privaten Initiativen und sozialen Gemeinschaften. Durch das Handeln wird deren Arbeit populärer und die Selbstverwaltung und Autonomie der Bürger gestärkt.

16. Die sozialen Funktionen städtischen Eigentums sind dafür ausgelegt, daß gemeinschaftliche Interessen vor einigen individuellen Rechten auf Eigentum gestellt werden müssen, damit die sozialen Möglichkeiten der Einwohner, ihr Gebiet zu nutzen gegeben sind und sie an an demokratischen Entscheidungsprozessen, den Produktionsprozessen und dem Schaffen von Wissen, innerhalb sozial geregelter Normen, für eine ökologisch dauerhafte und sozial gerechte Umgebung, teilnehmen können.

Vorschläge

17. Ein demokratisches Leben in den Städten wird durch den geschützten Einsatz aller nationalen und internationalen Rechte und der Möglichkeit diese zu verbessern und neue auszuarbeiten garantiert, damit die Verteilung gemeinschaftlicher Ressourcen, national und international, zu einer Verringerung der Armut führt.

18. Wir wollen absichern, daß der Prozeß von Produktion, Verteilung und Konsum von Lebensraum, in seinem öffentlichen und privaten Charakter innerhalb der physikalischen Grenzen der Gebiete, der Infrastruktur, und des ökologischen Gleichgewichtes bleibt und so das kulturelle und geschichtliche Erbe geschützt wird.

19. Die Verbindungen zwischen den öffentlichen und privaten Sozialbereichen müssen gestärkt werden, damit Mitbestimmungsmechanismen für die Schaffung von Strategien, auf passenden alternativen Technologien, basieren, die den Gebrauch von natürlichen und materiellen Ressourcen in einer ökologisch dauerhaften und sozial gerechten Entwicklung, effektiver machen.

20. Kontrollmechanismen sind zu schaffen, die illegal zufließende Gelder ausländischer Schuldner, kenntlich machen.

21. Ein Gleichgewicht zwischen Städten und ländlichen Gebieten im Bereich des Handels muß durch die Beendigung von Grauzonen im Handel garantiert werden.

22. Kanalisation muß städtischer und ländlicher Bevölkerung gleichermaßen zur Verfügung stehen.

23. Eine vergrößerte partizipatorische Beteiligung der Bevölkerung, speziell der Frauen, an administrativen Tätigkeiten muß erreicht werden.

24. Informationsrecht und Zugang zu den Massenmedien muß für alle Bürger möglich sein.

25. Der soziale Wohnungsbau ist lokal, national und international zu fördern und eine Kontrolle über die Vergebenen Mittel muß ermöglicht werden.

26. Die Arbeitsplatzbeschaffung ist durch öffentliche Mittel zu fördern.

27. Vorrangig ist zu fordern, daß die öffentlichen Transportmittel unterstützt werden und umweltentlastende Verkehrsmittel eingeführt werden.

28. Kampagnen müssen durchgesetzt werden, welche Frauen die Möglichkeiten bieten zu Haus- und Grundbesitz zu gelangen.

29. Von Landvertreibung bedrohten oder betroffenen Menschen, muß Information und Rechtsbeistand zur Verfügung stehen.

Beschlüsse

30. Die Unterzeichner dieses Vertrages wünschen ein Leben mit Würde in Städten, Gemeinden und Dörfern, das mit Bezug zur sozialen Umgebung aufgebaut ist, zum Wohlbefinden heutiger und zukünftiger Generationen.

31. Es werden Aktionen durch die Beteiligten durchgeführt, um die sozialen Diskriminierungen durch das bestehende Sozialmodell zu beseitigen.

32. Die Beschlüsse dieses Vertrages beinhalten:

a. Die Entlarvung von Massenvertreibungen und anderer Vergehen gegen die Menschenrechte und die Umwelt.

b. Die Ermöglichung eines nationalen, lokalen und internationalen Austausches von Erfahrungen, Expertisen und technischen Hilfen durch die Unterzeichnung dieses Vertrages.

c. Die Unterstützung durch Solidaritätsaktionen, die die Rechte von Individuen und Gruppen, welche durch ihre Abwehrarbeit für das Ideal lebenswerter Städte, Behinderungen hinnehmen mußten.

d. Die Systematisierung, Archivierung, und Publikation von Wissen und neue Recherchen in bezug auf die Lebensqualität in unseren Städten unter Konsultation populärer Gruppen und Institutionen.


e. Die Forderung nach Integration sozialer Studien zur Förderung der sozialen Arbeit in Netzwerke zu integrieren und bei wichtigen städtischen Aktionen mitzuarbeiten, um diese Probleme der Öffentlichkeit bekannt zu machen. f. Lokale NROs und soziale Bewegungen sind in ihrer Selbstverwaltung zu stärken.

g. Kampagnen werden durchgeführt, die es den Unterzeichnern dieses Vertrages ermöglichen, die Effizienz lokaler Aktionen zu stärken.

