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Ethische Verpflichtungen der NRO zu ihren global-ökologischen Einstellungen und Verhaltensweisen


I. Präambel

1. Angesichts des Zusammenbruchs der Ökosysteme -
angesichts tausender, täglich an Hunger sterbender Kinder -
angesichts grausam behandelter Tiere,
der in erschreckendem Ausmaß verschwindenden Wälder und des Mordes an ganzen Völkern, ist die Haltung derer, die heute noch die technische Herrschaft über die Natur befürworten, gekennzeichnet durch Unverantwortlichkeit und Willkür.

Wir leben unter der Hegemonie eines Entwicklungsmodells, das sich auf wirtschaftliche Beziehungen stützt, die den Markt als solchen privilegieren und in denen sowohl die Natur als auch die Menschen nur als Ausgangsstoff und Gewinnquelle benutzt werden.

2. Die NROs aller Nationen können gegenüber dem Hilfeschrei der Erde nicht gleichgültig bleiben und akzeptieren kein Konzept einer "tragbaren Entwicklung", das sich darauf beschränkt, "saubere Technologien" zu produzieren, wenn gleichzeitig die gegenwärtigen ungerechten, die Mehrheit der Erdbevölkerung ausschließenden, sozialen Beziehungen bestehen bleiben.

3. In dem Versuch, die dualistische Ethik zu überwinden, die den Menschen der Natur entfremdet, statt ihn vielmehr als Teil der Natur zu sehen, der sich seiner Verantwortung bewußt ist, haben NROs und soziale Bewegungen aus der ganzen Welt anläßlich der UNCED- Konferenz in Rio de Janeiro 1992 ihre Einstellungen und Empfindungen in folgenden Grundsätzen dargelegt.

II. Grundsätze

4. Wir gehen von der Einheit der Artenvielfalt aus, wobei jede individuelle Seinsform ein Teil des Ganzen ist und das Ganze durch jedes seiner Teile repräsentiert wird. Wir glauben, daß es eine Interrelation zwischen allen Lebewesen gibt.
In diesem Sinne legen wir fest:

5. Alle beseelten oder unbeseelten Lebewesen haben einen unveräußerlichen Wert, der jede utilitaristische Bewertung übersteigt. Deshalb muß das Recht auf Leben, Erhaltung, Schutz und Kontinuität für alle garantiert werden.

6. Der Mensch hat die Möglichkeit, zur Gesamtheit der natürlichen Zusammenhänge und Beziehungen seinen Teil beizutragen, und somit auch die unaufschiebbare Verantwortung, an der Entwicklung dieser Beziehungen mitzuwirken.

7. Aus Achtung vor dem Leben hat die Menschheit und jede einzelne Person die Verantwortung und die Aufgabe, ihr eigenes Gleichgewicht, und die Harmonie in der Menschenfamilie zu suchen.
Die Wege hierzu sind Solidarität und Kooperation, tiefer Respekt vor Unterschieden und die Ablehnung jeder Form von Herrschaft.

8. Eine wirkliche Achtung, sowohl vor dem Menschen als auch vor anderen Lebensformen, verlangt die Erneuerung des wesentlichen und unbedingten Wertes des Lebens.
Wegen dieser Erneuerung müssen wir Eigenschaften wie die Ehrlichkeit, Kohärenz, Loslösung von materiellem Streben und Einfachheit wiederentdecken und fördern, damit Individualismus und Utilarismus abgebaut werden können.

9. Wir betonen, daß bei der Lösung politischer und sozialer Konflikte die Anwendung gewaltfreier Methoden unbedingt erforderlich ist. Auf der anderen Seite ist festzustellen, daß Veröffentlichung allein inzwischen unzulänglich geworden ist. Deshalb ist die Verwirklichung der von den NROs vorgeschlagenen ökologisch angemessenen Lösungen eine dringende Notwendigkeit.

III. Aktionsverpflichtungen

10. Von den Regierungen muß die Beachtung und Befolgung internationaler Deklarationen und Abkommen verlangt werden.

a.-Die universelle Erklärung der Menschenrechte;

b.-Die universelle Erklärung der Rechte der Kinder;

c.-Die universelle Erklärung der Rechte der Tiere;

d.-Die Charta der Erde (die Rio-Deklaration);

11. Berücksichtigung und Förderung der Einhaltung aller von den NROs im internationalen Forum über Umwelt und Entwicklung beschlossenen Verträge und Verpflichtungen.

12. In bezug auf die Entwicklung der Biotechnologie (Gentechnologie) und in der Absicht, einen ethischen Produktionsprozeß und angemessene Gebrauchs- und Handhabungsweisen sicherzustellen,
sind die NROs verpflichtet, von den Gesetzgebern und Regierungen die gesellschaftliche Kontrolle der Forschungen zu verlangen, damit die Festlegung ethischer Grenzen für deren Expansion und Anwendung, der Informationszugang und eine gerechte Verteilung der daraus resultierenden Vorteile sichergestellt werden.

13. Stetiger Einsatz beim Aufbau einer direkten und partizipatorischen Demokratie, sowohl im NRO- Bereich, als auch in der Gesellschaft allgemein, wird ermöglicht, durch die Sicherstellung der freien Meinungsäußerung, der Dezentralisierung von Machtzentralen, machtgebenden Mitteln, sowie die Beteiligung von Minderheiten.

14. Einsatz bei der Überwindung künstlicher Barrieren, politischer oder religiöser Art, mit dem Ziel eine universelle, menschliche Nation zu bilden.

15. Die NROs verpflichten sich den Grundsätzen, die die Prinzipien der Einfachheit und Begnügsamkeit in Bezug auf kleinere NROs beinhalten.
Durch gegenseitige Kooperation soll eine Stärkung und größere Wirksamkeit der Organisationen als Ganzes gefördert werden.

16. Die NROs verpflichten sich alle Anstrengungen für eine Sicherstellung des Rechtes auf Gesundheit jedes Menschen zu unterstützen, besonders das Recht der Kinder und der Behinderten.


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