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Meeres-Naturschutzgebiete


I. Präambel

1. Marine Schutzbereiche sind lebensnotwendig für die Erhaltung besonders wichtiger Ökosysteme. Vor allem Ökosysteme im Küstenbereich wie Buchten, Flußmündungen, Lagunen, Mangroven, Wattenmeere, Seegrasgebiete und Korallenriffe sind sehr produktiv und jedes in seiner Art sehr komplex. Aber sie sind auch sehr anfällig für natürliche und menschliche Eingriffe, wie z.B. Klimaveränderungen, Anstieg des Meeresspiegels, Bagger und Auffüllarbeiten, Kanalisierungen, Ablagerungen, Abwasserzuflüsse und die Bebauung der Uferbereiche, um nur einige zu nennen.

2. Es besteht eine dringende Notwendigkeit zu sofortigen Aktionen gegen die weitere Zerstörung dieser unschätzbar wertvollen Ökosysteme. Die Verwaltung und Nutzung der Küstenbereiche und Hochseeressourcen wird in steigendem Maße durch das gegenwärtige globale Wirtschaftsmodell vorangetrieben, das an der Ressourcenausschöpfung und der Erzeugung großer Profite orientiert ist und von den Staaten, sowie nationalen und internationalen Regierungsinstitutionen kontrolliert wird. Diese entsprechen damit den Interessen einiger industrieller und politischer Machtgruppen, denen die Probleme und Bedürfnisse der Menschen in diesen Küstenregionen gleichgültig sind.
Oft werden Projekte genehmigt, die mit der Erhaltung des ökologischen Gleichgewichts und dem Fortbestand dieser Gebiete unvereinbar sind. Daraus resultieren Umweltprobleme, die sich auch in den Lebensweisen der nativen Bevölkerungen reflektieren, deren Nahrungssicherung von den Lebendressourcen bestimmt wird und die deshalb oft aus ihren Lebensräumen verdrängt werden. Diese Faktoren verursachen Arbeitslosigkeit, Armut und Hunger.
Die Regierungen der Welt müssen das Wissen der eingeborenen Bevölkerungen, der Fischervölker und anderen umweltbewußten Nutzern der marinen Lebensräume berücksichtigen.

3. Umwelterziehung in Bezug auf die Meere unter einer ganzheitlichen Betrachtung hat nichts mit Idealismus zu tun, sondern mit Realismus. Es ist die Erkenntnis, daß die Welt sich einig werden muß in dem Versuch, diese Probleme zu lösen, damit keine weiteren Katastrophen entstehen.
Wir brauchen eine weltweite Einstellungsveränderung zu den Problemen der Lebensstile sowie gut informierte Bürger, die sich der Problematik der Umweltzerstörung bewußt sind und danach trachten, Lösungen für bestehende Probleme zu finden.

4. Durch massive Anstrengungen im Bereich der Umwelterziehung müssen die Einstellungen und Werte der Weltbevölkerung soweit verändert werden, daß sie sich der Dringlichkeit dieser Probleme bewußt wird und die moralische Pflicht erkennt, an der Lösung dieser Probleme kooperativ mitzuarbeiten.
Die Ozeane der Welt sind eine gemeinsame Ressource der Menschheit und brauchen den Schutz durch internationale Institutionen.
Es gibt nur ein großes Weltmeer, für das es keine reale Gebietsaufteilung geben darf. Es ist längst an der Zeit, daß wirksame Aktionen auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene stattfinden.

II. Prinzipien

5. Meeresschutzgebiete müssen für die Erhaltung der Biodiversität geschaffen werden, wobei der nativen Bevölkerung spezielle Beachtung und Unterstützung zuteil werden muß.
Ein umfassendes Ressourcenmanagement, das biologische, physikalische, kulturelle, soziale und politische Faktoren in Bezug auf diese Ressourcen berücksichtigt, muß ausgearbeitet und verwirklicht werden.

6. Strikte Regelungen und Kontrollen sind notwendig in Bezug auf die Durchführungsstrategien zur Schaffung von Meeresnaturschutzgebieten. Die Schaffung von Meeresnaturschutzgebieten muß solange erzwungen werden, bis die Gesellschaft die Wichtigkeit dieser Maßnahmen erkennt.

