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Vertrag der Menschen Amerikas


1. Eine der Strategien der Länder des Nordens für die Länder des Südens ist die Amerika Initiative (oder Bush - Plan), veröffentlicht am 27.6.1990. Darin gibt es drei Bereiche: Handel, Investment und ausstehende Schulden. Der erste Bereich, ist soweit beschlossen, eine Strategie des freien Handels, einschließlich der Verpflichtungen der USA, den Export zu erleichtern.
In dem Bereich Investment schlagen die USA die Einrichtung eines Investments Founds für Lateinamerika und die Karibik, unter der Führung der Inter - American Development Bank (IDB) vor, um die Privatisierung zu fördern. In Bezug zu den ausstehenden Schulden, ist eine geringe Erlaßbereitschaft zugestanden worden.
Weitere Hilfen sollen durch die Vergabe von offiziellen US- Anleihen an die Lateinamerikanischen Staaten erteilt werden, wenn diese zu Strukturanpassungen bereit sind, die durch die Weltbank und den IMF (Internationalen Monetary Found) vorgeschlagen werden. Im Gespräch sind auch "Dept for Nature swap - mechanismen", durch Umweltfoudations.
Diese Founds sollen durch NROs, lokale Regierungen und der Regierung der USA gemanaged werden. Die Absicht, die NROs in die Bush- Initiative zu integrieren ist, sie kontrollieren zu können, um ihre Kritikfähigkeit zu vermindern.

2. Diese Initiative beabsichtigt bestehende Entwicklungsmodelle und multinationale Konzernstrategien zu übernehmen mit all ihren sozialen und ökologischen Konsequenzen.
Diese Initiative untergräbt die Organisation von kommunalen Initiativen und beeinflußt die Möglichkeiten der lokalen Bevölkerung ihren eigenen Entwicklungskurs zu verfolgen.

3.Wir lehnen diese Initiative für alle Amerikaner ab, auch das bezahlen des Schuldenservices und die befohlenen Strukturveränderungen.
Wir verpflichten uns selbst eine Initiative der Völker Amerikas zu schaffen, die an dezentralisierten Entwicklungsmodellen arbeitet. Dies soll durch folgende Beschlüsse durchgeführt werden:

1. Strukturberichtigung

4. Die Finanzstrategien des IMF Internationaler Monetary Found und der Weltbank sind seit den `70er Jahren fundiert durch:
Liberalisierung und Verunsicherung des Marktes und des internationalen Handels, die Einmischung von ausländischen Investitoren, ansteigende Exporte, Forderungen nach Produktspezifikationen durch die Importländer, die Vertiefung des Verarmungsprozesses und die Gefährdung ganzer Bevölkerungsbereiche in der Karibik und Lateinamerika.
Verschwendung und Verschmutzung der Ressourcen, Schuldenanstieg und Landaneignung durch wenige Menschen.
Im Ganzen ist eine transnationale Wirtschaft entstanden, bei der die Grundbedürfnisse der Menschen übergangen worden sind. Änliche Prozesse mit ihren negativen Auswirkungen fanden auch in den USA und Kanada statt.

5. Darum sind wir verpflichtet, Informationen und geprüfte Analysen über die Umwelt und soziale Konsequenzen des "Prozesses der Strukturellen Veränderung" in den Ländern Lateinamerikas und der Karibik, genau wie in den USA und Kanada zu verbreiten. Das schließt auch die Folgen für soziale Gruppen, z.B.: Frauen, Jugendliche, Kinder, ethnische Minderheiten etc. mit ein.
Wir lehnen die Machtkonzentrationen und Profitstrategien dieses Modells ab und bestimmen, daß alle ökonomischen Regelungen in ihrem Aufbau einer Umwandlung bedürfen, damit diese "sustainable" entsprechend den beiden Termen "ökologisch dauerhaft und sozial gerecht" bzw. "nachhaltig" sind.

2. Freier Handel und Integration

6. Die Liberalisierung der nationalen Entwicklungen durch Strukturveränderungsprogramme, ist ein Vorwand um eine undurchsichtige Handelslibelarisierung einzuführen.
Transnationale Firmen müssen den Bedürfnissen der nationalen Wirtschaften angepaßt werden, damit Kapital und Produkte ohne Hindernisse in den Produktionsländern verbleiben.
Die Vereinigung der Länder Lateinamerikas können wirtschaftlich eine positive Alternative sein.

7. Um die weitere Integration eines nicht nachhaltigen Entwicklungsmodells mit den Inhalten von Gehaltspressur, nebenrangiger Berücksichtigung der Gesundheitsvorsorge, des Arbeitsrechtes und der Umweltqualität zu beenden, sowie es den Menschen aller Nationen zu ermöglichen, daß sie ihre Ressourcen selbst verwalten. Daher müssen wir die Absichten des freien Marktes und der Amerika Initiative ablehnen, wenn sie nicht sicherstellen, daß Arbeitsplätze geschützt werden.

