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Entwurf von Richtlinien für die Biodiversitätsforschung


1. Wir die Unterzeichnenden nichtregierungsabhängigen Organisationen (NROs), verpflichten uns, nach bestem Wissen und Möglichkeit, beim Planen, Koordinieren, Durchführung und Kontrolle der Wie- derherstellung der Biodiversität mitzuarbeiten, damit alle Einflüße welche die Biodiversität schädigen, erkennbar werden.
Um die lokale biologische Vielfalt zu schützen, und ihre Ressourcen besser zu verwalten, werden wir Richtlinien aufstellen, die an den bestehenden und zu erwartenden Gefahren für die kulturelle und biologische Vielfalt orientiert sind, und mögliche Alternativen diesen Gefahren entgegenzuwirken beinhalten.

2. Wir werden die Einzelnen geschädigten Bereiche der Biodiversität aufzeigen und vor weiteren negativen Einflüssen schützen; hierzu bedarf es folgender Handlungen:

a. Regionale Verwaltungspläne und Aktionen, die an den Prinzipien der Verhältnismaßigkeit und der Prioritätensetzung für Landwirtschafts-, Industrie-, Forst- und Naturschutzgebiete gebunden sind zu spezifisieren; im speziellen befürworten wir die Aufzeichnung traditioneller Praktiken der Nahrungsversorgung, Jagt, Fischerei, Landwirtschaft, Hausarbeit, allgemeine Medizin.

b. eine Bestandsaufnahme der Schäden an den einzelnen Ökosystemen, muß in Beziehung zu bio- physikalischen, sozio-ökonomischen und kulturellen Inhalten und in Betrachtung der angrenzenden und/oder gleichwertigen, jedoch entfernteren Ökosystemen stehen;

c. die anzuwendenden Methoden müssen in ihren biologisch-lokalen, sozio-ökonomischen und kulturellen Bedingungen angemessen sein;

d. die Wechsel- und Zwischenbeziehungen der Ökosysteme, im speziellen jene, die traditionelle Lebensweisen beinhalten und damit zum Erhalt der natürlichen Ressourcen beitragen, müssen beachtet werden;

e. ein Gefahrenverzeichniß der Vorfälle, die durch die Verwendung natürlicher Rohstoffe in der Industrie und der Hochtechnologie entstanden und gefährliche Auswirkungen für Menschen und Biodiversität ergaben, speziell im Bergbau, der Ölförderung, der Schiffahrt, der industriellen Entwicklung und Monokulturanpflanzungen, der Trockenlegung von Wattgebieten, dem Straßen-, Damm-, und Hafenbau, muß erstellt werden;

f. die Identifikation und Bekanntmachung der Personen und ihre Handlungen, die eine Schädigung der Ökosysteme verursachen;

g. die Bekanntmachung der Existenz und den potenziellen Einfluß durch gentechnologisch erzeugte Spezien;

h. die Erforschung und Auswertung der Einflüsse des Militärs auf die Biodiversität;

i. die Erforschung und wenn möglich, eine Festlegung von kulturellen und sozialen Werten der Biodiversität;

j. die Bekanntmachung von Resultaten aus Forschungen im Umweltschutz benötigt legale, institutionelle praktikable Systeme auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene, mit dem vorrangigen Ziel, die Öffentlichkeit über geplante und in Arbeit befindliche Aktivitäten, und deren mögliche Auswirkungen auf biologische Vielfalt zu informieren;

k. dort wo es möglich ist, veröffentlichen wir traditionelles Wissen und leisten technische Hilfen, damit durch zwischenmenschlichen- und zwischenkulturellen Austausch, gemeinsames Wissen über das verwalten der traditionellen ökologischen Systeme entsteht;
im speziellen werden diese Studien die Rolle der Frauen beim verwalten der ihnen zur Verfügung stehenden Ressourcen berücksichtigen. l. die Intensivierung der Seuchenforschung;

m. die Vergrößerung lokaler Studien über die Lebens-, Gebär- und Futterplatzgewohnheiten freilebender Tiere;

n. die Rehabilitation zerstörter ökonomischer Systeme, durch die dafür erforderliche Bodenerosionsverminderung, Wiederaufforstung, Wüstenverringerung, Grund- und Oberflächenwasserschutz, Salinen, Fischbestände und Korallenriffe;

o. die Erforschung der Verwendbarkeit Salzbödenverträglicher Setzlinge für Anpflanzungen in Halbwüsten.

3. Wir, die unterzeichnenden NROs, werden unser Wissen aus spezieller Forschung mit dem Wissen anderer Menschen austauschen. Zu dem Austausch von Forschungsergebnissen in der biologischen, der soziologischen und der ethnologischen Forschung wollen wir besonders motivieren.
Zur Erreichung dieses Zieles werden wir angemessene Medienwerke, Datenbanken, nationale und internationale Seminare und offizielle Bildungskampagnen einrichten.

4. Wir babsichtigen die Erstellung eines internationalen Ethikkodex für Biodiversitätsstudien, damit der Wissenschaft die Verpflichtung abverlangt wird, daß sie die innewohnenden Werte der zu erforschenden Spezien respektiert.

5. In Studien, Beobachtungen und anderen Forschungen über die Biodiversität, werden sich die NROs an die Verpflichtungen dieses Vertrages halten. Wissenschaftliche Forschung in diesem Kontext durchgeführt, beinhaltet den vollen Respekt der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Intigrität der von den Forschungen betroffenen Menschen.
Im speziellen unterliegen die Forschungsprogramme für die Biodiversität folgenden Prinzipien:

a. die Erforschung der kulturellen und biologischen Diversität der Naturvölker kann nur mit deren Zustimmung und Mitarbeit erfolgen;

b. die Integrität der Ökosysteme und ihrer Inhalte muß garantiert werden;

c. gefährdete Tierarten dürfen nur in ökologisch dauerhafter und sozial gerechter Weise für die Zucht verwendet werden;

d. die Ergebnisse aller Biodiversitätsstudien sollen in einem Netzwerk verbreitet, einen gemeinschaftlichen Gewinn darstellen;

e. der Bedarf an technischen Hilfsmitteln für die Verbreitung von Wissen aus den Ergebnissen der Biodiversitätsforschung, muß durch institutionelle Hilfen, sowie Bereitstellung von Logistik bei den Projekten erfolgen.


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