Vertrag zu alternativen Wirtschaftsmodellen
Präambel1. In der heutigen Zeit ist unsere Erde durch eine gekoppelte Wirtschafts- und Umweltkrise gekennzeichnet. 2. das Handelsmodell des Freien Marktes/Freien Handels eine Wirtschaftsform legitimiert, bei der unglaublicher Wohlstand in den Händen weniger liegt und eine weltweite Armut die Konditionen für unsere gesellschaftliche Humanität bestimmt. 3. die sozialen, kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Ungerechtigkeiten in den nationalen Systemen, die einige Eliten in Nord und Süd stützen, vergrößern die Klassenunterschiede der Völker und Geschlechter. 4. die neoliberalen Kräfte wie z.B. die Bretton Woods Institutionen, teilweise die Weltbank, der IMF (Weltwährungsfound) GATT gebrauchen ihren Einfluß, um die transnationalen Unternehmen bei der Kontrolle über der Ressourcen der Erde, zu unterstützen und auszuweiten. Auch das Brundtland - Modell verhindert dies nicht; 5. die gegenwärtige Verbreitung der Ideologie des freien Marktes unterminiert die Kraft der Staaten Strategien zu entwickeln, die die natürlichen Ressourcen schützen, Menschlichkeit und transformierte soziale Beziehungen berücksichtigt und ökologischen Basisgemeinschaften erlaubt, variable Praktiken durchzuführen; 6. das vorherrschende patriarchalisch aufgebaute industrielle System vergrößert die Unterschiede von Motivation und Einkommen zwischen den Männern auf der einen und den Frauen und Kindern auf der anderen Seite. 7. Wir die NROs und soziale Bewegungen haben diesen Vertrag aufgesetzt, um Alternativen zu dem bestehendem Wirtschaftsmodell zu definieren und zu etablieren; wir führen dafür die folgenden Prinzipien, politischen Verpflichtungen, Aktionspläne und Weiterführungsmechanismen an. PrinzipienUnsere Vision von einem alternativen Wirtschaftsmodell beruht auf folgenden Prinzipien: 10. Eine Alternative zu dem bestehenden Modell, muß auf den Erkenntnissen traditioneller Gemeinschaften basieren, die Menschen motivieren und in der geschichtlichen und kulturellen Realität verankert sein. 12. Ein alternatives Wirtschaftsmodell orientiert sich mehr an der lokaler Selbstversorgung seiner Gemeinschaften, Regionen und Nationen ,als am freien Markt, dem Weltmarkt und der organisierten zentralen Produktion und Verteilung transnationaler Unternehmen. 13. Um sicherzustellen, daß die Wirtschaft ihre Ziele von den Verwendungsmöglichkeiten aus konstruiert, müssen die wichtigsten Entscheidungen, die die Menschen und ihre Gemeinschaften betreffen, auch an deren Bedürfnissen orientiert sein. Dies steht im Gegensatz zu den dominierenden, diskriminierenden internationalen Wirtschaftsbeziehungen, die von wenigen Zentralen aus die Perepherie beherrschen. 14. Eine der zentralen ethischen Grundlagen eines alternativen Wirtschaftssystems ist die gegenseitige Interdependenz aller Menschen untereinander und die Zwischenbeziehungen aller Menschen und Gemeinschaften und der materiellen unbeseelten Welt. 15. Menschliche und wirtschaftliche Entwicklung darf nicht länger vorrangig durch Produktionsstatistiken und dem Stand der technologische Forschung gemessen werden, als Indikatoren müssen vielmehr in starkem Maße individuelles und gemeinschaftliches Wohlbefinden berücksichtigt werden. 16. In einem alternativen Wirtschaftssystem wird der Staat aus seiner bloßen Chef- und Verteilerfunktion heraus, in Mechanismen umgewandelt, die die menschlichen Grundbedürfnisse fördern und schützen, und dadurch die Erweiterung der Selbstbestimmung in einer gemeinschaftlich orientierten Entwicklung, fördern und schützen. Ethische Verpflichtungen17. Auf die oben genannten Strategievisionen verpflichten wir, NROs und soziale Bewegungen, uns selbst: b. motivierende Mechanismen und Institutionen zu schaffen, um eine altenative Wirtschaftsordnung zu etablieren; c. teilzunehmen am Aufbau einer von den Menschen getragenen Umwelt- und Entwicklungsbewegung, die von bio- regionalen Netzwerken auf eine globale Solidarität ausgerichtet ist. Aktionsplan18. Wir wollen gegen die undemokratischen Handlungsweisen der Bretton- Woods- Institutionen