3. Ausstehende Schulden

8. Die bestehenden neo-liberalen Wirtschaftsprogramme eingeführt durch die Regierungen des Südens, haben in großen Maße die Schwierigkeiten vertieft.
Politische und soziale Ungleichheit besteht zwischen Nord und Süd.
Anleihen und Schuldenservice sind vergrößert worden und sind die Ursachen der größer gewordenen Armut der unterentwickelten Länder, verbunden mit Umweltzerstörung durch Produktion und Export, nach der Devise Produktionsmaximierung - "koste es was es wolle".
Diese dem Finanzmarkt abhängigen Visionen verhindern Modelle von ökologisch dauerhaften und sozial gerechten Entwicklungen.

9. Wir verpflichten uns selbst gegen die Zahlungsverpflichtungen der Dritten-Welt zu kämpfen, denn die meisten Schulden sind durch Zahlungen an den Schuldenservice, Institutionen oder durch ungerechte Abgaben mehr als bezahlt. Aus dem selben Grund akzeptieren wir keinen "debt for nature swap" oder ähnliche Mechanismen. Auch lehnen wir Schuldenrückfluß durch Strukturveränderung ab. Wir rufen zu einem kompletten Schuldenerlaß für die Länder der 3.Welt auf.

4. Ökologische Schulden

10. Die Mechanismen der Strukturveränderungen; durch die ausstehenden Schulden beeinflußt, haben das internationale Finanzsystem zu einem Netto - Transfer von Ressourcen aus dem Süden verpflichtet (natureller, finanzieller, menschlicher und energiebezogener Art), unterstützt durch inversen Technologietransfer des Nordens zur billigen Produktion. Dies untergräbt die Autonomie der Länder des Südens.
Mit diesen Problemen verbunden, ist die intensive Zerstörung der Natur und und die Gefährdung vieler wichtiger Entwicklungsbereiche der Bevölkerungen in der Dritten Welt.

11. Es ist darum nötig, das System als ein Ganzes zu betrachten. In seinen Teilbereichen ist es die Verschuldung gegenüber der Biosphäre, die die Lebensqualität bedrohlich gefährdet. Die Kapazität dieser Bedrohung entgegenzuwirken, ist minimal.

12. Wir verpflichten uns die wahren Gründe der ökologischen Schulden international bekannt zu machen.

13. Wir verpflichten uns zu der Erneuerung der ökologischen Basisgruppen; den vergewaltigten ethnischen Gruppen, Gemeinschaften, Länder oder Regionen des Südens, durch die Industrieländer des Nordens, die die ökologischen Schuldner sind und damit verantwortlich, für die Umwelt- und sozialen Mißstände.
Wir fordern, das Regierungen und nationale und internationale Unternehmen die Umweltzerstörungen beheben die sie verursacht haben und die Schäden wirtschaftlich ausgleichen.

5. Kulturelle Verschiedenheit

14. Die Verschiedenheit der Kulturen und Zivilisationen ist das charakterisierende Zeichen der Amerikanischen Bevölkerungen. Für 500 Jahre waren ihre Naturvölker einem verbrecherischem Prozeß gegen ihre Kulturen ausgesetzt.

15. Wir kämpfen für die Verschiedenheit ihrer Kulturen. Wir wollen durch Aufklärung erreichen, daß sie sich ihrer Werte wiederbesinnen, die ihren Ursprung in den Amerindern, Afrikanern und Europäern haben, jedoch auch in den radikalen Vermischungen von Rassen und ethnischen Gruppen, als Teil der Biodiversität.

6. Einige Alternativen

16. Wir kämpfen dafür, daß der Transfer von umweltentlastenden Technologien und die Transfers von schmutzigen Technologien in die Dritte Welt beendet werden.

17. Wir wollen, daß für eine reine Technologie geforscht wird und diese verbreitet wird. Wir fordern ländliche und städtische Mikroindustrien, sowie die Entwicklung von Kleinbetrieben als Basis eines neuen Entwicklungsmodells, weil es viel effektiver ist; da es Menschen integriert, gemeinschaftlich kontrolliert wird und ohne negative Einflüße auf ihre Umgebung ist. Es erlaubt Gemeinschaften in ihrer natürlichen Umgebung zu bestehen.

18. In jedem Falle fordern wir die soziale Gleichstellung von Frauen und Minderheiten.Die Sozialen und Umweltbedürfnisse in Lateinamerika, haben viele Übereinstimmungen in ihrer sozialen und wirtschaftlichen Struktur. Die NROs dieser Länder haben hierzu ansprechende und integrierende Aktionen zur Lösung der Probleme entwickelt. Sie sind nun erwacht, und deshalb werden internationale NROs und soziale Bewegungen aus Nordamerika, Lateinamerika und der Karibik zusammenarbeiten.

19. Wir verpflichten uns selbst unseren Erfahrungsaustausch zu intensivieren. Wir werden neue Mechanismen von Solidarität aufbauen, "joint actions" für eine demokratische, sozial gerechte, dezentralisierte Entwicklungsarbeit in unseren Gemeinschaften.

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