III. Feier der Eucharistie27. Die eucharistische Liturgie ist ihrem Wesen nach ein einheitliches Ganzes und besteht historisch aus folgenden Elementen in unterschiedlicher Anordnung und von verschiedener Bedeutung:
28. Der beste Weg zur Einheit in der eucharistischen Feier und Gemeinschaft ist die Erneuerung der Eucharistie selbst in bezug auf Lehre und Liturgie in den verschiedenen Kirchen. Die Kirchen sollten ihre Liturgien im Lichte der Übereinstimmung in der Eucharistie überprüfen, die sich jetzt im Prozeß der Verwirklichung befindet. Die liturgische Reformbewegung hat die Kirchen in der Weise, in der das Herrenmahl gefeiert wird, enger zusammengeführt. Eine gewisse liturgische Vielfalt, die mit unserem gemeinsamen eucharistischen Glauben vereinbar ist, wird jedoch als eine gesunde und bereichernde Tatsache anerkannt. Die Bejahung eines gemeinsamen eucharistischen Glaubens schließt weder in der Liturgie noch in der Praxis eine Uniformität mit ein. Kommentar 28: 29. In der Feier der Eucharistie sammelt, lehrt und nährt Christus die Kirche. Es ist Christus, der zu dem Mahl einlädt und ihm vorsteht. Er ist der Hirte, der das Volk Gottes leitet, der Prophet, der das Wort Gottes verkündet, der Priester, der das Geheimnis Gottes feiert. In den meisten Kirchen wird dieser Vorsitz durch einen ordinierten Amtsträger zum Ausdruck gebracht. Wer der Eucharistiefeier im Namen Christi vorsteht, macht deutlich, daß der Ritus nicht Schöpfung oder Besitz der Versammlung ist; die Eucharistie wird als Gabe von Christus empfangen, der in seiner Kirche lebt. Der Diener (minister) der Eucharistie ist der Botschafter, der die göttliche Initiative repräsentiert und die Verbindung der Ortsgemeinde zu den anderen lokalen Gemeinschaften in der universalen Kirche zum Ausdruck bringt. 30. Der christliche Glaube wird durch die Feier des Herrenmahls vertieft. Deshalb sollte die Eucharistie häufig gefeiert werden. Viele Unterschiede in Theologie, Liturgie und Praxis hängen mit der unterschiedlichen Häufigkeit zusammen, mit der das Abendmahl gefeiert wird. 31. Da die Eucharistie die Auferstehung Christi feiert, ist es angemessen, daß sie wenigstens jeden Sonntag gefeiert wird. Da sie das neue sakramentale Mahl des Volkes ist, sollte jeder Christ ermutigt werden, das Abendmahl häufig zu empfangen. 32. Einige Kirchen betonen, daß die Gegenwart Christi in den geweihten Elementen auch nach der Feier fortdauert. Andere Kirchen legen das Hauptgewicht auf die Feier selbst und den Verzehr der Elemente bei der Austeilung. Die Art und Weise, wie die Elemente behandelt werden, bedarf besonderer Aufmerksamkeit. Hinsichtlich der Praxis der Aufbewahrung der Elemente sollte jede Kirche die Praxis und Frömmigkeit der anderen respektieren. Angesichts der unterschiedlichen Praxis der Kirchen und gleichzeitig unter Berücksichtigung der gegenwärtigen Situation im Konvergenzprozeß scheint es wünschenswert:
33. Das wesentlich größer gewordene gegenseitige Verständnis, das in der vorliegenden Erklärung zum Ausdruck kommt, könnte es einigen Kirchen erlauben, ein größeres Maß an eucharistischer Gemeinschaft untereinander zu erreichen und so den Tag näherzubringen, an dem das gespaltene Volk Christi um den Tisch des Herrn sichtbar wiedervereint sein wird. |
|
© 2001 by Ulrich Schmitthenner Bildschirm-Version | |