Oekumenische Treffen: Global
Oekumenische Treffen: Weltregional und national
Oekumenische Treffen: Basisbewegung
UN Konferenzen
NGO Begleitkonferenzen
Bibliographie
House of Studies
Kunstgalerie
Home
   

Brief


Brief an die Achte Vollversammlung des Oekumenischen Rates der Kirchen von den Frauen und Männern des Dekade-Festivals

Von der Solidarität zur Rechenschaftspflicht

Liebe Schwestern und Brüder in Christus,

Wir, Leib Christi aus verschiedenen Teilen der Welt und unterschiedlichen Konfessionen, die bei diesem Dekade-Festival zusammengekommen sind, grüßen Euch im Namen Jesus Christi. Wir loben und danken Gott für das Geschenk der Dekade der Kirchen in Solidarität mit den Frauen, die der Ökumenische Rat der Kirchen vor zehn Jahren ins Leben gerufen hat. Dadurch wurde ein Raum geschaffen, in dem Frauen ihre Spiritualität, ihre täglichen Kämpfe und ihre Gaben miteinander teilen können. Aber die Lebendigen Briefe, die während der letzten fünf Jahre zu Euch geschickt wurden, haben schmerzlich offenbart, dass die Kirchen diesem Prozess nicht voll verpflichtet waren. Deshalb kommen wir erneut als ein Lebendiger Brief zu Euch, um die Kirchen dieser Jubiläumsversammlung einzuladen, um mit uns eine inklusive christliche Gemeinschaft zu schaffen, wie Christus sie gewollt hat. Für uns ist dies keine Option sondern ein Auftrag des Evangeliums.

Jetzt, da wir am Ende dieses Weges angekommen sind, müssen wir feststellen, dass die Dekade - Kirchen in Solidarität mit Frauen eine Dekade von Frauen in Solidarität mit Frauen war. Wir wurden bei unserem Zusammensein daran erinnert, dass die Spiritualität des "Durchhaltens" ein Vermächtnis unserer Vormütter ist. Der Heilige Geist beflügelte uns nicht nur, Solidarität zu üben sondern Verantwortung für einander zu übernehmen, unter der Zusage Gottes, das Gott uns nicht im Stich läßt. Wir freuen uns unserer erneuerten Kraft.

Durch die "Lebendigen Briefe" haben wir die Antwort unserer Schwestern gehört, auf die Frage: "Frau, warum weinst Du?" Die Frauen haben diese Frage beantwortet, in dem sie uns teilnehmen liessen an ihrem verborgenen Schmerz von Isolation, wirtschaftlicher Ungerechtigkeit, Mangel an Teilhabe, Rassismus, religiösem Fundamentalismus, ethnisch bedingten Völkermord, sexueller Belästigung, HIV/AIDS und Gewalt gegen Frauen und Kinder. Wir klagten, wir durchforschten die Bibel, wir beteten und erlebten, das der Heilige Geist für uns eintrat mit unaussprechlichem Seufzen (Röm.8,26), so das wir uns gestärkt auf einen heilenden Weg begeben konnten.

Unseren jungen Schwestern bekennen wir, das wir ihnen manchmal nicht gerecht geworden sind. Wir nehmen die uns vorgetragene Herausforderung an, sie in ihren Gaben zu bestärken und sie zu begleiten, wenn sie unser Vermächtnis des Durchhaltens übernehmen. In Vorwegnahme unserer wachsenden Partnerschaft tanzten wir.

Wir sind dankbar für die Solidarität, die unsere hier anwesenden Brüder und die Kirchlichen Amtsträger, die uns auf unserem Weg begleitet haben, zum Ausdruck brachten. Gemeinsam wollen wir aus dem biblischen Zuspruch leben, das wir nach Gottes Bild als Frauen und Männer geschaffen sind (Genesis 1,27) und wir den Taufzuspruch erfüllen "Hier ist nicht länger Jude noch Grieche, nicht länger Sklave noch Freier, nicht länger Mann noch Frau, denn Ihr seid alle eins in Jesus Christus"(Galater3,28).

UNSERE VISION UND UNSER VERSPRECHEN

Als Frauen und Männer, die am Dekade-Festival teilgenommen haben, verpflichten wir uns dem Auftrag Gottes, einen neuen Himmel und eine neue Erde zu schaffen, wo das ganze Volk Gottes frei leben kann, die Ressourcen der Erde gerecht teilen, in Harmonie mit der Schöpfung leben und einander als Kinder Gottes bestärken kann.

