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Vertrag zur Biodiversität


Die Verpflichtung der Bürgergruppen beim "`92 Global Forum in Hinsicht auf die biologische Vielfalt.

Präambel

1. Das Konzept der Biodiversität sollte ein Lebensausdruck sein, der die Vielfalt aller Lebensformen und deren Organisationen und auch Interrelationen beinhaltet, von der molekularen bis hinauf zur biospärischen Ebene, und soll kulturelle Vielfalt miteinschließen.
Biodiversität umschließt alle Lebensformen und Bereiche, in denen natürliche oder domestizierte Lebensformen und Bereiche beherbergt sind.

2. Die Bedrohung der Biosphäre ist eine Bedrohung für jedes einzelne ihrer Teile; wir lehnen deshalb eine fragmentierte Behandlung der Bioversität ab.
Biodiversität ist ein Konzept, das das spirituelle Verständnis von der Einheit des Lebens und die wissenschaftliche Erkenntnis, daß die Vielfalt des Lebens miteinander verbunden ist, in sich vereint.

Ungleichheiten ergeben keinen geeigneten Rahmen für eine biologische Vielfalt.

5. Die Biodiversität wird bedroht, durch die Zerstörung und die Verschmutzung natürlicher Lebensräume, durch die Ausbeutung von Spezien und Ökosysteme, durch kommerzielle Entwicklungsstrategien und Wirtschaftssysteme, die den unveräußerlichen sozialen, kulturellen, wirtschaftlichen und spirituellen Wert der biologischen Vielfalt weder erkennen noch anerkennen.

Prinzipien

6. Für die Bewahrung der Biodiversität besteht eine dringende Verantwortungspflicht aller Menschen und Institutionen.
Die Bewahrung der biologischen Vielfalt beinhaltet die verantwortliche Nutzung ihrer Teile, besonders bei der Absicherung von Entwicklungen.
Die verantwortliche Nutzung darf nicht die ökologische Integrität der Lebewesen und der Ökosysteme beeinträchtigen und muß für die Menschen sozial gerecht sein, das heißt:

a. Alle Mitglieder gegenwärtiger und zukünftiger Generationen bekommen einen sozial gleichwertigen Anteil am Zugang zu den natürlichen Ressourcen.

b. Die Grundstrukturen der gesamten Ressourcen und ihrer Ökosysteme sollten nicht durch den Gebrauch ihrer Komponenten verarmt werden.

c. Alle Lebensformen sollten in respektvoller Weise behandelt werden, ihr unveräußerlicher, kultureller, spiritueller und sozialer Wert muß anerkannt werden und menschliches Tun darf keine Beeinträchtigung von Lebewesen bewirken.

7. Die Erhaltung der Biodiversität verlangt fundamentale Verantwortung bei der Durchführung von sozio- ökonomischen Entwicklungsmodellen und Praktiken auf der ganzen Welt und auch Veränderungen in der Mentalität der Menschen in Richtung auf eine gleichwertige Partnerschaft mit der Erde.
8. Der Schutz der biologischen Vielfalt verlangt vor allem Anerkennung und Bewahrung der Integrität der Ökosysteme und der übergeordneten Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Ökosystemen.

9. Alle sozialen Gruppen, Regierungen und Unternehmen müssen die volle Verantwortung und Haftung für die durch ihre Technologien oder Tätigkeiten verursachten sozialen und ökologischen Schäden an der biologischen und kulturellen Vielfalt tragen.
Infrastrukturelle Projekte sollten die eventuellen Auswirkungen auf das lokale, regionale und globale ökologische Gleichgewicht berücksichtigen.
Die Rehabilitation geschädigter Ökosysteme ist eine grundlegende Verpflichtung. Die Bewußtseinsbildung über die Auswirkungen des Handels mit orientalischen, lokalen, exotischen seltenen Tieren und Pflanzen auf bestimmte Regionen, muß auf internationaler Ebene verstärkt werden.

10. Frauen verdienen für ihr Verständniss im Umgang mit der Natur besondere Anerkennung.

11. Das Wissen, das die traditionellen Kulturen in Erneuerung, Spiritualität und Umgang mit der Natur haben, sowie auch traditionelle Praktiken von Farmern und anderen ländlichen Gemeinschaften, in bezug auf die Artenvielfalt, bilden eine grundlegende Basis, sowohl für deren Erhalt, als auch für den Erhalt der ganzen Menschheit.

12. Domestizierte genetische Ressourcen sind kulturelle Schöpfungen, die in erster Linie von Naturvölkern, gegenwärtigen Kulturen und aus traditionellen Landwirtschaften stammen.
Die in internationalen agrokulturellen Forschungszentren, Genbanken und anderswo hinterlegten Forschungsergebnisse und Statistiken, dürfen in keiner Weise zurückgehalten werden oder als In-
teligenzeigentum betrachtet werden.
Das Recht der Naturvölker, traditioneller Farmer und Fischer auf Kontrolle, Zugang und Nutzung von Wasser, Innovation, kulturelle Traditionen und Handlungsweisen in Hinsicht auf Biodiversität und das Recht auf angemessene Kompensation für den Austausch dieses Wissens, muß garantiert werden.

