VI. Auf dem Weg
Taufe, Eucharistie und Amt
Amt
VI. Auf dem Weg zur gegenseitigen Anerkennung der ordinierten
Ämter
51. Um auf dem Weg zur gegenseitigen Anerkennung der Ämter Fortschritte
zu machen, sind bewußte Anstrengungen erforderlich. Alle Kirchen müssen
die Formen des ordinierten Amtes und das Maß, in dem sie seinen ursprünglichen
Intentionen treu sind, überprüfen. Die Kirchen müssen zu einer
Erneuerung ihres Verständnisses und ihrer Praxis des ordinierten Amtes
bereit sein.
52. Unter den Fragen, an denen besonders gearbeitet werden muß, wenn
sich Kirchen auf die gegenseitige Anerkennung der Ämter zu bewegen, ist
die der apostolischen Sukzession von besonderer Bedeutung. Kirchen können
in ökumenischen Gesprächen ihre jeweiligen ordinierten Ämter
anerkennen, wenn sie sich gegenseitig gewiß sind in ihrer Absicht, das
Amt von Wort und Sakrament weiterzugeben in Kontinuität mit der apostolischen
Zeit. Der Akt der Weitergabe sollte in Übereinstimmung mit der apostolischen
Tradition geschehen, die die Anrufung des Heiligen Geistes und die Handauflegung
einschließt.
53. Um gegenseitige Anerkennung zu erreichen, sind von verschiedenen Kirchen
verschiedene Schritte erforderlich. Zum Beispiel:
- Kirchen, die die bischöfliche Sukzession bewahrt
haben, werden gebeten, sowohl den apostolischen Inhalt des ordinierten Amtes
in Kirchen anzuerkennen, die eine solche Sukzession nicht bewahrt haben, als
auch die Existenz eines Amtes der episkopé in verschiedenen Formen in
diesen Kirchen.
- Kirchen, ohne bischöfliche Sukzession und
in Treue zum apostolischen Glauben und seiner Sendung lebend, haben ein Amt
des Wortes und der Sakramente, wie es durch den Glauben, die Praxis und das
Leben dieser Kirchen klar bezeugt wird. Diese Kirchen werden gebeten, zu erkennen,
daß die Kontinuität mit der Kirche der Apostel durch die sukzessive
Handauflegung der Bischöfe tiefen Ausdruck findet und daß, obwohl
ihnen vielleicht die Kontinuität der apostolischen Tradition nicht fehlen
mag, dieses Zeichen jene Kontinuität stärken und vertiefen wird. Sie
müssen vielleicht das Zeichen der bischöflichen Sukzession wieder
neu entdecken.
54. Einige Kirchen ordinieren Männer und Frauen, andere ordinieren nur
Männer. Unterschiede in dieser Frage werfen Hindernisse für die gegenseitige
Anerkennung der Ämter auf. Aber diese Hindernisse dürfen nicht als
unüberwindliche Hürden für weitere Bemühungen um gegenseitige
Anerkennung angesehen werden. Offenheit füreinander trägt die Möglichkeit
in sich, daß der Geist sehr wohl zu einer Kirche durch die Einsichten
einer anderen sprechen kann. Ökumenische Erwägungen sollten daher
die Erörterung dieser Frage fördern und nicht hemmen.
55. Die gegenseitige Anerkennung der Kirchen und ihrer Ämter schließt
eine Entscheidung durch die zuständigen Autoritäten und einen liturgischen
Akt ein, von dem an die Einheit öffentlich gegeben sein würde. Verschiedene
Formen eines solchen öffentlichen Aktes sind vorgeschlagen worden: gegenseitige
Handauflegung, eucharistische Konzelebration, feierlicher Gottesdienst ohne
einen besonderen Ritus der Anerkennung, Verlesen einer Unionsurkunde während
einer Feier. Keine bestimmte liturgische Form würde unbedingt erforderlich
sein, aber in jedem Falle wäre es notwendig, die Verwirklichung einer solchen
gegenseitigen Anerkennung öffentlich zu verkünden. Die gemeinsame
Feier der Eucharistie wäre zweifellos der Ort für einen solchen Akt.
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