DIES BEDEUTET: WIR HALTEN FEST AN: Der Vision einer neuen menschlichen Gemeinschaft, in der die volle Teilhabe aller ihrer Glieder verwirklicht ist, in der niemand auf Grund von Rasse, Geschlecht, Alter, Religion oder kultureller Tradition ausgeschlossen ist und in der die Verschiedenheit und Vielfalt als ein Geschenk Gottes an die Welt gefeiert wird.

DESHALB:Drängen wir, die Frauen und Männer, die am Dekade-Festival teilgenommen haben, Euch, die Kirchen der Achten Vollversammlung, diese Vision mit uns anzunehmen und mit aller Kraft daraufhin zu arbeiten, das die finanziellen, geistigen und personellen Ressourcen des ÖRK für die Entwicklung von frauenfördenden Programmen und Bildungsmaterialien eingesetzt werden. Ausserdem fordern wir Euch auf, die Schaffung von Netzwerken und anderen Arbeitsmöglichkeiten zu fördern, die Frauen stärken und ihnen den ihnen zustehenden Platz im Haushalt Gottes zurückgeben.

Wir fordern Euch auf, in Eurem eigenen Umfeld Zeit und Energie einzusetzen, um die Übel von Beherrschung und Diskriminierung auszumerzen. Wir rufen Euch auf, die Kirchenstrukturen und die Praxis der Kirchen kritisch zu überprüfen, damit dieser ausschliessende Geist in all seinen gottlosen Formen überwunden wird. Wir bitten Euch bei diesen Initiativen:

  • theologische Ausbildungsprogramme für Frauen zu schaffen, die ihre Stimmen und ihre Erfahrungen ernst nehmen, und ihre Würde und ihre Heiligkeit in Gottes Augen bestätigen;
  • theologische Curricula zu entwickeln, die Studien über das Verhältnis von Männern und Frauen und die Perspektiven von Frauen berücksichtigen;
  • Ausbildungsmöglichkeiten für junge Mädchen und Jungen im Geist einer inklusiven und gerechtigkeitsorientierten Gemeinschaft zu schaffen.
  • In den Liturgien und im Sprachgebrauch Ausdrucksformen zu entwickeln, die alle Teilnehmenden einschliessen und bestätigen.
  • Mutmachende Aktionsprogramme zu entwickeln, die helfen, ein Gleichgewicht der Geschlechter, Altersgruppen und Rassen in Führungspositionen sicherzustellen und die Kulturelle Identität der Menschen zu würdigen.

Wir sind uns dessen bewusst, das es eine Reihe von ethnischen und theologischen Fragen gibt die, wie zum Beispiel die Ordination von Frauen, Abtreibung, Ehescheidung, und die Sexualität in all ihrer Vielfalt, die sich auf die Mitwirkung auswirken, und über die es sich nur schwer in der Kirchengemeinschaft reden läßt. Wir haben während der Dekade festgestellt, das Fragen der Sexualität in all ihrer Vielfalt besondere Bedeutung haben. Wir verurteilen die Gewalt, die wegen der Meinungsverschiedenheiten in dieser Frage angewandt wird. Voller Sorge setzten wir uns mit dieser Frage auseinander, weil wir wissen, das sie uns spalten kann.

Wir wissen, das sowohl Frauen wie Männer in dieser Frage geteilter Meinung sind und dies für einige überhaupt kein Thema ist. Wir bitten um die Weisheit und Leitung des Heiligen Geistes, damit wir das Gespräch fortsetzen können und damit allen Gerechtigkeit widerfährt.

WIR HALTEN FEST: tAn der Abschaffung von aller Gewalt in ihren verschiedenen Formen (sexueller, religiöser, psychischer, struktureller, physischer, geistlicher und militärischer Gewalt) und der Kultur der Gewalt, vor allem dort, wo es um das Leben und die Werde von Frauen geht. Und wir erklären unsere Bereitschaft allen Versuchen einer Entschuldigung, Verharmlosung und Rechtfertigung von Gewalt zu widerstehen. Als Frauen und Männer, die des Dekade-Festival erklären wir, das Gewalt in der Kirche eine Sünde wider die Menschheit und die Erde ist.

