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Deklaration über einen Verhaltenskodex für NROs


Präambel

1. Das Ziel dieser ausgearbeiteten Deklaration ist es, wenn möglich bis zum nächsten Jahr, einen NRO - Verhaltenskodex festzulegen, der von NROs anerkannt und unterzeichnet werden kann.

2. Die folgenden Ausführungen stellen die Arbeit mehrerer NROs dar, die Ende 1991 auf der Konferenz von Paris begann, und bei der PREP - COM in New York und dem `92 Global Forum weitergeführt wurde.

3. Die Teilnehmer dieser Diskussionen sind bereit, die Analyse der Diskussionspunkte fortzusetzen und weite Kreise zu befragen. Das Ergebnis wäre eine Reihe von Vorschlägen, die von NROs in regionalen und nationalen Zusammenkünften debattiert und deren Übernahme in Betracht gezogen werden kann.

Vorwort

4. In den letzten zehn Jahren gab es einen enormen Zuwachs an kommunalen Gruppen, Bürgerinitiativen und NROs. Die Arbeit dieser Gruppen, Bürgerinitiativen und anderer NROs berechtigen zu den besten Hoffnungen auf eine lebenswerte Zukunft.

5. In der Absicht, eine reglementierbare Basis zu bilden und den Menschen in unserer Gesellschaft wirklich nützlich zu sein, müssen bestimmte ethische, auf Verantwortung beruhende, verwendbare Grundlagen anerkannt werden.

Prinzipien

6. Der NRO - Verhaltenskodex könnte folgende Elemente beinhalten,

7. Nationale und lokale NROs (im Süden und im Norden) sollten:

a. ihre grundlegenden Aufgaben in der Heimat haben;

b. eine definierbare Zielgruppe oder Mitgliedschaft haben;

c. offene, demokratische Arbeitsweisen, Geschlechtsparität, befragende/beratende Problemlösungswege und nicht-diskriminierende Praktiken aufweisen;

d. klare Richtlinien für Mitarbeiter und Gremien festlegen;

e. einen ethischen Normenkodex für Mitarbeiter festlegen;

f. einen jährlichen Bericht und geprüfte Finanzabrechnungen veröffentlichen;

g. nicht gewinnorientiert denken und unparteiisch sein;

h. Gerechtigkeit und Gleichheit stärken, Armut vermindern und kulturelle Integrität stützen;

i. vermeiden politisch korrumpiert zu werden;

j. eine faire Gehaltsstruktur aufweisen, mit vernünftiger Disparität zwischen den am höchsten, und den am niedrigsten bezahlten Mitarbeitern;

k. vermeiden, materiell, spirituell oder politisch korrumpiert zu werden;

l. sich auf die Interessen ihrer heimatlichen Zielgruppen konzentrieren, ohne die globale Diskusssion aus en Augen zu verlieren;

m. ohne vorherige Rückfrage in der NRO-Gemeinschaft keine Verträge mit Regierungen oder unternehmerischen Kooperationen einzugehen;

n. menschliche Unzulänglichkeit berücksichtigen;

o. ihr Wissen mit allen Mitgliedern der NRO- Gemeinschaft zu teilen, Mechanismen aufbauen um sich in umweltbezogenen Bildungsprojekten aktiv zu beteilgen;

p. über ein komplexes politisches Wissen und ethischen Grundlagen zu verfügen um die alternativen Handlungsentscheidungen und auch die Beziehungen zu anderen NROs verantworten zu können;

q. auf höchster Ebene ansprechbar zu sein, beginnend beginnend mit den Kontakten zu den Menschen. Dies bedeutet, ohne Diskriminierung mit allen Bevölkerungen zu reden.

Kampagnen

8. Nördliche und südliche NROs haben oft auch keine an Projekt- oder Finanzierungen gebundenes Konfliktlösungswissen; z.B. bei Kampagnen für die Umwelt oder soziale Probleme in einem Land, bzw. es ist ja möglich, daß diese Kampagnen sich auf internationale Probleme beziehen, wie z.B. die Strategien der Weltbank.

