Oekumenische Treffen: Global
Oekumenische Treffen: Weltregional und national
Oekumenische Treffen: Basisbewegung
UN Konferenzen
NGO Begleitkonferenzen
Bibliographie
House of Studies
Kunstgalerie
Home
   

Reduzierung der Schäden an den Meeresökosystemen


I. Präambel

1. Die meisten bekannten Wissenschaftler und Umweltschützer sind sich darin einig, daß physikalische Veränderungen in den Ökosystemen die größte Bedrohung für die biologische Artenvielfalt auf dem Land darstellt, - aber nur wenige Menschen verstehen, daß sie ebenso die Hauptgefahren in den Meeren sind. Alle Lebewesen sind an einige spezifische physikalische Bedingungen angepaßt und an andere nicht. Deshalb sind die physikalischen Bedingungen ausschlaggebend für die Artenvielfalt, die in dem jeweiligen Ökosystem besteht. Durch Veränderungen in den Strukturen oder bei den Eigenschaften der oberen Wasserschichten, verursachen die Menschen die Verarmung, Fragmentierung oder sogar Beseitigung der Lebensräume vieler Arten und damit eine Änderungen in den Prozessen der Ökosysteme. Einige dieser physikalischen Veränderungen sind absichtlich herbeigeführt, z.B. durch die Aberntung der Mangrovenwälder, Mineration, die Kan alisierung der Wattgebiete, Schleppnetzfischen, Absperrung und Dynamitfischen.
Nur wenige Menschen verstehen, daß das Fischen mit dem Schleppnetz weitreichende dauerhafte Schädigungen der marinen Ökosysteme mit sich bringt.
Wie die Verschmutzung, so kommen auch die größten Gefahren für die marinen Ökosysteme von Land, durch Verschlammung als Folge von Abholzungen, der Landwirtschaft, Fischzucht, Straßenbau, der übermäßigen Bebauung der Küsten, bis hin zur Konstruktion von Hafendämmen, Landungsbrücken und dem Bau von Hafenanlagen und Deichen, die den natürlichen Zufluß von Süßwasser und Nährstoffen schmälern und trächtige Spezien am Erreichen ihrer Laichplätze hindern.
Landungen und Trampelpfade sind ernste Probleme in häufig besuchten Strandgegenden, besonders aber für die Korallenriffe.
Der Verlust der marinen Feuchtgebiete, einschließlich der Wattgebiete und der Salzmarschen ist an einigen Küsten nahezu vollständig.
In den tieferen Meeresschichten sind Schäden an den Ökosystemen weniger leicht erkennbar, aber eine Vereinfachung und Fragmentierung kann weitreichende Folgen haben.
Nur wenige Regierungen weisen umfassende Vorschriften für physikalische Veränderungen mariner Systeme auf. Meistens sind verschiedene Behörden für die Regulierung von Zucht und Haltung, Hochseefischerei, und den Deichbau zuständig. Die Aufsplitterung der Entscheidungsautorität trägt zur beschleunigten Verarmung, Zerstörung oder Fragmentierung der marinen Ökosysteme bei.

II. Prinzipien

2. Durch die Vielfalt der physikalischen Veränderungen in den marinen Ökosystemen stellen sich den Regierungen bei dem Versuch, marine Ökosysteme zu schützen und ihre Nutzung aufrechtzuerhalten,
besondere Probleme. Die Regelungen müssen speziell auf die besonderen Arten von physikalisch schädigenden Aktivitäten zugeschnitten sein, aber es besteht auch die Notwendigkeit zu umfassender Kontrolle und Management.
Es ist wichtig, die Menge und die Zeitvorgabe des Süßwasserzuflusses in die Mündungsgebiete und Küstengewässer aufrecht zu erhalten.
Für Ökosysteme wie Braunalgen, Seegras, Mangrovenwälder, Korallenriffe und Seefischgründe dürfen keine physikalischen Veränderungen erlaubt sein. Diese Ökosysteme sind gegenüber erhöhter Trübung des Wassers besonders anfällig und müssen vor Verschlammung und den Folgen von Landnutzungen geschützt werden. Aber auch sandige oder schlammige Meeresböden, die bei oberflächlicher Betrachtung unbelebt scheinen, beherbergen viele unterschiedliche biologische Strukturen.
Dies sind natürlich die Ökosysteme, die am häufigsten Prozessen wie Schleppfang und Absperrung ausgesetzt sind. Aufgrund der niedrigen Anpassungsfähigkeit der meisten Tiefseeökosysteme sollten internationale Verträge und die Regierungen besonders sorgfältig alle Genehmigungen für Tiefseebohrungen prüfen.