mobilisieren, damit die sogenannten Wirtschaftsstrukturveränderungsprogramme der transnationalen Unternehmen demokratischer werden. Dies schließt auch das Brundtlandmodell der nachhaltigen Entwicklung mit ein. 19. Wir werden daran arbeiten, daß die Auslandsschulden der Entwicklungsländer gestrichen werden und das die Mechanismen dieses ungerechten Systems, das die internationalen Verschuldungen vergrößert, abgeschaft wird. 21. Wir werden unsere Regierungen unter Druck setzen, daß die GATT Beschlüsse in einem menschenwürdigen globalen Handelssystem revidiert werden, das lokale Selbstversorgung und gemeinschaftliche Unternehmungen fördert. 22. Wir werden für eine globale Reduzierung der Militärhaushalte mobil machen, für die Abschaffung des internationalen Waffenhandels und für eine Verwendung dieser Gelder für den Umweltschutz im Norden und im Süden. 23. Wir werden für die Einführung einer Kohlenstoffemissionssteuer arbeiten, wenn die Durchschnittsbelastung eine Tonne oder mehr pro Person und Jahr beträgt. Diese Steuer muß für die Umstellung auf saubere Technologien verwendet werden, die weltweit verbreitet werden sollen. 24. Wir werden für eine drastische Energieverbrauchs- und Konsumreduzierung mobil machen und uns für die Stützung lokaler und regionaler, durch Angemessenheit und Bescheidenheit geprägter Wirtschaften, einsetzen. 25. Wir werden an der Entwicklung neuer sozio-ökonomischer Beziehungen arbeiten, die nicht ausbeuterisch sind, den kooperativen internationalen Handel der Gemeinschaften unterstützen und die Umwelt wiederherstellen. 26. Wir werden Bündnisse schaffen, die die Solidarität unter den Arbeitern,für bessere Arbeitsbedingungen und Löhne; der Beseitigung von ländlicher Armut durch die Schaffung von Trinkwasser und Sanitäranlagen; ländlichen Arbeitern Landreformen zugestanden werden, die Gleichstellung von Frauen politisch mitentscheiden können ermöglicht wird und für die Naturvölkern ein Leben ohne Angst vertrieben zu werden besteht. 27. Wir werden in unseren Gemeinschaften einen Entwicklungsfound einrichten, in dem die Menschen der Länder des Südens die zentrale Rolle einnehmen. 28. Wir werden für die Transparenz aller Informationen über Entwicklungsprojekte und Entscheidungsprozesse arbeiten, damit gerechte Technologien beurteilt und ausgewählt werden. Weiterführende Mechanismen29. Die NROs und sozialen Bewegungen sollen in einer dezentralen, horizontalen und demokratischen Weise auf allen Ebenen, lokal, regional, national und international organisiert sein, damit die Koordination ihrer Arbeit, sich im Kontext der Aktionen entwickelt. 30. Dadurch werden die alternativen Modelle auf allen Ebenen autonom und selbstbestimmend. Netzwerkstrukturen wie folgend beschrieben, sind bestimmend für die transformellen Inhalte und die Koordination mit anderen Vertragswerken und deren Netzwerken. 31. Damit der alternative Wirtschaftsmodellvertrag ein alternatives Entwicklungsmodell ist, ist es wichtig, daß dieser Vertrag eine zentrale Position in dem UNCED Folgeprozess einnimmt. 32. Der "Follow-Up"- Prozess muß ein offenes und wirksames Netzwerk ist, und: b. Arbeitsgruppen zusammen bringen, die Erfahrungen experimentell ausarbeiten; c. die Arbeit interessierter Gruppen in internationalen regionalen und nationalen Foren sponsieren, um die Arbeit an dem alternativen Wirtschaftsmodellvertrag zu bestimmen und zu aktualisieren. 33. Damit die Notwendigkeit einer Vorrangstellung des alternativen Wirtschftsmodellvertragsprozesses auf der intervertraglichen Ebene hervorgehoben wird, müssen wir Mechanismen entwickeln, die diese Modelle in ihrem Anspruch auf die Vorrrangigkeit festlegen. b. Dieses Gremium wählt aus seinen Mitgliedern ein internationales Koordinationskommittee, in der alle Regionen vertreten sind. c. Eine parallel ineinandergreifende Netzwerkstruktur, wird auf allen Ebenen etabliert. Wichtiger Zusatz und Bedingung:Jegliche Änderungen der Vertragsausarbeitungsrichtlinien müssen auf dem Internationalen Forum der NRO und sozialen Bewegungen beschlossen werden. |
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