I. Die Einsetzung der Eucharistie
1. Die Kirche empfängt die Eucharistie als eine Gabe vom Herrn. Paulus
schreibt:
Denn ich habe vom Herrn empfangen, was ich euch weitergegeben habe: Der Herr
Jesus, in der Nacht, als er verraten wurde, nahm er das Brot, dankte und brach's
und sprach: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; dies tut zu meinem
Gedächtnis (anamnesis). Ebenso nahm er auch den Kelch nach dem Mahl
und sprach: Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut; dies tut, sooft ihr
daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis" (1 Kor 11,23-25; vgl. Mt 26,26-29;
Mk 14,22-25; Lk 22,14-20).
Die Mahlzeiten, von denen berichtet wird, daß Jesus
an ihnen während seiner irdischen Wirksamkeit teilgenommen hat,
verkündigen und stellen die Nähe des Gottesreiches dar, für das
die Speisungen der Menge ein Zeichen sind. Bei seinem letzten Mahl war die
Gemeinschaft des Gottesreiches verbunden mit dem Ausblick auf Jesu
zukünftiges Leiden. Nach seiner Auferstehung ließ der Herr seine
jünger im Brechen des Brotes seine Gegenwart erkennen. Die Eucharistie
führt somit diese Mahlzeiten Jesu während seines irdischen Lebens und
nach seiner Auferstehung weiter, und dies immer als Zeichen des Gottesreiches.
Die Christen sehen die Eucharistie vorweggenommen im Passahfest zur Erinnerung
an die Befreiung Israels aus dem Land der Knechtschaft und in dem Mahl des
Bundes auf dem Berg Sinai (Ex 24). Sie ist das neue Passahmahl der Kirche, das
Mahl des Neuen Bundes, das Christus seinen Jüngern gab zum Gedächtnis
(anamnesis) seines Todes und seiner Auferstehung, als Vorwegnahme des
Hochzeitsmahls des Lammes (Apk 19,9). Christus gebot so seinen Jüngern, als
dem fortdauernden Volk Gottes, bis zu seiner Wiederkehr sich seiner zu erinnern
und ihm in diesem sakramentalen Mahl zu begegnen. Das von Jesus gefeierte letzte
Mahl war ein liturgisches Mahl mit symbolischen Worten und Handlungen. Von daher
ist die Eucharistie ein sakramentales Mahl, das uns durch sichtbare Zeichen
Gottes Liebe in Jesus Christus vermittelt, die Liebe, mit der Jesus die Seinen
"bis zur Vollendung" (Joh 13,1) liebte. Viele Namen werden für
sie gebraucht: z. B. Herren- bzw. Abendmahl, Brechen des Brotes, heilige
Kommunion, göttliche Liturgie, Messe. Ihre Feier bleibt der zentrale Akt
des Gottesdienstes der Kirche.
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