13 .Technische Hilfen, erhöhte Investitionen und andere Ressourcen sind notwendig für die Unterstützung von Gruppen und Ländern, die nicht über diese Voraussetzungen verfügen, damit sie die nötigen Schritte zur Erhaltung der Biodiversität machen können.
Reformen in Politik, Institutionen, Gemeinschaften und beim im privaten Bereich, auf lokaler und nationaler Ebene sind notwendig, für die Verbesserung der Ausgangsbedingungen, in denen höhere Finanzmittel effektiver genutzt werden können und das öffentliche Bewußtsein über des Biodiversitätsgedankens erhöht wird.

14. Wir lehnen die Verwaltung der für die Umwelt bestimmten Finanzmittel durch die "Weltbank" und im besonderen durch den "Global Environment Found" ab.
Wir schlagen die Einrichtung einer privaten, mit Regierungsarufgaben betrauten Institution vor, die die finanziellen Unterstützungen für die Erhaltung der Biodiversität, in transparenter und demokratischer Weise durchführt.

15. Vermehrter öffentlicher Einsatz für die Anerkennung der Menschenrechte, die Achtung vor dem Planeten, einen verbesserten Zugang zu Bildung und Information und größere industrielle Transparenz, sind fundamentale Vorraussetzungen für den effektiven Schutz der biologischen Vielfalt.

Aktionen

16. Die Erhaltung der Biodiversität verlangt Zusammenarbeit zwischen Organisationen und Individuen aus allen Ländern.
Diese Zusammenarbeit muß auf Solidarität, Unabhängigkeit und Achtung vor der kulturellen Verschiedenheit basieren.

17. Aus diesem Grunde lehnen wir alle Versuche ab, die Öffentlichkeit, durch Verbindungen, Regierungen und einzelnen Machtkonzentrationen zu spalten ab. Die Befragung und Zustimmung aller an der Erhaltung von Biodiversität arbeitenden Menschen ist eine Grundsätzlichkeit.
18. Wir werden alle Möglichkeiten für die Erhaltung der Biodiversität ausschöpfen und die unabhängigen Rechte der Naturvölker und traditionellen Kulturen und ihre Bemühungen für die Erhaltung ihrer Gemeinschaften und Umweltbeziehungen in Übereinstimmung mit den oben genannten Prinzipien, unterstützen.

19. Wir werden mit anderen Menschen und Organisationen für die Erhaltung der biologischen Vielfalt zusammenarbeiten. In aktivem Austausch bestehender Erfahrungen und in Netzwerken, um dadurch:

a. den Gebrauch aller verfügbaren Informationen, besonders den Informationen aus den Natur- und Sozialwissenschaften, Rechtswegen und praktischen Erfahrungen, wobei der Ursprung immer respektiert wird;

b. finanzielle Mittel;

c. technische Hilfen, die traditionelle Konzepte und Umgangsweisen mit natürlichen Reserven in den Mittelpunkt stellen.

d. Menschenarbeit und Fähigkeiten;

e. andere anwendbare und angemessene Ressourcen;

f. Die Arbeit einzelner für die Erhaltung der Biodiversität und seine konkreten Bemühungen für den Aufbau von Netzwerken zum Schutz der Biodiversität vor Ort, wenn diese Ressourcen für den Erhalt der Biodiversität notwendig sind und auf dem Recht der Selbstbestimmung der Naturvölker und anderer Gemeinschaften basieren, die harmonisch in ihrer Umwelt leben.

20. Wir, unabhängige Bürger aus vielen Gebieten dieser Erde, Angehörige verschiedener Kulturen und Fachrichtungen, haben uns beim Global Forum zusammengefunden, um die oben genannten Prinzipien zu unterzeichnen.

21. Wir betonen, daß wir nicht vorgeben die sogenannte NRO- Gemeinschaft zu repräsentieren, weil die Basis ihrer Arbeit in deren Unabhängigkeit und Verschiedenheit liegt.
Trotz unserer Verschiedenheit versuchen wir zu gemeinsamen Übereistimmungen bei den uns betreffenden Problemen zu gelangen. Wir zelebrieren und würdigen dadurch die biologische und kulturelle Vielfalt.

22. Dennoch ist es bezeichnend, daß wir, eine unterschiedliche Gruppe von Menschen den oben genannten Verpflichtungen und Prinzipien zustimmen.
Wir laden alle Menschen dazu ein.
Ihre Unterzeichnung wird diese Prinzipien bedeutender machen.

23. Diese Prinzipien sind ein minimaler Standart für NRO Beteiligung in Bezug zur Artenvielfalt.


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