III. Aktionsplan

3. Die NROs werden die Nationen zur Einführung von Gutachtenverfahren für Umweltauswirkungen für alle Projekte, die physikalische Bedingungen der marinen Ökosysteme angreifen könnten zur Überprüfung der Zuverlässigkeit dieser Gutachten auffordern.

4. Die NROs werden sich dafür einsetzen, daß die Aberntung von Mangroven, Trockenlegungen und Deichkonstruktionen in relativ intakten Mündungsgebieten und Küstenökosystemen soweit wie möglich reduziert werden.
5. Bei Entwicklungsprojekten, die eine Ableitung von Süßwasser aus Flüssen beinhalten, muß sichergestellt werden, daß der Wasserzufluß in die Mündungsgebiete und marinen Ökosysteme in Menge, Qualität und Zuflußgeschwindigkeit aufrechterhalten wird, damit die negativen Effekte für deren Lebewesen so gering wie möglich gehalten werden.

6. Die UNEP sollte gemeinsam mit der Weltbank und anderen internationalen Organisationen und nationalen Regierungen-Methoden zur Begutachtung der Gesamtauswirkungen von physikalischen Veränderungen bei geplanten Wassereinzugsprojekten im Küsten- oder Meeresbereich festlegen.

7. FAO (Food Agriculture Organisation) und IUCN (International Union for Conservation of Natur) werden dazu aufgefordert, alle verfügbaren Informationen über die lokalen und regionalen physikalischen und biologischen Auswirkungen der Schleppnetzfischerei auf dem Meeresboden zu sammeln und eine internationale Arbeitsgruppe ins Leben zu rufen, die sich mit den Folgen von Reusenzugfischerei beschäftigt und versucht, Mittel zur Begrenzung ihrer Folgen zu finden.

8. Die NROs werden ein internationales Forum einberufen, daß den Vereinten Nationen die notwendigen Dokumentationen für die Ausarbeitung globaler Richtlinien bereitstellt, die die zerstörerischen und unverantwortlichen Fischfangtechniken, wie z.B. Dynamitfischfang, die eine physikalische Zerstörung der Meeresböden bewirken, "muri ami", ein für alle Mal verbieten.

9. Die Regierungen sollen aufgefordert werden, Schutzbereiche einzurichten und zu verwalten, in denen physikalische Veränderungen auf einem absolutem Minimum gehalten werden.

10. Die NROs verlangen das Ende des Abbaus von Korallenriffen für Aquarien, touristische Zwecke oder als Baumaterial, wenn nicht aufgezeigt werden kann, daß sie in ökologisch verträglicher Weise produziert wurden und gleichzeitig eine Kontrolle der Population dieser Spezien vorgenommen wird, um die Rechtmäßigkeit sicherzustellen.

11. Die NROs drängen die Regierungen, spezielle Gesetze für den Bau von nuklearen Anlagen in Küstenbereichen zu erlassen, um das Problem der thermalen Umweltschädigung zu beseitigen.

IV. Verpflichtungen s.Verschmutzungen der Meereslebensräume

V. Unterschriften


weiter


powered by <wdss>

Sitemap | Druckversion | nach oben^


© 2016 by Stiftung Oekumene | eMail: ecunet@t-online.de