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III. Feier der Eucharistie


27. Die eucharistische Liturgie ist ihrem Wesen nach ein einheitliches Ganzes und besteht historisch aus folgenden Elementen in unterschiedlicher Anordnung und von verschiedener Bedeutung:

  • Loblieder;
  • Bußhandlung;
  • Zuspruch der Vergebung;
  • Verkündigung des Wortes Gottes - in verschiedenen Formen;
  • Glaubensbekenntnis (Credo);
  • Fürbitte für die ganze Kirche und für die Welt;
  • Vorbereitung von Brot und Wein;
  • Danksagung an den Vater für die Wunder der Schöpfung, Erlösung und Heiligung (hergeleitet aus der jüdischen Tradition der "berakah"); - Christi Einsetzungsworte des Sakraments gemäß der neutestamentlichen Tradition;
  • Anamnese oder Gedächtnis (Memorial) der großen Taten der Erlösung, des Leidens, des Todes, der Auferstehung, Himmelfahrt und Pfingsten, durch die die Kirche ins Dasein gebracht wurde;
  • Anrufung des Heiligen Geistes auf die Gemeinschaft und auf die Elemente von Brot und Wein (Epiklese, entweder vor den Einsetzungsworten oder nach dem Gedächtnis [Memorial] oder an beiden Stellen; oder ein anderer Hinweis auf den Heiligen Geist, der den "epikletischen" Charakter der Eucharistie angemessen zum Ausdruck bringt);
  • Hingabe (Weihe) der Gläubigen an Gott;
  • Hinweis auf die Gemeinschaft der Heiligen;
  • Gebet um die Wiederkehr des Herrn und die endgültige Offenbarung seines Reiches;
  • Amen der ganzen Gemeinschaft;
  • Gebet des Herrn;
  • Zeichen der Versöhnung und des Friedens;
  • Brechen des Brotes;
  • Essen und Trinken in Gemeinschaft mit Christus und jedem Glied der Kirche;
  • abschließender Lobpreis;
  • Segen und Sendung.

28. Der beste Weg zur Einheit in der eucharistischen Feier und Gemeinschaft ist die Erneuerung der Eucharistie selbst in bezug auf Lehre und Liturgie in den verschiedenen Kirchen. Die Kirchen sollten ihre Liturgien im Lichte der Übereinstimmung in der Eucharistie überprüfen, die sich jetzt im Prozeß der Verwirklichung befindet. Die liturgische Reformbewegung hat die Kirchen in der Weise, in der das Herrenmahl gefeiert wird, enger zusammengeführt. Eine gewisse liturgische Vielfalt, die mit unserem gemeinsamen eucharistischen Glauben vereinbar ist, wird jedoch als eine gesunde und bereichernde Tatsache anerkannt. Die Bejahung eines gemeinsamen eucharistischen Glaubens schließt weder in der Liturgie noch in der Praxis eine Uniformität mit ein.

Kommentar 28:
Seit der Zeit des Neuen Testamentes hat die Kirche immer der Verwendung der Elemente von Brot und Wein, die Jesus selbst beim letzten Mahl gebrauchte, größte Bedeutung beigemessen. In einigen Teilen der Welt, in denen Brot und Wein nicht üblich oder nicht erhältlich sind, wird heute manchmal die Auffassung vertreten, daß ortsübliche Nahrungsmittel und Getränke die Eucharistie besser im täglichen Leben verankern können. Es muß noch weiter untersucht werden, welche Teile des Herrenmahls unveränderbar von Jesus eingesetzt worden sind und welche in die Entscheidungskompetenz der Kirchen fallen.

29. In der Feier der Eucharistie sammelt, lehrt und nährt Christus die Kirche. Es ist Christus, der zu dem Mahl einlädt und ihm vorsteht. Er ist der Hirte, der das Volk Gottes leitet, der Prophet, der das Wort Gottes verkündet, der Priester, der das Geheimnis Gottes feiert. In den meisten Kirchen wird dieser Vorsitz durch einen ordinierten Amtsträger zum Ausdruck gebracht. Wer der Eucharistiefeier im Namen Christi vorsteht, macht deutlich, daß der Ritus nicht Schöpfung oder Besitz der Versammlung ist; die Eucharistie wird als Gabe von Christus empfangen, der in seiner Kirche lebt. Der Diener (minister) der Eucharistie ist der Botschafter, der die göttliche Initiative repräsentiert und die Verbindung der Ortsgemeinde zu den anderen lokalen Gemeinschaften in der universalen Kirche zum Ausdruck bringt.

30. Der christliche Glaube wird durch die Feier des Herrenmahls vertieft. Deshalb sollte die Eucharistie häufig gefeiert werden. Viele Unterschiede in Theologie, Liturgie und Praxis hängen mit der unterschiedlichen Häufigkeit zusammen, mit der das Abendmahl gefeiert wird.

31. Da die Eucharistie die Auferstehung Christi feiert, ist es angemessen, daß sie wenigstens jeden Sonntag gefeiert wird. Da sie das neue sakramentale Mahl des Volkes ist, sollte jeder Christ ermutigt werden, das Abendmahl häufig zu empfangen.

32. Einige Kirchen betonen, daß die Gegenwart Christi in den geweihten Elementen auch nach der Feier fortdauert. Andere Kirchen legen das Hauptgewicht auf die Feier selbst und den Verzehr der Elemente bei der Austeilung. Die Art und Weise, wie die Elemente behandelt werden, bedarf besonderer Aufmerksamkeit. Hinsichtlich der Praxis der Aufbewahrung der Elemente sollte jede Kirche die Praxis und Frömmigkeit der anderen respektieren. Angesichts der unterschiedlichen Praxis der Kirchen und gleichzeitig unter Berücksichtigung der gegenwärtigen Situation im Konvergenzprozeß scheint es wünschenswert:

  • daß auf der einen Seite daran erinnert wird, besonders in Predigten und Unterweisung, daß die primäre Intention der Aufbewahrung der Elemente deren Austeilung an Kranke und bei der Feier Abwesenden ist; und
  • daß auf der anderen Seite anerkannt wird, daß man die Achtung für die in der Eucharistie verwandten Elemente am besten dadurch zum Ausdruck bringt, daß man sie verzehrt, ohne dabei ihren Gebrauch für das Krankenabendmahl auszuschließen.

33. Das wesentlich größer gewordene gegenseitige Verständnis, das in der vorliegenden Erklärung zum Ausdruck kommt, könnte es einigen Kirchen erlauben, ein größeres Maß an eucharistischer Gemeinschaft untereinander zu erreichen und so den Tag näherzubringen, an dem das gespaltene Volk Christi um den Tisch des Herrn sichtbar wiedervereint sein wird.

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