DESHALB:Fordern wir die Achte Vollversammlung auf, ja wir flehen sie an, Gewalt gegen Frauen vor aller Welt zur Sünde zu erklären. In unserer Verantwortung vor Gott und uns selbst, empfehlen wir deshalb, die Vollversammlung möge wegen der Teilhabe der Kirchen an dieser Gewalt einen Prozess der Busse beginnen und für die Erneuerung unserer Theologien, Traditionen und Praktiken für Gerechtigkeit und Frieden unter Frauen, Männern und Kindern in ihren Häusern und Gemeinschaften eintreten. Bei der Neunten Vollversammlung sollten wir uns Rechenschaft darüber geben.

Unsere Initiativen sollten folgendes beinhalten:

  • Die Schaffung von Chancen und sicheren Räumen und einer fürsorglichen Atmosphäre, wo Frauen ohne Angst über erfahrene Gewalt und Missbrauch sprechen können, damit die Kultur des Schweigens gebrochen werden kann.
  • Die Bekanntmachung sexuellen Missbrauchs, vor allem durch Männer in kirchlichen Leitungspositionen.
  • Die Schaffung gerechter Gerichtsverfahren, in denen sowohl die Opfer wie die Täter von Gewalt durch die Aufdeckung der Wahrheit die Kraft der Vergebung und Versöhnung erfahren können.
  • Den Verzicht auf jegliche Rechtfertigung von Gewalt durch Bibel und Theologie.
  • Die Absage an alle kriegerischen Handlungen, Schritte die dem Krieg jegliche Legitimation zu entziehen und die Suche nach Alternativen und gewaltfreien Mitteln zur Beilegung von Konflikten.

WIR HALTEN FEST: An der Vision einer Welt, in der wirtschaftliche Gerechtigkeit herrscht, in der Armut weder toleriert noch gerechtfertigt wird. Wir wünschen uns eine Welt in der die Völker des Südens und Ostens mit den Völkern des Nordens und Westens glücklich zusammenleben, in der das Gleichgewicht von Macht und Wohlstand wiederhergestellt ist, und in der Frauen und Kinder nicht länger zu Schwerarbeit gezwungen sind.

DESHALB:verurteilen wir alle wirtschaftlichen und politischen Umstände, die dazu führen, das Menschen entwurzelt, im eigenen Land vertrieben und zu Wanderarbeit oder Flucht gezwungen werden. Wir fordern Euch - die Kirchen - bei dieser Achten Erlassjahrversammlung auf, Armut und alle ihre entwürdigenden Folgen zu einem Skandal vor Gott zu erklären. Wir bitten Euch - unsere Kirchen - inständig, alles in ihrer von Gott gegebenen Macht und Verantwortung Stehende zu tun, um die zerstörerischen und todbringenden wirtschaftlichen Mächte zu entlarven, die neuen unterdrückerischen Globale Wirtschaft zu benennen, die Liberalisierung der Märkte und die damit verbundenen Kürzungen der Sozialausgaben anzuprangern, weil sie Gott und seiner schöpferischen Absicht für eine verantwortliche Bewahrung der Erde zuwiderlaufen. Wir fordern den ÖRK und seine Mitgliedskirchen auf sich die UN Aktionsplattform von Peking und Dekade zur Abschaffung der Armut 1997-2007 zu eigen zu machen, und mit anderen Nichtregierungsorganisationen an diesem gemeinsamen Ziel zu arbeiten. Wir bitten Euch - die Kirchen - gegen alle Formen des Neokolonialismus und alle Spuren des früheren Kolonialismus, sowie gegen die ungerechte und unliebsame Einmischung durch andere Staaten und andere Machthaber in die Angelegenheiten anderer Staaten zu protestieren. Wir drängen Euch, - unsere Kirchen - die Weltbank und den Internationalen Währungsfond aufzufordern, alle Strukturanpassungsmassnahmen zu stoppen, die die Verletzlichsten in den ärmsten Ländern, vor allem Frauen und Kinder, treffen.

Wir bitten Euch dringend bei diesen Initiativen:

  • anläßlich dieser Erlassjahrversammlung den Erlass interner und externer Schulden der ärmsten Länder der Welt zu fordern und zu verlangen, das die dadurch gesparten Gelder zur Verbesserung der Lebensqualität der Armen, vor allem von Frauen und Kindern, verwandt werden.
  • in den Kirchen, auf lokaler, nationaler und regionaler Ebene, besondere Referate für Wirtschaftsfragen einzurichten.
  • Gerechte wirtschaftliche Systeme und Strukturen in Kirche und Gesellschaft zu schaffen, damit Frauen und Männer Fairness erfahren, gleichen Lohn für gleiche Arbeit erhalten, Löhne bekommen von denen sie leben können, und unter würdigen Bedingungen arbeiten können.

