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V. Die Feier der Taufe


Taufe, Eucharistie und Amt

Taufe

V. Die Feier der Taufe

17. Die Taufe wird mit Wasser im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes vollzogen.

18. In der Feier der Taufe sollte die symbolische Dimension des Wassers ernstgenommen und nicht heruntergespielt werden. Der Akt des Untertauchens kann die Realität lebendig zum Ausdruck bringen, daß in der Taufe der Christ am Tode, am Begräbnis und an der Auferstehung Christi teilhat.

Kommentar 18:

Für einige theologische Traditionen bezeichnet der Gebrauch von Wasser, zusammen mit all seinen positiven Assoziationen mit Leben und Segen, die Kontinuität zwischen der alten und der neuen Schöpfung und enthüllt somit die Bedeutung der Taufe nicht nur für die Menschen, sondern auch für den gesamten Kosmos. Zugleich stellt der Gebrauch von Wasser eine Reinigung der Schöpfung dar, ein Sterben gegenüber dem, was in der Welt negativ und zerstörerisch ist. Die in den Leib Christi hineingetauft sind, sind zu Teilhabern an einer erneuerten Existenz gemacht worden.

19. Wie es in den frühen Jahrhunderten der Fall war, kann die Gabe des Geistes in der Taufe auf zusätzliche Weise bezeichnet werden, z. B. durch das Zeichen der Handauflegung, durch Salbung oder Ölung. Auch das wahre Zeichen des Kreuzes erinnert an die verheißene Gabe des Heiligen Geistes, der Angeld und Unterpfand des Kommenden ist, wenn Gott diejenigen völlig erlöst hat, die er zu seinem Eigentum gemacht hat (Eph 1,13-14). Die Wiederentdeckung solcher lebendiger Zeichen könnte sicherlich die Liturgie bereichern.

20. In jeder umfassenden Taufliturgie sollten zumindest folgende Elemente enthalten sein: die Verkündigung der Heiligen Schrift, die sich auf die Taufe bezieht; Anrufung des Heiligen Geistes; Absage an das Böse; Bekenntnis des Glaubens an Christus und die Heilige Dreieinigkeit; Verwendung von Wasser; eine Erklärung, daß die Getauften eine neue Identität als Kinder Gottes und als Glieder der Kirche empfangen haben, dazu berufen sind, Zeugen des Evangeliums zu sein. Manche Kirchen sind der Auffassung, daß die christliche Initiation unvollständig ist ohne die Versiegelung der Getauften mit der Gabe des Heiligen Geistes und die Teilnahme am heiligen Abendmahl.

21. Es ist angemessen, im Rahmen des Taufgottesdienstes die Bedeutung der Taufe zu erläutern, wie sie sich aus der Schrift ergibt (d. h. Teilhabe an Tod und Auferstehung Christi, Bekehrung, Vergebung und Reinigung, Gabe des Geistes, Einverleibung in den Leib Christi und Zeichen des Reiches Gottes).

Kommentar 21:

Die neuere Diskussion zeigt, daß man den Mißverständnissen mehr Aufmerksamkeit schenken muß, die aus dem sozio-kulturellen Kontext erwachsen, in dem die Taufe vollzogen wird:
  1. In einigen Teilen der Welt hat die Namensgebung in der Taufliturgie zu einer Verwechslung zwischen Taufe und Gebräuchen in Verbindung mit der Namensgebung geführt. Diese Verwechslung erweist sich in überwiegend nicht-christlichen Kulturen als besonders schwerwiegend, wenn von den Getauften verlangt wird, christliche Namen anzunehmen, die nicht in ihrer kulturellen Tradition verwurzelt sind. Bei der Erarbeitung von Taufordnungen sollten die Kirchen darauf achten, daß der Nachdruck auf der wahren christlichen Bedeutung der Taufe bleibt und jede unnötige Entfremdung der Getauften von ihrer eigenen örtlichen Kultur durch das Auferlegen fremder Namen vermieden wird. Ein Vorname, der der eigenen ursprünglichen Kultur entnommen ist, verwurzelt den Getauften in dieser Kultur und manifestiert gleichzeitig die Universalität der Taufe, die Einverleibung in die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche, die sich über alle Nationen der Erde erstreckt.
  2. In vielen großen europäischen und amerikanischen Mehrheitskirchen wird die Kindertaufe häufig in einer offensichtlich unterschiedslosen Weise praktiziert. Dies trägt dazu bei , daß Kirchen, die die Gläubigentaufe praktizieren, zögern, die Gültigkeit der Kindertaufe anzuerkennen. Diese Tatsache sollte innerhalb solcher Mehrheitskirchen zu einer vertieften kritischen Reflexion über die Bedeutung der Taufe führen.
  3. Einige afrikanische Kirchen üben die Taufe des Heiligen Geistes durch Handauflegung und ohne die Verwendung von Wasser. Sie anerkennen aber die Taufe anderer Kirchen. Eine Studie über diese Praxis und deren Verhältnis zur Wassertaufe ist unbedingt notwendig.

22. Die Taufe wird normalerweise von einem ordinierten Amtsträger vorgenommen, wenngleich unter bestimmten Umständen auch andere taufen können.

23. Da die Taufe zutiefst verbunden ist mit dem gemeinschaftlichen Leben und dem Gottesdienst der Kirche, sollte sie normalerweise während eines öffentlichen Gottesdienstes vollzogen werden, so daß die Glieder der Gemeinde an ihre eigene Taufe erinnert werden und diejenigen in ihre Gemeinschaft aufnehmen, die getauft werden und zu deren Unterweisung im christlichen Glauben sie verpflichtet sind. Große Festtage wie Ostern, Pfingsten und Epiphanias sind für dieses Sakrament besonders angemessen, wie dies auch die Praxis der Alten Kirche war.

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