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Verständnis und Vision


Auf dem Weg zu einem gemeinsamen Verständnis und einer gemeinsamen Vision des Ökumenischen Rates der Kirchen

Vorwort

Der folgende Text ist das Ergebnis eines mehr als achtjährigen Studien- und Konsultationsprozesses zu einem "Gemeinsamen Verständnis und einer gemeinsamen Vision des Ökumenischen Rates der Kirchen", der vom Zentralausschuß des ÖRK auf seiner Tagung 1989 in Auftrag gegeben wurde. Seit der Siebten Vollversammlung des ÖRK im Jahre 1991 stand dieses Thema kontinuierlich auf der Tagesordnung des Zentralausschusses; außerdem ist es in Tagungen von Kommissionen, beratenden Gremien und von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eingehend erörtert worden. Einsichten wurden von vielen Seiten erbeten und beigetragen: von ÖRK-Mitgliedskirchen, anderen Kirchen und einer breiten Palette von ökumenischen Partnern sowie zahlreichen Einzelpersonen, die an der ökumenischen Bewegung beteiligt sind oder sich mit ihr befassen.

Der Exekutivausschuß des ÖRK kam im Februar 1995 überein, daß das Ziel dieses Konsultationsprozesses die Ausarbeitung eines Dokuments für die Achte Vollversammlung anläßlich des fünfzigjährigen Bestehens des ÖRK sein sollte; dieses Dokument könnte als eine "ökumenische Charta" für das 21. Jahrhundert dienen. Im September 1995 billigte der Zentralausschuß ein Verfahren für die Ausarbeitung eines solchen Textes. Ein erster Entwurf entstand bei einer Konsultation im Dezember 1995, die etwa 35 Personen aus allen Regionen und kirchlichen Traditionen zusammenbrachte. Dieser Entwurf wurde verschiedenen Gruppen und Einzelpersonen vorgelegt, dann im Juni 1996 überarbeitet und dem Zentralausschuß zur Diskussion im September 1996 übergeben. Seine Reaktionen wurden in einen "Arbeitsentwurf" eingearbeitet, der den ÖRK-Mitgliedskirchen und den ökumenischen Partnern vorgelegt wurde, mit der Bitte, bis Ende Juni 1997 dazu Stellung zu nehmen. Auf der Grundlage von 153 schriftlichen Antworten, die von Mitgliedskirchen und ökumenischen Gremien eingingen, sowie von persönlichen Gesprächen, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit zahlreichen Kirchen und Partnern führten, wurde ein neuer Entwurf ausgearbeitet, der den Zentralausschußmitgliedern zur Diskussion auf der Tagung im September 1997 vorgelegt wurde. Im folgenden Text sind die bei dieser Tagung vorgeschlagenen Veränderungen aufgenommen.

Der Text soll die wichtigsten Themen behandeln, die im Laufe dieser Diskussion angesprochen wurden. Kapitel 1 beschreibt den Kontext des CUV-Prozesses und stellt einige der Veränderungen dar, die sich in dem halben Jahrhundert seit der Gründung des Ökumenischen Rates der Kirchen ereignet haben; außerdem wird aufgezeigt, daß dieses Dokument in einer Reihe von kontinuierlichen Bemühungen mit dem Ziel steht, den Charakter und den Zweck der ökumenischen Gemeinschaft im ÖRK zu definieren. In Kapitel 2 wird die Bedeutung der ökumenischen Bewegung untersucht, aus der der ÖRK als eine von zahlreichen organisatorischen Ausdrucksformen entstanden ist. In Kapitel 3 wird das "Selbstverständnis" des Ökumenischen Rates der Kirchen erörtert anhand der Basis seiner Verfassung, der zufolge der ÖRK eine "Gemeinschaft von Kirchen" ist, die "gemeinsam zu erfüllen trachten, wozu sie berufen sind". Anschließend werden einige Konsequenzen daraus für das Leben und die Arbeit des ÖRK als Organisation beschrieben. In Kapitel 4 geht es um die Beziehungen zwischen dem ÖRK und seinen ganz unterschiedlichen Partnern, mit denen er seine ökumenische Berufung teilt.

Die fruchtbaren, umfangreichen und enthusiastischen Diskussionen, die in diesen Text eingeflossen sind, zeugen von einem tiefen Engagement für die Ökumene und den ÖRK auf seiten der Mitgliedskirchen und Partner. Aber es ist auch deutlich geworden, daß es innerhalb dieses "Gemeinsamen Verständnisses und der gemeinsamen Vision" einige konkrete Punkte hinsichtlich des Ziels der ökumenischen Bewegung und des Wesens der bereits heute erlebbaren Gemeinschaft gibt, über die sich die Kirchen noch nicht einig sind. Mit der Annahme des vorliegenden Textes als Grundsatzerklärung, die die gegenwärtige Phase dieses Studien- und Konsultationsprozesses zu einem Abschluß bringt, erhebt der Zentralausschuß keinen Anspruch darauf, über die Kompetenz zur Lösung dieser Fragen zu verfügen oder das letzte Wort zum ÖRK oder zur ökumenischen Bewegung zu sprechen.

Zum Wesen der Gemeinschaft der Kirchen innerhalb der ökumenischen Bewegung gehört es, daß sie weiterhin mit diesen Schwierigkeiten in einem Geist des gegenseitigen Verstehens, des Einsatzes und der Verantwortung ringen. Der vorliegende Text wird daher den Kirchen anempfohlen als Ansporn und Hilfe zur Überprüfung ihres eigenen ökumenischen Engagements und ihrer ökumenischen Praxis - in ihren eigenen lokalen Kontexten, in ihren Beziehungen zu Partnern in ihrem Land, ihrer Region und auf der ganzen Welt und insbesondere in ihrer Beziehung zum Ökumenischen Rat der Kirchen.

Im Zuge der Umsetzung dieser Grundsatzerklärung hat der Zentralausschuß noch weitere Schritte unternommen. Er hat die Satzung für seine eigene Arbeit abgeändert, um den Rat in die Lage zu versetzen, wirksamer auf die Bedürfnisse seiner Mitgliedskirchen einzugehen; er hat der Achten Vollversammlung eine veränderte Erklärung über die Ziele und Funktionen des ÖRK vorgeschlagen, die in etwa dem Absatz 3.12 des CUV-Dokuments (6.2) entsprechen; er hat den Entwurf einer neuen Programm- und Leitungsstruktur für den ÖRK gebilligt; und er hat eine weitere Überprüfung seiner internen Arbeitsweisen und der Chancen für eine breitere ökumenische Partnerschaft in Auftrag gegeben.

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