33. Die Unterzeichner beschließen ein "joint-committee" zu gründen um ihre Arbeit effektiver zu machen.
Representative Beteiligung durch:

HIC Habitat International Coalition

FCOC the Continental Front of Community Organisation

BFUR Brasilian Forum for Urban Reform
Koordination der NRO - Verträge

Die Erdcharta Peter Timmermann, Kanada, Northern Koordinator

Ethische Verpflichtungen Samuel Ukpong, Nigeria

Die Technologische Datenbank
Govind Virupanh, India, Southern Koordinator
Youba Sokona, Senegal, Southern Koordinator
Eric-Normand Thibeault, Kanada, Northern Koordinator

NRO Zusammenarbeit und Ressourcenaustausch
Theo H. van Koolwyck, Netherland, Northern Koordinator

Globale Entscheidungsprozesse der NRO
William Pace, USA, Northern Koordinator

Verhaltenskodex für NROs
Jean Arnold, Kanada, Northern Koordinator

Vertrag zu Kommunikation, Information, Medien und Netzwerke
Roberto Bissio, Uruguay, Southern Koordinator
Millard Clements, USA, Regional Koordinator
Gillian Phillipps, Kanada, Northern Koordinator

Vertrag über umweltbewußte Bildung für eine lebenswerte Gesellschaft und globale Verantwortung
Moema Viezzer, Brasil, Southern Koordinator

Vertrag zu Handel
Kristin Dawkins, USA, Northern Koordinator
Maria Klara Suarez, Brasilien, Southern Koordinator

Vertrag zu Schulden
Marcos Penna Sattami Arruda, Brasilien, Southern Koordinator
Jackson Stuart Hayward, Bermuda, Southern Koordinator
Catherin Ann O`Brian, Kanada, Northern Koordinator

Vertrag zu alternativen Wirtschaftsmodellen
Juan Manuel Madrigal Miranda, Mexico, Southern Koordinator

Vertrag zu transnationalen Wirtschaftsgruppen
Dietman Alexander,App, Deutschland, Northern Koordinator
Kenny Bruno, USA, Northern Koordinator

Vertrag zu Kapitalflucht und Korruption
Denis von der Weid, Schweiz, Northern Koordinator

Vertrag zu Konsum und Lebensstil
Thomas Spaulding, USA, Northern Koordinator

Vertrag der Menschen Amerikas
Bertha Cortez, Mexiko, Southern Koordinator

Klima - Vertrag
Youba Sokona, Senegal, Southern Koordinator

Vertrag über Wälder
Ravi Sharma, Kenia, Southern Koordinator

Vertrag zur Biodiversität
Simone Bilderbeek, Netherlands, Northern Koordinator
Beatiz Gonzales, kolumbien, Southern Koordinator

Vertrag über die Biotechnologie
Beatiz Gonzales, Kolumbien, Southern Koordinator

Vertrag über Abfall
Bertha Cortez, Mexiko, Southern Koordinator
Vertrag zur Landwirtschaft
Kathy Lawrence, USA, Southern Koordinator
Marek Poznanski, Belgien, Regional Koordinator
Antonio B. Quizon, Phillipinen, Southern Koorinator

Vertrag zur Nahrungssicherstellung
Linda elswick, USA, Northern Koordinator
Roel Revilla Ravanera, Phillipinen, Southern Koordinator

Trinkwasser
Telma Regina Simoes Castela Branco, Brasilien, Southern Koordinator
Deborah Moore, USA, Northern Koordinator
Mario Vasconez, Ecuador, Southern Koordinator

Vertrag zur Fischerei
Matthew Gianni, USA; Northern Koordinator

Globaler Frauenvertrag
Bella Abzug, USA, Northern Koordinator

Vertrag zu Bevölkerung, Umwelt und Entwicklung
Judith Kumerling, USA, Northern Koordinator

Urbanisation
Silvio Caccia Bava, Brasilien, Southern Koordinator

Gegen Rassismus
Edialeda Salgado, Nigeria, Delegation

Militarismus
Chaitanya K. Kalevar, Kanada, Northern Koordinator

 

(nach Horst Schielmann)


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