9. Diese Abhandlung soll den Absprache- und Entscheidungsprozeß zwischen allen Teilnehmern einer Kampagne klären. Bisher haben wir nur Fragen und keine Antworten:

a. Die grundlegende Frage. die diese Abhandlung sicherzustellen versucht, ist der Befragungs- und Abspracheprozeß innerhalb der NROs bevor Positionen vertreten werden, die negative Rückwirkungen haben könnten. Das ist oft schwer durchführbar.

b. Wenn eine Gruppe in einem Land einen internationalen "Aktionsaufruf" zu einem Problem in ihrem Land versendet, hat sie dann die Pflicht, zuerst sicherzustellen, daß dieser Aufruf wirklich dem Ergebniss einer Übereinstimmung der NROs im Herkunftsland entspricht, bevor sie reagiert?

c. Wer ist dafür zuständig, in jedem Land eine brauchbare Liste aller NROs aufzustellen? (Ohne ein Adressenverzeichnis sind die Befragung und Absprache unmöglich!)

d. Wie lange sollte so ein Abspracheprozeß dauern? Können Stichtage, Fristen, für die Antwort gesetzt werden, wenn gesetzgebundene Aktionen durchgeführt werden?

e. Was ist, wenn keine Antwort kommt? - Wäre das eine Absprache?

f. Könnte für jede Region oder jedes Land eine Kontaktperson gewählt werden, um den Kommunikations- und Abspracheprozeß zu erleichtern? Wie würde diese Person gewählt? Kann diese Person in Krisensituationen für die von ihr vertretenen Gruppen sprechen?

g. Was ist, wenn Gruppen in einer Region uneinig sind - oder wenn ganze Regionen nicht zustimmen ?

h. Hat eine Gruppe, die zu einer Kampagne oder Aktion aufruft, die Pflicht, im nachhinein Rückmeldung über die Ergebnisse der Projekte oder Kampagnen zu machen?

i. Wenn eine NRO andere NROs, um eine Information bittet, deren Erstellung aufwendig ist, besteht dann eine Pflicht, die Erstellung finanziell oder logistisch zu unterstützen?

Solidiritätserklärungen

10. Bevor Solidaritätserklärungen in bezug auf andere NROs oder Einzelpersonen, die wegen ihrer Arbeit bedroht oder zensiert werden, an die Öffentlichkeit gebracht werden, sollte eine Absprache stattfinden, um die Sicherheit der betroffenen Personen zu garantieren.

Internationale NROs oder solche, die außerhalb ihres eigenen Landes arbeiten

11. Die Arbeit von NROs aus dem Süden und dem Norden soll:

a. auf der Basis gleichwertiger und echter Partnerschaft aufbauen;

b. den beiderseitigen Informationsfluß und Ideen- und Erfahrungsaustausch fördern;

c. finanziell durchschaubar arbeiten;
 

12. Anerkennen, daß die einheimischen, nicht die ausländischen NROs, die größere Verantwortung für Aktitäten in ihrem Land tragen.

13. Transparente Auswahlsysteme im Operationsland und durchschaubare Kriterien bei der Auswahl ihrer Arbeitspartner haben.

14. Aktivitäten ihrer Regierungen und Unternehmen im Ausland beaufsichtigen.

15. NROs aus dem Norden sollen in ihren Gastländern in einem angemessenen Lebensstil gegenüber den Sitten ihrer NRO- Gastgeber leben und nicht in einem post- patriachischem Stil.

16. NROs aus dem Norden sollen Strategien für intenationale Probleme ausarbeiten.

Die Entwicklung der NROs im Norden:

17. Da Entwicklungsgruppen im Norden den größten Teil ihrer Finanzmittel von ihren nationalen Regierungen erhalten, stellen viele von ihnen die Verträge und Aktivitäten ihrer Regierungen in den Entwicklungsländern nicht mehr in Frage, im Gegenteil:
Einige von ihnen sind zu Mitwissern verschleierter Pläne ihrer Regierungen und transnationalen Unternehmen geworden.
In dem Versuch, eine echte "von Mensch zu Mensch - Solidarität" aufzubauen, sollten sie:

a. Beziehungen aufbauen, die sich auf gegenseitigen Respekt gründen, Selbstbestimmung, Selbstvertrauen und Zusammenarbeit als gleichwertige Partner fördern;

b. ihren relativen Vorteil beim Zugang zu Informationen nutzen und diese an ihre Partner im Süden weitergeben;

c. ihre Regierungen hinterfragen und die Öffentlichkeit über das vorherrschende, ungleiche internationale Wirtschaftssystem aufklären, daß in großem Maße für die Zerstörung der globalen Umwelt verantwortlich ist;

d. Kampagnen für bevölkerungsnahe, echte Demokratie in ihren eigenen Ländern durchführen;

e. Kampagnen für umweltverträgliche Lebensstile durchführen, basierend auf den ihnen zur Verfügung stehenden lokalen Ressourcen und faire Preise für Importprodukte zahlen.

18. Regionale Brennpunkte aufzeigen und NRO- Beteiligung maximieren.

19. Über Landesgrenzen schriftlich korrespondieren.

20. Entwicklung dieses Vertrages, um 1993 eine abschließende Fassung zu erhalten.


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