Erklärung gegen Gewalt und Rassismus

Wir, die Frauen und Männer des Dekade- Festivals, möchten Euch als Kirchen sagen, dass das Leben in Christus in seiner ganzen Fülle und das Gebet für die Einheit nur mit der vollen Mitwirkung der Frauen gewährleistet und aufrichtig ist, nur dann, wenn die Gewalt gegen Frauen überwunden ist, und wenn das Ebenbild Gottes in den Frauen wertgeschätzt, bestätigt und anerkannt wird.

Wir möchten Euch als Kirchen sagen, dass das Leben in Christus in seiner ganzen Fülle und das Gebet für die Einheit nur dann gewährleistet und aufrichtig ist, wenn nicht in Christi Namen eine Rasse höher bewertet wird als andere, wenn die Kirchen die Schrecken ethnischer Säuberungen, Ausschreitungen gegen Kasten, Fremdenfeindlichkeit und Völkermord anprangern. Wir erklären, das sowohl Rassismus und Ethnozentrismus dem Willen Gottes widersprechen und keinen Platz in Gottes Haushalt habenürfen.

Der ÖRK und seine Mitgliedskirchen müssen auch weiterhin entschlossen für die Beseitigung des Rassismus, wo auch immer er auftritt, eintreten. Wir rufen unseren ÖRK und seine Mitgliedskirchen auf, mit lauter Stimme sich zur Solidarität mit Urvölkern und schwarzen Gemeinschaften zu bekennen und alle Programme und Organisationen wie SISTERS (Sisters In Struggle to Eliminate Racism and Sexism) und ENYA (Ecumenical Network of Youth Action) zu unterstützen, die die biblische Vision einer Welt hochhalten, in der "Es nicht länger Jude noch Grieche, nicht länger Sklave noch Freier, nicht länger Mann noch Frau, denn Ihr seid alle eins in Jesus Christus".


AN DIE KIRCHENFÜHRERINNEN UND KIRCHENFÜHRER

Im Geist der Lebendigen Briefe richten wir ein besonderes Wort an Euch als Kirchenleitende bei dieser Vollversammlung. Ihr wurdet von Gott und Eurer Kirchengemeinschaft mit Macht und Autorität betraut.

In einer Welt zunehmenden Machtmissbrauchs, der Anmassung von Autorität und des Missbrauchs von Machtpositionen, erinnern wir an die Worte Jesu, das es "unter euch nicht so sein soll". Die Dekadenbesuche haben jedoch gezeigt, das in vielen Kirchen dieser unterdrückerische Geist herrscht. Wir Frauen waren und sind Opfer dieses Geistes und wir erklären, das wir ihn nicht länger dulden.

Wir bitten euch Kirchenführerinnen und Kirchenführer dringend, Gottes Vollmacht in Christus beispielhaft vorzuleben und Macht nicht über, sonder mit Gottes Volk zum Wohle aller auszuüben.

DESHALB:rufen wir Euch auf, das Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern in Euren Kirchen zu korrigieren und alles zu tun, um in Kirchen und ökumenischen Organisationen Strukturen zu schaffen, die Frauen zugänglich sind und von Frauen als gerecht empfunden werden. Wir bitten Euch dringend, Frauen zur Übernahme von Führungspositionen zu ermutigen und sie zu unterstützen, so dass sie zu einem neuen Verständnis von Macht und Machtgebrauch beitragen können.

AN DIE FRAUEN DER VOLLVERSAMMLUNG

Wir, die Frauen beim Festival, laden euch ein, Euch der Vision und Verpflichtung dieses Briefes anzuschliessen. Beim Festival wurden die Tränen von Frauen aus der ganzen Welt [symbolisch] vergossen in Klage über die Verletzungen und Leiden im Leben von Frauen. In diesen Tränen erkannten wir uns gegenseitig, von Kontinent zu Kontinent und von Land zu Land. Durch diese Tränen sahen wir einander an und wegen dieser Tränen versprachen wir uns, zusammenzubleiben und weiterzugehen. Auch Eure Tränen sind unsere und eure Geschichten die unseren. Wir laden Euch ein, mit uns für die Welt von Gottes Verheissung zu arbeiten, zu beten und zu träumen.

