Oekumenische Treffen: Global
Oekumenische Treffen: Weltregional und national
Oekumenische Treffen: Basisbewegung
UN Konferenzen
NGO Begleitkonferenzen
Bibliographie
House of Studies
Kunstgalerie
Home
   

Frauen schließen einen Bund zur Bejahung des Lebens


I. Einführung

Als Antwort engagierter Menschen aus dem Volk Gottes, die nach Möglichkeiten suchen, aus den vielfältigen Erfahrungen der Gebrochenheit zur Ganzheitlichkeit zurückzufinden, rief die Sechste Vollversammlung des ÖRK im Jahre 1983 in Vancouver (Kanada) die Mitgliedskirchen auf, sich in einem Prozeß gegenseitiger Verpflichtung (Bund) für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung zusammenzufinden.

Angesichts der wichtigen Beiträge, die Frauen durch ihre Beteiligung am Ringen um Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung überall in der Welt leisten, machte die ÖRK-Untereinheit "Frauen" dieses Programm zu einem ihrer Arbeitsschwerpunkte, bei dem folgende Aspekte in dem Mittelpunkt stehen:

  1. Gerechtigkeit für Frauen - hier sollen vor allem die Probleme der Gewalt gegen Frauen, der "Feminisierung" der Armut, des Rassismus, der Flucht und der Arbeit im Ausland untersucht werden.
  2. Frauen für den Frieden - hier soll gewürdigt werden, was Frauen an neuen, umwälzenden Gedanken in die Friedensarbeit und an neuen Modellen für das Engagement für politische Veränderungen einbringen.
  3. Frauen in ihrem Engagement für einen verantwortlichen Umgang mit Gottes Schöpfung.

Bei ihrer ersten Kommissionstagung 1985 in Mexiko wurde die Untereinheit "Frauen" angewiesen, Regionaltagungen in Afrika, Asien, im Pazifik, im Nahen Osten, in Lateinamerika, Nordamerika, der Karibik und Europa zu veranstalten. In sechs Regionen haben diese Zusammenkünfte bereits stattgefunden. Bei diesen Tagungen sollten die Vorstellungen der Frauen dieser Regionen zusammengetragen und dann in die Weltversammlung für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung im Jahre 1990 eingebracht werden.

Auf den Regionaltagungen kamen Frauen zusammen, die sich für Gerechtigkeit einsetzen, in Friedensbewegungen mitarbeiten, für einen verantwortlichen Umgang mit der Schöpfung eintreten und theologisch arbeiten; sie sprachen miteinander über ihren Schmerz und ihren Kampf sowie ihre Hoffnungen und Bestrebungen für eine bessere Welt. Im Bewußtsein ihrer Kraft und Stärke suchten sie gemeinsam nach praktikablen Wegen zur Durchsetzung ihrer Vorstellungen in ihren Ländern und Regionen. Diese Zusammenkünfte wurden von ihnen als der Beginn schwesterlicher Verbundenheit und weltweiter Solidarität verstanden.

Die Ökumenische Dekade "Kirchen in Solidarität mit Frauen", die 1988 vom ÖRK ausgerufen wurde, ist ein Schritt auf dem Wege, die Vorstellungen der Frauen und ihre Teilnahme an der Arbeit und am Ringen um Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung sichtbar werden zu lassen. Dieses Programm gehört zu den wichtigsten Schwerpunkten der Frauendekade. In den nächsten zehn Jahren sollen die Kirchen ihre Solidarität mit Frauen durch konkrete Maßnahmen unter Beweis stellen, um so der Vision einer erneuerten Gemeinschaft von Frauen und Männern zum Durchbruch zu verhelfen.

Wie die Diskussionen in den verschiedenen Regionen gezeigt haben, vertreten die Frauen die Auffassung, daß die Probleme von Gerechtigkeit, Frieden und der Bewahrung der Schöpfung untrennbar miteinander verflochten sind. Dazu erklärten die afrikanischen Frauen: "Wir sind zusammengekommen, um einander von der Ungerechtigkeit zu berichten, unter der wir wegen der erdrückenden Schuldenkrise in Afrika leiden; von den furchtbaren menschlichen Leiden, die uns die Kriege auf unserem ganzen Kontinent auferlegen; von den besonderen Belastungen, die wir durch die Abholzung unserer Wälder zu tragen haben, durch die wir der lebensnotwendigen Ressourcen beraubt werden; von den Gefahren für unsere Gesundheit und die Gesundheit der kommenden Generationen, die für uns von der Lagerung von Giftmüll ausgehen; und von der Geisel der Unterdrückung durch die rassistischen Sünden der Apartheid und des Kolonialismus. Wir afrikanischen Frauen glauben, daß alle Menschen nach dem Ebenbild Gottes geschaffen sind und daß die anhaltende massive Verweigerung von Gerechtigkeit und Frieden gegen das Wort und den Willen Gottes verstößt. Wir afrikanischen Frauen sind die am stärksten betroffenen Opfer der Ungerechtigkeit, des Krieges und der Zerstörung der Schöpfung Gottes."


weiter


powered by <wdss>

Sitemap | Druckversion | nach oben^


© 2017 by Stiftung Oekumene | eMail: ecunet@t-online.de