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Vertrag gegen Rassismus


1. Diesen Vertrag gegen Rassismus erarbeiteten die Vertreter der beteiligten Umweltorganisationen bei dem internationalen Global Forum in Rio de Janeiro 1992.
Die Teilnehmer bemühten sich, Richtlinien aufzustellen, die der Tyrannei und Diskriminierung, denen Menschen in Nord- und Südamerika, der Karibik, der Pazifischen Inseln, Asiens, Europas, des Nahen Ostens, Australiens und der afrikanischen Diaspora ausgesetzt sind, Einhalt zu bieten.
Sie verstehen Rassismus als eine Form der ethnischen, sozialen und wirtschaftlichen Tyrannei, welche in rassistischem Machtstreben dem Menschen Dekultivierung aufzubürden versucht.

Die Unterzeichnenden dieses Vertrages gegen Rassismus versprechen:

2. Die Anerkennung der Naturvölker und die Respektierung gleicher Rechte für alle Menschen.

3. Die Identifizierung der manipulierenden sozialen Mechanismen des Rassismus, die Menschen negativ beeinflussen und unter Druck setzen.

4. Die Anerkennung und Respektierung von speziellen Vorsichts- und Schutzmaßnahmen die Naturvölker betreffend, die in Harmonie mit ihrer Umgebung auf der Erde leben, welche ihnen durch den allmächtigen Schöpfer bzw. Schöpferin bestimmt ist.

5. Die Anerkennung ihrer kulturellen, spirituellen und Heilungspraktiken , die durch traditionelles Wissen und in besonderer Verbundenheit zu ihrem Land und ihren Gebieten entstanden sind.

6. Die Anerkennung gemeinschaftlicher intellektueller Besitzrechte, die die Weisheit unserer traditionellen Kulturen, religiösen und ökologischen Lebenswege beinhalten.

7. Die Bereitstellung von Hilfen, um den Überlebenskampf der Naturvölker zu erleichtern, von Reparation und Wiederaufbauhilfen für Vertriebene und seelisch unterdrückte Menschen bereitzustellen. Förderung von Selbstbestimmungsrechten und Unabhängigkeit und diese Anstrengungen auch zu garantieren.

8. Hilfen und Unterstützung für eine ökologisch dauerhafte und sozial gerechte Entwicklung bereitzustellen, um soziale Gemeinschaften zu stärken, damit deren wirtschaftliche Zusammenarbeit menschlich und umweltverträglich, kulturell und spirituell sensitiv ist.

9. Die Bekämpfung entstehenden Rassismus und Abwehr der Aufbürdung europazentrierter - Entwicklungsmodelle, wenn diese nicht wirtschaftlich kooperativ, menschenwürdig, umweltverträglich, kulturell und spirituell sensitiv sind.

10. Die Bekämpfung entstehenden Rassismus und Abwehr der Aufbürdung von Umweltrassismus, der Entwicklungsländer als Mülldeponien für giftige und radioaktive Stoffe benutzt, mit der Begründung, es würden damit Schulden beglichen.

11. Arbeit an einer neuen technologischen und wissenschaftlich bezogenen Ethik, bei der die Biodiversität als ein Eigentumsrecht eines jeden Menschen anerkannt wird.
Diese Ethik beinhaltet, daß keine Form von pflanzlichem, tierischem und menschlichem Leben Eigentum von Wirtschaftsunternehmen, Forschungsinstituten oder Individuen werden kann.

12. Die Durchführung von Aktionen, die ein Verbot fordern, daß unterentwickelte Länder und deren Gemeinschaften, Frauen und Kinder als "Guinea - Schweine" durch Forschungslaboratorien benutzt werden können.

13. Die Forderung eines sozialen Ausgleich, um die Belastungen durch Bevölkerungswachstums - Kontrollstrategien in den Entwicklungsländern zu verringern. 14. Sorge für den Aufbau eines internationalen Netzwerkes in Bildung, Technologie und wirtschaftlicher Hilfe, um global die Armut auszurotten.

15. Die Förderung kultureller Verschiedenheit, während wir uns gleichzeitig um unsere eigene kulturelle Entwicklung bemühen. Wir fordern das Teilen von Kulturgut als Mittel gegen Rassismus.

16. Das Eliminieren jeder Form von Genoziden als Rassenkillern, den Ethnoziden als Kulturkillern - der Ökoziden als Umweltkillern, die extreme Auswirkungen von Rassismus sind.

17. Wir machen dies Versprechen, während wir uns der anderen bestehenden Formen der Macht bewußt sind und fühlen uns solidarisch mit denen, die unter der Diskriminierung von Geschlecht, Klasse, Alter, Sexus, Gesinnung und physikalischer Behinderungen leben müssen.


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