Die jungen Frauen beim Festival erinnerten uns alle daran, das es diese neue Welt nicht geben kann, wenn Frauen sich darauf beschränken, Machtpositionen in Herrschafts- und Unterdrückungssystemen mit Männern nur auszutauschen. Die Bilder der jungen Frauen waren eindeutig. Sie entwarfen neue Organisationsmodelle, in denen die Macht geteilt und jede Stimme gehört wird. Sie entwarfen neue Formen von Partnerschaft, in denen Führungspersönlichkeiten anderen zur Entfaltung verhelfen. Sie entwarfen eine Kirche, in der jüngere und ältere Frauen zusammenarbeiten und in der jede anerkannt wird für das, was sie ist und was sie geben kann.

Dies ist ein neuer Tag, eine erneuerte Kirche und eine verwandelte Glaubensgemeinschaft, und durch die Kraft des Heiligen Geistes wollen wir mit Euch zusammen beitragen, das sie Wirklichkeit wird.


AN DIE MÄNNER DER VOLLVERSAMMLUNG

Wir, die Männer beim Festival, sprechen Euch Männer bei der Vollversammlung an. Es ist unmöglich, die fröhliche Hoffnung in Worte zu fassen, die diese Festtage trotz der Klage über die Leiden der Frauen prägte. Als Männer müssen wir uns der Tatsache stellen, das wir diese Leiden mitverursachen und an den Kulturen von Gewalt und Herrschaft - den Ursachen des Leidens - mitbeteiligt sind. Für uns als einzelne Männer ist es unmöglich, uns von solchen Übeln freizusprechen oder so zu tun, als würden wir ihrer Macht und ihrem Einfluss nicht unterliegen.

Wir laden Euch Männer dieser Vollversammlung ein, Euch auf einen gemeinsamen Prozess des Bekennens und der Busse einzulassen und zu Gott umzukehren, damit Gott uns verwandle. Unsere Schwestern im Glauben haben das Schweigen gebrochen. Jetzt geht es um die Glaubwürdigkeit unseres Handelns. Aber inmitten dieser Wahrheit haben wir nicht Ablehnung und Vorwurf erfahren, sondern eine grossmütige Einladung, in der Freiheit zu leben, die Gott in Christus uns allen geschenkt hat.


AN DIE JUGENDLICHEN UND KINDER IN DEN KIRCHEN

Wir, die Männer und Frauen beim Festival, haben Eure Herausforderungen gehört. Eure Visionen und euer Engagement haben uns aufgebaut und begeistert. Wir möchten an Euch unsere Spiritualität des "Durchhaltens" weitergeben, bis eine Kirche verwirklicht ist, in der Ihr nicht nur als Mitwirkende von Morgen gesehen werdet, sondern als Begabte des Volkes Gottes von heute. Wir verpflichten uns, uns nach Kräften dafür einzusetzen, das Ihr keinen Missbrauch und keine Gewalt, und auch keine ökonomische und soziale Ungerechtigkeit erleben müsst. Wir wünschen uns Eure Partnerschaft und Eure Ideen auf unserem Weg zu einer gerechten und inklusiven Kirche und Gesellschaft.

Zum Schluss geben wir unserer Hoffnung Ausdruck, das ein eindeutlich umrissener Plan für die weitere Arbeit nach der Dekade verabredet werden kann. Wir schlagen vor, das die kommenden zehn Jahre eine Dekade des Handelns und des theologischen Nachdenkens sein möge; zur Halbzeit soll ein Forum und am Ende der Dekade der gesamte Prozess ausgewertet werden.

Wir bitten Euch, diesen Brief im Geiste der ihm vorausgegangenen "Lebendigen Briefe" anzunehmen. Wir bitten um Eure Gebete und laden Euch ein, mit uns zur Quelle allen Lebens zu kommen, wo die erhaltenden und erfrischenden Wasser unaufhörlich fliessen und "neue Wege eröffnen, die reinigen, die heilen, die verbinden und die Wurzeln unserer Träume nähren... und nie versiegen."

weiter


powered by <wdss>

Sitemap | Druckversion | nach oben^


© 2016 by Stiftung Oekumene | eMail: ecunet@t-online.de