7. Indigene Völker und andere Bevölkerungsgruppen müssen gestärkt werden, damit sie bei Entscheidungsprozessen mehr Mitbestimmungsrechte haben.

III.Aktionen

8. Die regierungsunabhängigen Organisationen (NROs) müssen sich dafür einsetzen, daß wissenschaftliche und technologische Forschungszentren gezwungen werden, ihre Projekte entsprechend den gegenwärtig bestehenden Umweltbedingungen der einzelnen Länder oder Regionen zu entwickeln.
Auf diese Weise soll sichergestellt werden, daß sie wirtschaftlich und sozial gerecht, demokratisch und umweltverträglich sind.

9. Die NRO werden Projekte die von öffentlichen Finanzinstitutuionen gefördert werden beobachten, um sicherzustellen, daß kein Schaden an den Meeresökosystemen entsteht.

10. Die NROs werden Umweltsicherungsprogramme für die Öffentlichkeit in Bezug auf die Meeresökosysteme entwickeln und durchführen, um das Bewußtsein für die Wichtigkeit von Küstenökosystemen, wie z.B. Buchten, Korallenriffen, Lagunen und anderen zu fördern.

11. Die NROs werden spezielle Workshops und Seminare über Ressourcenmanagement für industrielle und politische Führungskräfte leiten. Es ist notwendig, daß Regierungsautoritäten die Bedürfnisse lokaler Bevölkerungsgruppen und die Beibehaltung und Ausweitung traditioneller, umweltvertäglicher Ressourcennutzungsmöglichkeiten verstehen.
Im speziellen müssen regionale, nationale und internationale Aspekte berücksichtigt werden.

12. Die NROs werden bei den Regierungen Vorschläge in Hinsicht auf die Erhaltung von ökologisch relativ ursprünglichen und gefährdeten Gebieten unterbreiten. Dazu gehören die Laichgebiete gefährdeter Arten, umweltverträglicher Fischfang, Wiederherstellung geschädigter Ökosysteme, Abgrenzung der Küstengebiete gegen externe Schädiger, umweltverträgliche Nutzung der für den Handel bestimmter Arten, Überwachung der Meereslebensräume und strengere Bestimmungen, sowie die Finanzierung der Meeresgrundlagenforschung.

13. Die NROs werden bei den Regierungen Lobbying, für ein Verbot der Anwendung giftiger Chemiekalien und destruktiver Ausschöpfungsmethoden, z.B. den Explosionsfischfang, durchzusetzen. Dies gilt besonders in den Meeresschutzbereichen und Naturparks, betreiben.

14. Auch nach der Festlegung von Plänen für das Ressourcenmanagement der Küstengebiete sollten die Gesetzgeber den Küstenbewohnern das Recht einräumen, Entscheidungen zu überdenken und gegebenenfalls zu ändern.
Alle Küstenbewohner sollten über die Einrichtung von Meeresschutzgebieten informiert werden und in öffentlichen Foren an Diskussionen und Debatten teilnehmen können.

15. Die NROs fordern die Regierungen auf, Richtlinien und ethische Umweltprinzipien im Hinblick auf den sogenannten "Ökotourismus" festzulegen und bei der Erschließung von Küstenbereichen aaufzupassen.

16. Internationale Institutionen wie der (WWF), und REEF RELIEF sollten Hilfen für Erziehungsprogramme mit dem Schwerpunkt der Wiederherstellung besonders gefährdeter Meeresökosysteme bereitstellen.

17. Die NROs werden die International Ocean Comission (IOC) auffordern, internationale Kontrollprogramme durchzuführen.

18. Die NROs fordern Finanzierungsinstitutionen auf, Gelder für das Ressourcenmanagement der Meere, für den marinen Umweltschutz und für Erziehungsprogramme bereitzustellen.

19. Die NROs fordern, daß die Kontrolle der Meeresnaturschutzgebiete und ihr Ressourcenmanagement durch die ICUN weltweit durchgeführt wird.

IV.Verpflichtungen s. Verschmutzung der Meeresökosysteme


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